Trumps Schweigegeld-Affäre Ermittler gewähren Verleger Pecker offenbar Immunität

David Pecker war dafür verantwortlich, dass Berichte über mutmaßliche Affären seines guten Bekannten Donald Trump zunächst nicht veröffentlicht wurden. Berichten zufolge kooperiert der Verleger nun mit US-Ermittlern.

David Pecker (Januar 2014)
REUTERS

David Pecker (Januar 2014)


Medienberichten zufolge bahnen sich für US-Präsident Donald Trump weitere unangenehme Entwicklungen an: Das "Wall Street Journal" und die "Vanity Fair" berichteten, Ermittler hätten dem Verleger David Pecker Immunität gewährt. Der langjährige Trump-Freund kooperiere mit den Behörden.

Es geht um Schweigegeld, das an zwei Frauen geflossen ist, die eigenen Angaben zufolge Affären mit Trump hatten. Der ehemalige Anwalt des Präsidenten, Michael Cohen, hatte vor Gericht ausgesagt, diese Zahlungen getätigt zu haben, um den Ausgang der Präsidentschaftswahl zu beeinflussen. Er habe dies im Auftrag des "Kandidaten" getan - gemeint ist Trump. Der US-Präsident erklärte, es habe sich bei dem Geld nicht um Wahlkampfgeld gehandelt. Insofern habe er sich nichts vorzuwerfen.

Laut der New Yorker Staatsanwaltschaft soll ein Medienunternehmen bei den Schweigegeldzahlungen von Cohen an zwei Frauen eine Rolle gespielt haben - und nach Lage der Dinge handelt es sich dabei um Peckers Verlagsgruppe American Media Inc. (AMI).

Diese soll einer der Frauen - dem ehemaligen Playmate Karen McDougal - 150.000 Dollar für die Rechte an ihrer Geschichte gezahlt haben. Das zu dem Verlag gehörende Blatt "National Enquirer" veröffentlichte den Artikel aber nie. Das Blatt soll sich die Rechte Berichten zufolge nur gesichert haben, um die angebliche Affäre totzuschweigen. Die Methode ist in den USA als "catch and kill" bekannt, frei übersetzt "fange und vernichte".

Das "Wall Street Journal" berichtet nun, Pecker habe sich mit den Ermittlern getroffen und ihnen Details zu den von Cohen arrangierten Zahlungen dargelegt. Dabei sei es auch um Trumps Wissen über den Deal gegangen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Mit Peckers Aussage hätten die Ermittler nun Erklärungen von mindestens zwei Personen, dass Trump von den Zahlungen gewusst habe, zitierte die Zeitung eine der Quellen.

Pecker und Trump galten jahrelang als enge Bekannte. Der Verleger war häufiger zu Besuch im Ressort des Republikaners in Mar-a-Lago. Im Wahlkampf unterstützte er den Kandidaten Trump. Die Nachrichtenagentur AP zitiert nun namentlich nicht genannte Quellen, wonach es beim "National Enquirer" einen speziellen Safe für Trump gab: Darin sollen Dokumente über Schweigegeldzahlungen aufbewahrt worden sein; zudem weitere Geschichten, die Trump hätten schaden können und die deshalb nicht veröffentlicht worden seien.

Laut "Vanity Fair" gilt die Immunität auch für den sogenannten Chief Content Officer bei AMI, Dylan Howard.

Trump hatte sich am Donnerstag erneut in der Affäre verteidigt und auch seinen eigenen Justizminister kritisiert. Er warf Jeff Sessions unter anderem vor, sein Ministerium nicht unter Kontrolle zu haben.

Der Minister wehrte sich gegen die Kritik und betonte die Unabhängigkeit seines Hauses. Er habe die Kontrolle über das Ministerium am Tag übernommen, als er vereidigt worden sei, und seither zum "beispiellosen Erfolg" beigetragen, Trumps Agenda durchzusetzen, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des 71-Jährigen.

Darin deutete er auch an, dass er sich politischem Druck nicht beugen werde. "Solange ich Justizminister bin, wird das Handeln des Justizministeriums nicht unangebracht durch politische Erwägungen beeinflusst werden", erklärte Sessions. "Ich fordere die höchsten Standards, und wo sie nicht erfüllt werden, ergreife ich Maßnahmen. Allerdings hat keine Nation eine talentiertere, engagiertere Gruppe von Ermittlern und Staatsanwälten als die Vereinigten Staaten."

aar/dpa/AP

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macarthur996 24.08.2018
1. Mark Twain
Zitat von Mark Twain, amerikanischer Schriftsteller (Huckleberry Finn) das schönste Geheimnis ist zu wissen, dass ich ein Genie bin und kein anderer weiss es. Leid
urknallmarinchen@yahoo.de 24.08.2018
2. Und nun noch seine Steuererklärungen prüfen...
...und die Affäre dürfte sich bald ihrem Ende neigen. Es stinkt zwar jetzt schon zum Himmel, einem gerissenen Hund ist aber nunmal nicht so einfach beizukommen. Vermutlich wird er nach den Midterms Geschichte sein und eventuell sogar mit einer Strafe rechnen müssen.
nach-mir-die-springflut 24.08.2018
3. Trumps Kleintierpraxis
Wir erfahren über die Boulevard-Presse, dass Trump Hunde liebt und hier besonders große, dicke, weibliche Möpse. Dicke Möpse[1] besonders zu lieben ist erst einmal noch kein Verbrechen. Auch hat er eine Vorliebe für Häschen[2]. Bunnies & bitches, würde der amerikanische Tierarzt sagen. Auch Häschen besonders zu lieben ist kein Verbrechen. Von den Amerikanern hört man, dass sie allgemein eine Vorliebe für dicke Möpse und Häschen mit großen Ohren haben. In Musikvideos und Hollywood-Filmen geht es oft um Möpse und Häschen, denn die Amerikaner sind kleintierversessen. George W. Bushs Hund, Barney[3], auch "First Dog" genannt, wurde 12 Jahre alt. Zum Hund der Obamas, Bo[4], ebenso "First Dog", gesellte sich später his girlfriend, the bitch "Sunny"[4]. Man versucht also Trump abzusägen wegen seiner Tierliebe und ihm illegales Handeln zuzuweisen, indem konstruiert wird, dass Schweigegeldzahlungen als Wahlkampfspenden deklariert hätten werden müssen. Die Nichtraucher und tierfreien Haushalte der Amerikaner sollten über Trumps Tierliebe nicht geschockt werden. Was ja als Motiv offensichtlich hinter den Zahlungen steht. Trumps Gegnerin, Hillary Clinton, weiß nur sehr genau, wie amerikanische Männer zu bitches & bunnies stehen, denn ihr Bill war auch kleintierversessen. Bill Clintons Muschi hieß "Socks" (spielte wahrscheinlich gerne mit seinen Socken), sein Rüde hieß "Buddy" (also "Kumpel")[5]. Trump wurde auch als "Abrissbirne" bezeichnet, "wrecking ball". Weil er diese Abrissbirne ist und sich als solche präsentiert hat, ist er gewählt worden. Nicht hatte er sich als Biedermann präsentiert, der hinten ein anderes Leben hat, als er nach vorne zu haben vorgibt. Emotionalisierte SPON-Kommentatoren (Emos) machen an Trump gerne heute alles fest, was in ihren Augen bei ihm schief läuft. Als sei Trump der Nur-Chaot. Die in der Politik, die Trump Macht verspielen sehen, die ihn gerne gestürzt haben wollen, verkennen, dass sie es sind, die Washington so sehr in die Lähmung bringen, dass durch die Lähmung erst recht keine ordentliche Politik möglich ist, und es gerade so zum Machtverlust kommt. Dass Trump nun keinen Krieg bislang zu verkaufen versucht hat, ist den Kritikern respektive Emos egal. Ganz schön kaputt, bei aller Kleintierliebe. 1. https://de.wikipedia.org/wiki/Mops 2. https://de.wikipedia.org/wiki/Kaninchen 3. https://de.wikipedia.org/wiki/Barney_(Hund) 4. https://de.wikipedia.org/wiki/Bo_(Hund) 5. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Heimtiere_im_Weißen_Haus
p-touch 24.08.2018
4. Wieso
kommt mir da spontan der Spruch "Die Ratten verlassen das sinkende Schiff." in denn Sinn?
Neapolitaner 24.08.2018
5. Das Niveau der Regenbogen-Presse
ist längst erreicht und eigentlich schon unterschritten. Dass Schweigegelder gezahlt wurden, für Dinge, die in den privaten Bereich gehören, das scheint wohl so zu sein. Daraus einen Angriff auf die Verfassung zu sehen, "Behinderung der Justiz " etc. , ist lächerlich und das hat schon bei Clinton nicht funktioniert. Wenn die Demokraten daraus ein Impeachment konstruieren wollen, machen sie sich ebenso lächerlich. Dennoch schöner Stoff für eine Komödie, vielleicht demnächst sogar als Film.
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