Demonstration an Silvester Polizei nimmt 68 Occupy-Anhänger fest

Körperverletzung, Ruhestörung, unbefugtes Betreten: In der Silvesternacht hat die New Yorker Polizei 68 Demonstranten der Occupy-Bewegung festgenommen. Nur wenige Stunden zuvor war es bereits zu Zwischenfällen vor den Wahlkampfbüros dreier republikanischer US-Politiker gekommen.


New York - Rund 500 Anhänger der Occupy-Bewegung hatten sich am Silvesterabend im New Yorker Zuccotti-Park versammelt, um gemeinsam ins neue Jahr zu feiern - und gegen das Finanzsystem zu demonstrieren. Doch den Wechsel ins neue Jahr erlebten 68 von ihnen in Polizeigewahrsam.

Wie die Polizei mitteilte, hatten die Demonstranten zuvor die Absperrungen niedergerissen, die den Park umgeben. Mindestens einem Occupy-Anhänger wird Körperverletzung vorgeworfen, ein Polizist hat den Angaben zufolge eine Schnittwunde an der Hand erlitten. Den anderen Festgenommenen wird Ruhestörung und unbefugtes Betreten vorgeworfen.

Einer der Occupy-Anhänger, Jason Amadi, beschuldigte die Polizisten, mit Pfefferspray auf die Demonstranten losgegangen zu sein. Als er gemeinsam mit den anderen versucht habe, die Absperrung einzureißen, sei es zu der Attacke gekommen. Die einzelnen Teile der Metall-Barrikaden haben die Demonstranten Amadi zufolge in der Mitte des Parks gestapelt und darauf Sprechchöre angestimmt.

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Occupy-Bewegung: Festnahmen an Silvester
Bei dem Zuccotti-Park handelt es sich um jenen Ort, an dem die weltweiten Proteste gegen die Verwerfungen im internationalen Finanzsystem ihren Anfang nahmen. "Liberty Park" nennen die Protestcamper den Park, der unweit vom New Yorker Finanzdistrikt liegt und in dem zeitweise mehrere tausend Menschen campierten. Im November wurde er geräumt - und die Absperrungen errichtet.

Demonstration gegen Republikaner

Schon am Nachmittag waren mehrere Occupy-Anhänger festgenommen worden: Vor den Wahlkampfbüros von drei republikanischen US-Präsidentschaftsbewerbern im US-Staat Iowa nahm die Polizei eigenen Angaben zufolge insgesamt 18 Menschen in Gewahrsam.

Vor einem Büro der Abgeordneten Michele Bachmann setzten sich Dutzende Demonstranten über eine Anordnung des Sicherheitspersonals hinweg, zehn von ihnen wurden festgenommen, wie ein Polizeisprecher in der Stadt Urbandale sagte. Anschließend versammelten sich die Demonstranten vor dem Büro des Gouverneurs von Texas, Rick Perry, und später vor dem des früheren Präsidenten des US-Repräsentantenhauses, Newt Gingrich. Dabei wurden laut Polizei fünf Personen festgenommen. Zu drei weiteren Festnahmen sei es vor dem Wahlkampfbüro des früheren Senators Rick Santorum gekommen.

aar/AP/dapd

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duk2500 01.01.2012
1. Straßenterror
Zitat von sysopKörperverletzung, Ruhestörung, unbefugtes Betreten: In der Silvesternacht hat die*New Yorker Polizei 68 Demonstranten der Occupy-Bewegung festgenommen. Nur wenige Stunden zuvor war es*bereits zu Zwischenfällen vor den Wahlkampfbüros drei republikanischer US-Politiker gekommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806613,00.html
Wenn hier der sogenannten Occupy-Bewegung missfallende Poitiker durch Besetzen ihrer Büros und Stören ihrer Versammlungen eingeschüchtert werdem sollen, hat das mit den Grundrechten auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit nichts zu tun. In Gegenteil, das ist schon eine Form von Strassenterror und Gewalt, in unserem Land leider auch nicht unbekannt.
ChristianW. 01.01.2012
2.
Zitat von sysopKörperverletzung, Ruhestörung, unbefugtes Betreten: In der Silvesternacht hat die*New Yorker Polizei 68 Demonstranten der Occupy-Bewegung festgenommen. Nur wenige Stunden zuvor war es*bereits zu Zwischenfällen vor den Wahlkampfbüros drei republikanischer US-Politiker gekommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806613,00.html
Unfassbar. Warum hat die Polizei nicht versucht, auf ihn einzureden? Ich meine, er war ja nur damit beschäftigt, die Barrikaden widerrechtlich zu stürmen. Da hätten Worte bestimmt mehr geholfen, als dieser unverhältnismäßige Pfeffersprayeinsatz. Da beschwert er sich aber mal vollkommen zurecht!
brazzo 01.01.2012
3. @
Zitat von sysopKörperverletzung, Ruhestörung, unbefugtes Betreten: In der Silvesternacht hat die*New Yorker Polizei 68 Demonstranten der Occupy-Bewegung festgenommen. Nur wenige Stunden zuvor war es*bereits zu Zwischenfällen vor den Wahlkampfbüros drei republikanischer US-Politiker gekommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806613,00.html
Ruhestörung an Silvester, unbefugtes Betreten eines (ehemals) öffentlichen Parks und nach bisher unbestätigten Berichten sollen einige sogar versucht haben, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrzunehmen. Dagegen muss natürlich mit der vollen Härte des Gesetzes vorgegangen werden. Übrigens wird der Park von den Demonstranten Liberty Park genannt, weil er früher so hieß (bzw. Liberty Plaza Park). Bevor er von diesen netten Zeitgenossen gekauft und umbenannt wurde: Brookfield Office Properties Home (http://brookfieldofficeproperties.com/Default.aspx). Das sagt doch alles.
guteronkel 01.01.2012
4. Occupy in NY
Zitat von sysopKörperverletzung, Ruhestörung, unbefugtes Betreten: In der Silvesternacht hat die*New Yorker Polizei 68 Demonstranten der Occupy-Bewegung festgenommen. Nur wenige Stunden zuvor war es*bereits zu Zwischenfällen vor den Wahlkampfbüros drei republikanischer US-Politiker gekommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806613,00.html
Offensichtlich wachen die Amerikaner, vornehmlich die um ihr verfassungsmäßig garantiertes Glück betrogenen, langsam auf. Wie sonst ist es zu verstehen, dass selbst in den USA immer mehr Bürger auf die Straße gehen und gegen die Finanzpolitik demonstrieren? Wir in Europa sind gleichzeitig mit der Missgeburt Euro beschäftigt, und werden es wohl noch länger bleiben. Das Ende ist offen. Doch bekommt der einfache Arbeiter und Bürger immer mehr die Verzweiflung der Politiker zu spüren, mit der diese die Situation zu retten versuchen. Und sie eilen von Rettung zu Rettung. Ganz bezeichnend ist aber, dass ausgerechnet vor einem Büro eines Republikaners demonstriert wird. Ihr Eingreifen wird die Polizei ín NY sicher noch bereuen.
logikerhh 02.01.2012
5. Wundern darf man sich
Zitat von sysopKörperverletzung, Ruhestörung, unbefugtes Betreten: In der Silvesternacht hat die*New Yorker Polizei 68 Demonstranten der Occupy-Bewegung festgenommen. Nur wenige Stunden zuvor war es*bereits zu Zwischenfällen vor den Wahlkampfbüros drei republikanischer US-Politiker gekommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806613,00.html
Da drängen sich doch gleich mehrere Fragen auf bezüglich der Verhaftungsgründe: - "Körperverletzung"? Ein Polizist hat also eine Schnittwunde davongetragen, aha ... und was sagt das erste Foto der Fotostrecke aus? der Verdacht der "Körperverletzung" seitens der Polizei drängt sich hier auch ein wenig auf ... - "Ruhestörung"? An SILVESTER? Öh, hallo ...? Es gibt ja wohl keine Nacht des Jahres, an dem es lauter ist als in dieser. Wenn ein Abbau von Barrikaden "Ruhestörung" ist, was ist dann Böllerwerfen, Raketenabschießen und Konsorten? Und: Wurden dann in New York auch Böllerwerfer verhaftet? Ernsthaft? Müssten sie ja schließlich. - "Unbefugtes Betreten"? Der Zuccotti-Park ist an und für sich ein öffentlicher Park. Wie kann man diesen bitte unbefugt betreten, wenn er doch -eigentlich- öffentlich zugänglich und für die Öffentlichkeit ja auch gedacht ist? Gerade in der Silvesternacht, in der es in New York ohnehin hunderttausende Menschen in die Parks zieht? Wenn man sich dies alles betrachtet, dann bleibt als Verhaftungsgrund schlicht nichts mehr übrig. Außer dem Grund "Willkür" natürlich.
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