USA Drogenfahnder ließen sich Sex-Partys von Kartellen bezahlen

Ermittler der amerikanischen Anti-Drogen-Behörde haben Partys mit Prostituierten gefeiert - und sich diese von Drogenkartellen bezahlen lassen. Das geht aus einem Bericht des Justizministeriums hervor.

Siegel im DEA-Museum in Arlington: Geschenke vom Kartell
REUTERS

Siegel im DEA-Museum in Arlington: Geschenke vom Kartell


Washington - Agenten der US-amerikanischen Anti-Drogen-Behörde DEA haben laut einem Bericht des Justizministeriums Sex-Partys mit Prostituierten gefeiert, die von Drogenkartellen bezahlt wurden. Die Partys fanden nach Informationen von US-Medien in Kolumbien statt, wo die DEA ein großes Büro unterhält.

Die Agenten hätten vermutlich gewusst, dass die Prostituierten mit Drogenkartell-Geldern bezahlt wurden, heißt es in dem Bericht. Sieben der zehn beschuldigten Ermittler hätten die Vorwürfe eingeräumt. Sie seien daraufhin lediglich für zwei bis zehn Tage vom Dienst suspendiert worden.

Drei Agenten sollen zudem Geld, teure Geschenke und Waffen von Kartell-Mitgliedern angenommen haben. Beteiligt gewesen war laut dem Bericht des Generalinspekteurs auch ein stellvertretender Regionaldirektor.

Der 138-seitige Bericht des US-Justizministeriums über "unangemessene sexuelle Kontakte" bei den Bundespolizeibehörden wurde am Donnerstag in Washington veröffentlicht. Er behandelt die Jahre 2009 bis 2012. (Hier finden Sie den kompletten Bericht auf der Website des Justizministeriums.)

Die Ermittlungen wurden angestoßen, nachdem Agenten des Präsidenten-Personenschutzes Secret Service 2012 vor einem Gipfel im kolumbianischen Cartagena Trinkgelage mit Prostituierten veranstaltet hatten. Die Sex-Partys der DEA sollen also in den Jahren zuvor stattgefunden haben.

Der Bericht befasst sich mit 621 mutmaßlichen Fällen sexuellen Fehlverhaltens und sexueller Belästigung über vier Jahre bei der DEA, der Bundespolizei FBI, dem Amt für Waffenkontrolle ATF sowie der Justizbehörde USMS.

Rund ein Fünftel betrifft Beziehungen zwischen Mitarbeitern dieser Behörden. Teils seien die Ermittlungen auch behindert worden.

fab/AFP/dpa



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