Demonstration in Paris Feuerwehr attackiert Polizei

Bei Ausschreitungen während einer Demonstration von Feuerwehrleuten sind in der französischen Hauptstadt Paris 15 Polizisten verletzt worden. Die Feuerwehrmänner griffen die Sicherheitsbeamten mit Steinen und Leuchtkugeln an. Innenminister Sarkozy reagierte empört.


Paris - Ein Beamter habe schwere Kopfverletzungen erlitten, ein anderer nach einem Angriff mit einem Vorschlaghammer einen Beinbruch, teilte die Polizei heute mit. Ein Fahrzeug der
Gendarmerie ging in Flammen auf. Die Polizei nahm 35 Menschen fest. Innenminister Nicolas Sarkozy nannte das Verhalten der
Demonstranten "indiskutabel".

Gewalttätige Proteste in Paris: Feuerwehr contra Polizei
DPA

Gewalttätige Proteste in Paris: Feuerwehr contra Polizei

Nach Polizeiangaben nahmen rund 6.000 Feuerwehrleute an der
Kundgebung im Ostteil von Paris teil. Die Organisatoren sprachen von 10.000 Teilnehmern. Die Feuerwehr verlangt höhere Löhne, eine bessere Rente ab 55 Jahren und eine Gefahrenzulage für Einsätze in "gefährlichen" Vorstädten.

"Jeder hat das Recht zu demonstrieren und zu sagen, was er denkt, aber niemand hat das Recht, sich so zu verhalten", sagte Sarkozy nach einem Besuch bei den verletzten Polizisten im Krankenhaus. Die Regierung werde Klage einreichen. "Wer sich wie ein Schläger verhält, muss auch wie ein Schläger behandelt werden", meinte der Minister.

Mehrere Dutzend Feuerwehrmänner hatten am Nachmittag versucht, eine Blockade zu durchbrechen und ins Zentrum von Paris vorzudringen. Mit Leuchtraketen, Feuerwerkskörpern, Flaschen und Steinen gingen sie auf die Sicherheitskräfte los. Die Polizei setzte Tränengas ein, konnte die Demonstranten aber erst nach einer halben Stunde auseinander treiben. Gegen mehrere Hundert Feuerwehrleute, die versuchten, während des Feierabendverkehrs die große Ringstraße zu blockieren, setzten die Polizisten Wasserwerfer ein. Entlang der Marschroute der Demonstranten wurden Mülleimer in Brand gesetzt.

Manche Demonstranten waren nach Augenzeugenberichten mit einem Bier oder Hochprozentigem in der Hand marschiert. Es war nicht die erste gewalttätige Demonstration von Feuerwehrleuten in Paris.

kai/AP/AFP/dpa



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