Getötete Bloggerin auf Malta Drei Männer wegen Mordes angeklagt

Nach dem Mord an der Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia hat ein Gericht auf Malta Anklage gegen drei Männer erhoben. Sie sollen hinter dem Anschlag mit einer Autobombe stecken.

Angeklagter auf dem Weg zum Gericht in Valletta
AFP

Angeklagter auf dem Weg zum Gericht in Valletta


Im Fall der ermordeten Bloggerin Daphne Caruana Galizia hat ein Richter auf Malta drei Verdächtige angeklagt: Die Männer, darunter zwei Brüder, sollen den Anschlag mit einer Autobombe im Oktober ausgeführt haben, berichteten lokale Medien unter Berufung auf das Gericht. Alle drei Männer plädierten demnach auf nicht schuldig.

Caruana Galizia wurde am 16. Oktober ermordet. Am Montag wurden zehn Verdächtige festgenommen. Laut Polizei sollen die restlichen sieben gegen Kaution freigelassen werden. Die drei Angeklagten müssen nun in Untersuchungshaft.

Die angeklagten Männer sollen polizeibekannt und schon in frühere Straftaten verwickelt gewesen sein. Dazu gehöre auch ein gescheiterter Banküberfall und ein versuchter Mord an einem Polizisten, wie die Zeitungen "The Malta Independent" und die "Times of Malta" berichteten. Den Verdächtigen werde nun unter anderem vorgeworfen, Material für den Bombenbau und Waffen besessen zu haben.

Daphne Caruana Galizia (April 2011)
REUTERS

Daphne Caruana Galizia (April 2011)

Der Mord an der Journalistin hatte international für Schlagzeilen gesorgt. Die 53-Jährige hatte unter anderem von Korruption und krimineller Unterwanderung auf Malta berichtet. Zuletzt beschäftigte sich Galizia mit den sogenannten Panama Papers. Dabei war sie möglichen Verbindungen zwischen Mitarbeitern der maltesischen Regierung, ausländischen Banken und Firmen in Steuerparadiesen nachgegangen.

aar/dpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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hollowman08 06.12.2017
1. Typisch
man verhaftet gewöhnliche Kriminelle und nicht die Auftragsgeber die in den Aufsichtsräten und in den Regierungen westlicher Unrechtsstaaten sitzen. Die wahren westichen Finanzvebrecher haben ihr Ziel erreicht und jemanden der noch weitere Verbrechen westlicher Konzerne und westlicher Unrechtstaaten aufdecken könnte ausgeschaltet. Zugleich ein Zeichen an weitere mutige Journalisten und whisteblower gesendet dass sie auch sterben werden wenn sie versuchen sollten weitere kapitalistische Verbrechen aufdecken sollten. Zeigt wunderbar wie der real existierende Kapitalismus der westlichen "werte"geleimschaft und organisiertes Verbrechen wie die Mafia auf gleichen Strukturen und ideologien basieren.
sincere 06.12.2017
2. Journalistin, nicht Bloggerin.
Während andere Publikationen sie ganz klar als Journalistin darstellen, bezeichnet Spiegel sie immer wieder ganz abfällig als Bloggerin, als sei sie und ihre Arbeit weniger wert als die eines Journalisten. Dabei ist gerade ihre Arbeit deutlich professioneller gewesen als die manch eines clickbait-orientierten Spiegel - Journalisten. Welch Ironie.
raedy07 06.12.2017
3. @1
naja, irgendwo muessen sie ja anfangen, direkt an die auftraggeber zu gelangen is ja wohl utopisch; geht eventuell ueber die handwerker.
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