Angst vor Randale Frankreich rüstet sich für Partie Deutschland-Algerien

WM-Spiele mit algerischer Beteiligung sind für Frankreichs Polizei ein Albtraum, zuletzt wurden mehr als 70 Randalierer festgenommen. Nun bereitet sich die Grande Nation auf das Spiel der Nordafrikaner gegen Deutschland vor - auch mit Soldaten.

Polizeieinsatz in Paris: Schwere Randale nach dem Spiel Russland-Algerien
REUTERS

Polizeieinsatz in Paris: Schwere Randale nach dem Spiel Russland-Algerien


Paris - Vor dem WM-Achtelfinale zwischen Deutschland und Algerien sind die Sicherheitsvorkehrungen in Frankreich massiv verschärft worden. Nach dem letzten Algerien-Spiel waren mehr als 70 Randalierer festgenommen worden. Für die Begegnung am Montagabend um 22 Uhr rief die französische Regierung die Fans zur Ruhe auf.

Harlem Desir, Frankreichs Staatssekretär für europäische Angelegenheiten, forderte die Bevölkerung auf, friedlich zu feiern und keine Gewalt aufkommen zu lassen. Er warnte zugleich vor Naivität und versicherte, dass Ausschreitungen nicht zugelassen würden.

Allein in der Großstadt Lyon sollen nun über 500 Polizisten und Soldaten die Lage sichern - das sind mehr als zu Neujahr oder zu besonders problematischen Begegnungen im französischen Fußball.

Als Algeriens Wüstenfüchse sich im Spiel gegen Russland für das Achtelfinale qualifizierten, kam es in Lyon, Paris und im südfranzösischen Marseille zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei. In der Pariser Innenstadt attackierten Dutzende Randalierer Polizisten, die mit Tränengas gegen die Fußballfans vorgingen. Im Großraum Lyon wurden Geschäfte geplündert, Feuerwehrleute attackiert und Dutzende Fahrzeuge in Brand gesetzt.

Die Parteiführerin des rechtspopulistischen Front National, Marine Le Pen, hatte nach den Ausschreitungen striktere Migrationsgesetze und ein Ende der doppelten Staatsbürgerschaft gefordert. Die Algerier stellen mit mehr als 700.000 Menschen den größten Anteil der Zuwanderer in Frankreich.

ler/vek/SID/AFP



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