Entführung Somalische Extremisten melden Tod französischer Geisel

Der in Somalia entführte Franzose Denis Allex ist tot. Die islamistische Schabab-Miliz meldet, sie habe ihre Geisel hingerichtet. Vergangene Woche war ein Befreiungsversuch der französischen Armee gescheitert - bereits damals berichtete Paris, Allex sei tot.

Französische Geisel Allex (Videoaufnahme von 2010): Tod in Somalia
AFP

Französische Geisel Allex (Videoaufnahme von 2010): Tod in Somalia


Mogadischu - Dreieinhalb Jahre wurde der französische Geheimagent Denis Allex von Extremisten in Somalia festgehalten. Jetzt hat die islamistische Miliz al-Schabab erklärt, sie hätte Allex am Mittwoch hingerichtet. Dies teilte sie über ihren Twitter-Account mit.

Frankreich jedoch hatte erklärt, dass Allex bereits am Samstag bei einem missglückten Befreiungsversuch der französischen Armee ums Leben gekommen sei. Die nächtliche Befreiungsaktion im Süden des Landes hatte im Blutbad geendet: Zwei Soldaten und 17 Extremisten seien getötet worden, hieß es vom Verteidigungsministerium in Paris am Samstag.

Allerdings erklärten die islamistischen Entführer später, der Mann sei noch am Leben. Über sein Schicksal solle "binnen zwei Tagen" entschieden werden. Zudem behauptet die Schabab-Miliz, nun auch einen verletzten französischen Soldaten festzuhalten. Die Extremisten stellten später Fotos ins Netz, die einen getöteten Elitesoldaten zeigen sollten.

Der französische Geheimdienstagent Denis Allex war am 14. Juli 2009 gemeinsam mit einem Kollegen entführt worden. Dem Kollegen gelang später die Flucht. Nach offiziellen Angaben waren die beiden Männer an der Ausbildung der somalischen Polizei und Präsidentengarde beteiligt. Bei dem Namen Denis Allex handelt es sich womöglich um einen Decknamen.

Die Schabab-Miliz hat in der Vergangenheit in Somalia zahlreiche Anschläge verübt. Sie versucht seit Jahren, im Süden des Landes einen islamischen Staat zu errichten und bekämpft die Übergangsregierung in Mogadischu.

kgp/Reuters/AP



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