Deutsches Lob für Reagan "Ein treuer Freund und Verbündeter"

Parteiübergreifend würdigten deutsche Spitzenpolitiker den verstorbenen Ex-Präsidenten Ronald Reagan. Besonders die enge Freundschaft zwischen den USA und Deutschland und die Einfädelung der deutschen Einheit seien ohne ihn nicht denkbar gewesen, so der Tenor.


Altbundeskanzler Kohl und Ronald Reagan auf dem Soldatenfriedhof Bitburg im Jahr 1985: "Vision von einem vereinten und friedlichen Europa"
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Altbundeskanzler Kohl und Ronald Reagan auf dem Soldatenfriedhof Bitburg im Jahr 1985: "Vision von einem vereinten und friedlichen Europa"

Berlin - Sowohl Bundespräsident Johannes Rau, Bundeskanzler Gerhard Schröder als auch sein Vorgänger Helmut Kohl haben den verstorbenen früheren US-Präsidenten Ronald Reagan als großen Freund der Deutschen gewürdigt. "In einer geteilten Welt hat er stets an unserer gemeinsamen Vision von einem vereinten und friedlichen Europa festgehalten", erklärte Rau am Sonntag zum Tod des 40. US-Präsidenten.

Bundeskanzler Schröder kondolierte umgehend mit einem Brief in Washington. Reagans Mut zur Überwindung des Ost-West-Konflikts hätten auch zum Ende der deutschen Teilung beigetragen, schrieb Schröder an US-Präsident George W. Bush. "Sein Engagement zur Überwindung des Ost-West-Konflikts und seine Vision eines freien und vereinten Europas halfen die Voraussetzungen für eine Entwicklung zu schaffen, in der schließlich auch die Wiederherstellung der deutschen Einheit möglich wurde", schrieb Schröder.

Wie Rau hob auch Altbundeskanzler Helmut Kohl insbesondere Reagans Appell an den damaligen sowjetische Präsidenten Michail Gorbatschow von 1987 hervor, die Berliner Mauer einzureißen. Kohl erinnerte zugleich an einen gemeinsamen Auftritt mit Reagan auf einem deutschen Soldatenfriedhof zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs 1985 im rheinland-pfälzischen Bitburg. Damit habe Reagan ein Zeichen der Versöhnung zwischen ehemaligen Kriegsgegnern gesetzt. "Diese große Geste der Freundschaft zwischen unseren Ländern werde ich immer in Erinnerung behalten." Der Besuch auf dem Soldatenfriedhof war umstritten, weil dort auch Angehörige der Waffen-SS beerdigt sind.

Der unter Alzheimer leidende Reagan war am Samstag nach langer Krankheit gestorben. Er wurde 93 Jahre alt. Reagan amtierte von 1981 bis 1989 als US-Präsident. Die Regierungszeit des ehemaligen Schauspielers war unter anderem von einer massiven Steigerung der Rüstungsausgaben und Kürzungen im sozialen Bereich geprägt. Zu einer groß angelegten Trauerfeier in der kommenden Woche werden Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erwartet.



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