Syrien Deutscher IS-Kämpfer Cuspert offenbar bei Angriff getötet

Deutsche Behörden gehen davon aus, dass Denis Cuspert tot ist. Der Ex-Rapper und Islamist soll bei einem Luftangriff in Syrien gestorben sein - Gewissheit gibt es aber noch nicht.

Denis Cuspert (Archivbild)
DPA

Denis Cuspert (Archivbild)


Immer mal wieder wurde der deutsche Islamist Denis Cuspert in den vergangenen Jahren für tot erklärt - jedes Mal stellte sich die Nachricht als falsch heraus. Doch nun gehen deutsche Sicherheitsbehörden davon aus, dass die jüngste Todesmeldung mit eniger Wahrscheinlichkeit stimmt. Nach SPIEGEL-Informationen sollen auch Verwandte den Ex-Rapper auf Fotos identifiziert haben.

Medien, die der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nahestehen, hatten am Freitag den Tod des deutschen Islamisten gemeldet und Fotos veröffentlicht, die seine Leiche zeigen sollen. Angeblich sei Cuspert bei einem Luftangriff in Syrien getötet worden. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass Cuspert tot sei.

Es bleiben jedoch gewisse Zweifel am Tod Cusperts, da es beispielsweise keine DNA-Analyse gebe, die endgültige Sicherheit liefere, so die Behörden. Eine offizielle Bestätigung der Todesmeldung gab es daher zunächst nicht. Auch ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin sagte nur, man habe die Meldung von Cusperts Tod vernommen und bemühe sich um Aufklärung.

Video: Vom Rapper zum Mörder

OHNE

Die von den USA geführte Militärkoalition in Syrien veröffentlichte am Freitag einen Bericht, in dem sie die Luftangriffe der vergangenen Woche auflistete. Dabei schrieb sie von sechs Angriffen auf IS-Stellungen am vergangenen Mittwoch. Nahe der ostsyrischen Stadt Abu Kamal, die in derselben Provinz liegt wie die Stadt Raranidsch, seien unter anderem zwei Logistikzentren, drei Kampfstellungen, ein Tunnel und ein vom IS gehaltenes Gebäude zerstört worden. Nähere Angaben zu möglicherweise getöteten IS-Kämpfern gab es nicht.

Der gebürtige Berliner, der als Rapper den Namen Deso Dogg trug, hatte Deutschland 2012 in Richtung Ägypten verlassen. 2013 zog er weiter in das syrische Bürgerkriegsgebiet, nannte sich "Abu Talha al-Almani" und kämpfte fortan für den IS. In Videobotschaften rief er unter anderem zu Selbstmordattentaten gegen Zivilisten auf und bekannte sich zur Terrormiliz. Der Verfassungsschutz hielt Cuspert zwischenzeitlich für einen der "wichtigsten deutschen Propagandisten der Salafistenszene". Im vergangenen Jahr hatte der US-Fernsehsender CNN berichtet, Cuspert habe in Syrien eine FBI-Mitarbeiterin geheiratet. (Lesen Sie hier mehr über die Frau, die den deutschen Terroristen heiratete.)

brk/jdl/rol/dpa

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