Hamburg - Der Krisenstab der Bundesregierung spricht derzeit indirekt mit den Geiselnehmern der deutschen Sahara-Touristin Marianne P., 77.
Die Kontakte über Mittelsmänner gelten politisch als heikel, weil sich die Frau aus Darmstadt offenbar in der Hand von Qaida-Mitgliedern befindet. Es wäre das erste Mal, dass der Krisenstab wissentlich mit Qaida-Terroristen Gespräche führt.
Mitte dieser Woche hatte sich ein Anhänger von "al-Qaida im Maghreb" in einem Video zu der Geiselnahme bekannt; hinter den Kulissen währen die Kontakte zu der Entführergruppe allerdings schon länger. Dem Krisenstab im Auswärtigen Amt liegt ein aktuelles Lebenszeichen der ehemaligen Gymnasiallehrerin vor. Gesundheitlich ist die Frau angeschlagen, sie soll sich in der Wüste von Mali einen Arm gebrochen haben. Der Krisenstab versucht derzeit, ihr über Mittelsmänner Medikamente und Verbandszeug zukommen zu lassen.
Neben der Deutschen waren Ende Januar auch zwei Schweizer und ein Brite als Mitglieder einer Reisegruppe verschleppt worden. Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass die Entführer zu derselben Islamistengruppe gehören, die im vergangenen Jahr zwei Österreicher entführt hatte. Das Pärchen war schließlich gegen die Zahlung eines Lösegelds freigelassen worden. Derzeit soll sich die Gruppe mitsamt Geiseln im Grenzgebiet zwischen Mali, Niger und Südalgerien aufhalten.
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