Demonstrationen für Zelaya: Krawalle in Honduras fordern Tote

Blutige Ausschreitungen in Honduras: Bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten sind nach der Rückkehr des gestürzten Präsidenten Zelaya zwei Menschen getötet worden. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Zelaya-Anhänger in Tegucigalpa: Zwei Tote bei Ausschreitungen Zur Großansicht
REUTERS

Zelaya-Anhänger in Tegucigalpa: Zwei Tote bei Ausschreitungen

Tegucigalpa/New York - Zwei Anhänger des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya sind bei Protesten ums Leben gekommen - das teilte die Polizei am Mittwoch in Tegucigalpa mit. Einer der beiden sei am Dienstagabend in der Hauptstadt bei Zusammenstößen mit der Polizei verletzt worden und später im Krankenhaus gestorben. Das zweite Opfer habe sein Leben bei einer Demonstration verloren. Es sei aber noch unklar, wie der Zelaya-Anhänger gestorben sei. Mehrere Demonstranten und Polizisten wurden bei den Zusammenstößen verletzt, einige durch Schüsse.

Der im Juni vom Militär gestürzte Zelaya war am Montag überraschend nach Honduras zurückgekehrt. Seitdem gibt es immer wieder Demonstrationen seiner Anhänger. Am Mittwoch gingen erneut zwischen 10.000 und 15.000 Menschen in Tegucigalpa auf die Straße. Nach Korrespondenten-Berichten ging die Polizei mit Tränengas gegen etwa hundert Teilnehmer vor und nahm einige von ihnen fest. Zelaya hält sich seit seiner Rückkehr in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa auf, die von honduranischen Sicherheitskräften umstellt ist.

Die Demonstranten kündigten an, an diesem Donnerstag erneut auf die Straßen zu gehen. Sie wollten ihren Protest fortsetzen, bis Zelaya die Botschaft Brasiliens verlassen könne und wieder ins Präsidentenamt gesetzt werde.

Unterdessen hat die umstrittene Interimsregierung für den (heutigen) Donnerstag ein Ende des seit knapp drei Tagen geltenden Ausgehverbots angekündigt. Bereits zuvor hatte die Interimsregierung die seit Montag geltende Ausgangssperre für einige Stunden ausgesetzt, damit sich die Bevölkerung mit Lebensmitteln eindecken konnte.

Angesichts der Lage in Honduras kündigten die EU und die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) an, sich wieder stärker vor Ort in die Bemühungen zur Beilegung der Krise einbringen zu wollen und die im Juli aus Honduras abberufenen Botschafter dorthin zurückzuschicken. Mit dem Schritt solle Zelayas des Amtes enthobene Regierung unterstützt werden, teilten der spanische Außenminister Miguel Ángel Moratinos und OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza am Mittwochabend (Ortszeit) am Rande der Uno-Vollversammlung in New York mit.

Am Mittwoch hatten der gestürzte Präsident Manuel Zelaya und Übergangsstaatschef Roberto Micheletti erstmals ihre Bereitschaft zum direkten Dialog signalisiert.

anr/AP/dpa/AFP

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Forum - Staatsstreich in Honduras - soll die Uno eingreifen?
insgesamt 977 Beiträge
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1.
kevin i. 30.06.2009
Zitat von sysopSorgenvoll blickt die Welt auf Honduras: Uno-Generalsekretär Ban fordert die Wiedereinsetzung von Präsident Zelaya, Washington erwägt einen Stopp der US-Hilfen. Soll die Uno in Honduras eingreifen?
Natuerlich sollte jemand in Honduras eingreifen. Wie kann man einen Militaerputsch dulden ?
2.
tom gardner 30.06.2009
Zitat von sysopSorgenvoll blickt die Welt auf Honduras: Uno-Generalsekretär Ban fordert die Wiedereinsetzung von Präsident Zelaya, Washington erwägt einen Stopp der US-Hilfen. Soll die Uno in Honduras eingreifen?
vielleicht koennte jemand von der uno mal bei der us army school of the americas (http://de.wikipedia.org/wiki/Western_Hemisphere_Institute_for_Security_Cooperation) in georgia anrufen. die haben bestimmt eine idee, wie man ihren ehemaligen absolventen und jetzigen chef-putschisten general romeo vasquez zur raeson bringt.
3.
fx33 30.06.2009
Am besten schickt man die Nato hin, die hat doch Erfahrung im Niederbomben. Außerdem wird die Freiheit Deutschlands auch in Mittelamerika verteidigt.
4.
bicyclerepairmen 30.06.2009
Zitat von fx33Am besten schickt man die Nato hin, die hat doch Erfahrung im Niederbomben. Außerdem wird die Freiheit Deutschlands auch in Mittelamerika verteidigt.
Wenn überhaupt wären es die "Bananen Deutschlands" die es dort zu verteidigen gilt. Aber das hat ja Jahrzehntelang ein amerikanische Unternehmen für uns recht erfolgreich dort durchgeführt.
5.
fx33 30.06.2009
Zitat von bicyclerepairmenWenn überhaupt wären es die "Bananen Deutschlands" die es dort zu verteidigen gilt. Aber das hat ja Jahrzehntelang ein amerikanische Unternehmen für uns recht erfolgreich dort durchgeführt.
Bananen sind Freiheit, wie uns die jüngere deutsche Geschichte unmißverständlich geleert hat. Am Hinukusch wachsen keine Bananen. Wird dort das "Heroin Deutschlands" verteidigt?
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