Deutsche Sahara-Geisel: Krisenstab der Bundesregierung verhandelt mit Qaida-Entführern

Heikle Verhandlungen um eine deutsche Geisel: Der Krisenstab der Bundesregierung führt laut SPIEGEL Gespräche mit den Entführern der Sahara-Touristin Marianne P. Es wäre das erste Mal, dass der Stab wissentlich Kontakt zu Mitgliedern der Terrorgruppe al-Qaida aufnimmt.

Hamburg - Der Krisenstab der Bundesregierung spricht derzeit indirekt mit den Geiselnehmern der deutschen Sahara-Touristin Marianne P., 77.

Die Kontakte über Mittelsmänner gelten politisch als heikel, weil sich die Frau aus Darmstadt offenbar in der Hand von Qaida-Mitgliedern befindet. Es wäre das erste Mal, dass der Krisenstab wissentlich mit Qaida-Terroristen Gespräche führt.

Mitte dieser Woche hatte sich ein Anhänger von "al-Qaida im Maghreb" in einem Video zu der Geiselnahme bekannt; hinter den Kulissen währen die Kontakte zu der Entführergruppe allerdings schon länger. Dem Krisenstab im Auswärtigen Amt liegt ein aktuelles Lebenszeichen der ehemaligen Gymnasiallehrerin vor. Gesundheitlich ist die Frau angeschlagen, sie soll sich in der Wüste von Mali einen Arm gebrochen haben. Der Krisenstab versucht derzeit, ihr über Mittelsmänner Medikamente und Verbandszeug zukommen zu lassen.

Neben der Deutschen waren Ende Januar auch zwei Schweizer und ein Brite als Mitglieder einer Reisegruppe verschleppt worden. Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass die Entführer zu derselben Islamistengruppe gehören, die im vergangenen Jahr zwei Österreicher entführt hatte. Das Pärchen war schließlich gegen die Zahlung eines Lösegelds freigelassen worden. Derzeit soll sich die Gruppe mitsamt Geiseln im Grenzgebiet zwischen Mali, Niger und Südalgerien aufhalten.

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ffr

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Forum - Entführungen - vorsichtiger im Urlaub?
insgesamt 133 Beiträge
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1.
Betonia, 19.02.2009
Zitat von sysopDie 77-jährige Marianne P. ist seit einem Monat in der Gewalt der Nordafrika-Filiale von al-Qaida - jetzt wollen die Terroristen die Geiselnahme zum PR-Coup machen. Sind Sie selbst für Entführungsgefahren im Urlaub sensibler geworden? Haben Sie Ihre Verhalten geändert?
Ja, ich wollte eigentlich endlich mal die Pyramiden in Ägypten sehen. Aber bis jetzt habe ich noch keine Reise dorthin gebucht.
2.
Pnin, 19.02.2009
Zitat von sysopDie 77-jährige Marianne P. ist seit einem Monat in der Gewalt der Nordafrika-Filiale von al-Qaida - jetzt wollen die Terroristen die Geiselnahme zum PR-Coup machen. Sind Sie selbst für Entführungsgefahren im Urlaub sensibler geworden? Haben Sie Ihre Verhalten geändert?
Nein, ich hatte nie Interesse, in Armuts- und Krisenregionen zu urlauben, empfinde das als eher perverse Form der Erlebnis-Reise. Oma-Entführungen als terroristischer Akt - wie armselig ist das denn.. Die müssen wirklich verzweifelt sein, wenn sie schon auf derartige Welpen-tret-Strategien verfallen.
3. Sicherheitshalber zu Hause bleiben
Bhur Yham, 19.02.2009
Zitat von BetoniaJa, ich wollte eigentlich endlich mal die Pyramiden in Ägypten sehen. Aber bis jetzt habe ich noch keine Reise dorthin gebucht.
Die Pyramiden sind sicher nicht gefährlicher als ein Alpengipfel mit Neuschnee. Wer natürlich durch die wildeste Wüste tigern, auf brüchigem Eis herumspazieren oder die Lawinenwarnungen dämlicher Spaßbremsen ignorieren muß, braucht sich über Probleme nicht zu wundern. Die einen ignorieren jede Gefahr, die anderen trauen sich über keine Dorfstraße mehr. Irgendwie ist alles natürliche Auslese.
4. Entführungen - vorsichtiger im Urlaub?
chirin 19.02.2009
Zitat von sysopDie 77-jährige Marianne P. ist seit einem Monat in der Gewalt der Nordafrika-Filiale von al-Qaida - jetzt wollen die Terroristen die Geiselnahme zum PR-Coup machen. Sind Sie selbst für Entführungsgefahren im Urlaub sensibler geworden? Haben Sie Ihre Verhalten geändert?
Das letzte Mal war ich im Nov. 2007 in Ägypten und könnte schon wieder fahren. Wenn man über ein gutes Reisebüro bucht und auf die Warnungen der Reiseleiter hört (in der Gruppe bleiben, nicht absondern, keine unerlaubten Fotos machen (die Nubier z.B. sind keine Affen) kann garnichts passieren. Wir haben in den Jahrzehnten immer wieder Reisende - auch auf unseren Kreuzfahrten - bei gehabt, die meinen, ihnen würde nichts passieren (nicht nur in Afrika) und waren dann am schimpfen, wenn ihnen - im besten Fall der Diebstahl der Geldbörse widerfuhr. In Hiras (Marokko) einer 1000jhr. Stadt mit ebensolchen Bewohnern wäre fast mal unser Bus angesteckt worden, weil die immer aus der Reihe tanzenden Deutschen Fotos von den Frauen , dem Markt etc. machten, obwohl - in viel besserer Qualität diese an Bord erstanden werden konnten. Ägypten ist übrigens sehr sehenswert - auch eine Nilkreuzfahrt ist nichtzu verachten, sehr sauberes und gutes Essen und wenn man Selter fürs Zähneputzen nimmt und Gesichtsemulsion und Wasser fürs Gesicht, dann kann man in den Luxusduschen unbedenklich duschen. Das Nilwasser vertragen wir Europäer nicht so gut, aber das ist ja nicht so schlimm. Als 77jhr. würde ich allerdings diese Kletterpartien und Ausflüge auch nicht mehr mitmachen .
5. PR Schlacht und Leute mit Dachschaden
Stefan Albrecht, 19.02.2009
Zitat von sysopDie 77-jährige Marianne P. ist seit einem Monat in der Gewalt der Nordafrika-Filiale von al-Qaida - jetzt wollen die Terroristen die Geiselnahme zum PR-Coup machen. Sind Sie selbst für Entführungsgefahren im Urlaub sensibler geworden? Haben Sie Ihre Verhalten geändert?
Wenn die Medien das Schicksal der armen Frau, die entführt wurde, weniger ausschlachteten und stattdessen die Polizei vor Ort in Ruhe arbeiten liesse bzw. ihre oft wertvollen Informationen an diese gäbe um die Frau zu finden, hätte die Al Quaida sicher weniger PR. So könnten wir verhindern, dass Leute, die schlicht und einfach nicht ganz dicht sind, sich ständig öffentlich wichtig machen.
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