Prozess in der Türkei Richter lehnt Freispruch für Deniz Yücel ab

Im Prozess um Deniz Yücel hat die Verteidigung sofortigen Freispruch gefordert. Der vorsitzende Richter lehnte das jedoch ab. Die Verhandlung soll im Dezember weitergehen.

"Welt"-Journalist Deniz Yücel
AFP

"Welt"-Journalist Deniz Yücel


In Abwesenheit des Angeklagten wurde in Istanbul der Prozess gegen den "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel fortgesetzt. Gleich zum Auftakt der Anhörung im Istanbuler Justizpalast Caglayan forderte Yücels Anwalt Veysel Ok den sofortigen Freispruch seines Mandanten. Der Richter hat das jedoch abgelehnt.

Die Bedingungen dafür seien unter anderem "wegen der Schwere der Anklage nicht gegeben", sagte er. Außerdem müssten erst noch Beweise geprüft werden. Zusätzlich forderte er eine "schriftliche Aussage" von Yücel. Eine Videoaussage, wie von Yücels Anwalt Ok vorgeschlagen, wollte er nicht akzeptieren.

Yücel war im Februar nach einem Jahr in Untersuchungshaft freigelassen worden. Ihm wird von der türkischen Justiz wegen seiner Artikel "Volksverhetzung" und "Terrorpropaganda" vorgeworfen. Laut seinem Anwalt drohen ihm bis zu 18 Jahre Haft.

Die Anhörung am Donnerstag begann erst mit mehrstündiger Verspätung. Das Gericht vertagte sich nach einer knappen Dreiviertelstunde Verhandlungsdauer auf den 20. Dezember.

Bei einer ersten Anhörung in dem Fall Mitte Februar hatte das Gericht die Anklageschrift angenommen und die Freilassung von Yücel angeordnet. Da keine Ausreisesperre erlassen wurde, konnte der deutschtürkische Journalist noch am selben Tag die Türkei verlassen.

Video: Deutschtürken über den Fall Deniz Yücel

SPIEGEL TV

asc/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.