Europaabgeordneter der Grünen: Cohn-Bendit zieht sich aus der Politik zurück

Für ihn soll Schluss sein in der aktiven Politik: Der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit will bei der nächsten Europawahl nicht mehr antreten. "Ich höre nun auf meinen Körper", sagte der 67-Jährige.

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Daniel Cohn-Bendit: Rückzug aus der aktiven Politik

Straßburg - Anführer der Pariser Studentenrevolte, seit 1984 Grünen-Mitglied, Berater von Joschka Fischer in dessen Zeit als hessischer Umweltminister, Abgeordneter im Europaparlament seit 1994: Daniel Cohn-Bendit ist ein erfahrener Politiker, jetzt will sich der 67-Jährige allmählich zurückziehen. Bei der nächsten Europawahl wird er nicht mehr kandidieren. Das kündigte Cohn-Bendit in einem Buch an, das am Donnerstag in Frankreich erschien. Er werde aber weiter demonstrieren und wählen gehen, sagte Cohn-Bendit, der seit 1994 Mitglied des Europaparlaments ist.

Cohn-Bendit hatte bereits vor mehreren Jahren angekündigt, mit 68 Jahren aus der aktiven Politik aussteigen zu wollen. Er wird dieses Alter im April erreichen. Ausschlaggebend für seine Entscheidung seien nicht zuletzt gesundheitliche Gründe gewesen, sagte nun der Grüne, der sich vor einigen Monaten ein kleines Krebsgeschwür entfernen lassen musste.

"Ich höre nun auf meinen Körper. Ich fühle mich nicht mehr in der Lage, einen Europawahlkampf zu führen, der eine ständige körperliche und geistige Präsenz auf dem gesamten Kontinent erfordert", schreibt der Grüne in dem 40-seitigen Büchlein mit dem Titel "Pour supprimer les partis politiques!? Réflexions d'un apatride sans parti" (in etwa: Die politischen Parteien abschaffen!? Überlegungen eines Staatenlosen ohne Partei).

Die Europa-Grünen wollen 2014 mit einer gemeinsamen Liste in den Wahlkampf ziehen. Cohn-Bendit, der zu den bekanntesten Abgeordneten im Europaparlament gehört, war wiederholt als einer der möglichen Spitzenkandidaten genannt worden. Vor einigen Monaten war Cohn-Bendit auf Distanz zu den französischen Grünen gegangen, deren europapolitische Linie er oft kritisiert hatte. Cohn-Bendit saß in der Vergangenheit auch für die deutschen Grünen im EU-Parlament.

hen/AFP

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