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Deutschland-Besuch: Obamas Redepläne in Berlin sorgen für Unmut

Die Planungen für Barack Obamas Rede in Berlin sorgen für Ärger. Noch hat der US-Präsidentschaftsbewerber nicht bestätigt, dass er vor der Siegessäule sprechen wird - doch schon jetzt kritisieren Politiker von FDP und Union die Symbolik. Grund: die Rolle des Ortes in der Nazi-Zeit.

Berlin - Es geht nur um eine Rede, aber die Details werden bislang gehütet wie ein Staatsgeheimnis: US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama wird am Donnerstag in Berlin erwartet - und wahrscheinlich an der Siegessäule reden, so hatte es etwa die "Berliner Zeitung" berichtet. Ursprünglich wollte der US-Demokrat am Brandenburger Tor reden, doch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Bedenken. Dies sei kein geeigneter Ort für einen Wahlkämpfer, signalisierte Merkel - daraufhin suchte das Obama-Team nach alternativen Orten, den genauen Ablaufplan will das Team demnächst bekannt geben.

US-Präsidentschaftsbewerber Obama: Auftritt an der Siegessäule?
AP

US-Präsidentschaftsbewerber Obama: Auftritt an der Siegessäule?

Obwohl das exakte Programm noch nicht bekannt ist, distanzieren sich bereits Politiker von Union und FDP von den möglichen Plänen Obamas. "Die Siegessäule in Berlin wurde von Adolf Hitler vom Reichstag weg auf ihren heutigen Platz gestellt. Sie war für ihn das Symbol deutscher Überlegenheit und siegreicher Kriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich", sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle der "Bild am Sonntag". Ihm stelle sich die Frage, "ob Barack Obama richtig beraten war, die Siegessäule als Redeort für seine Visionen einer Welt der Zusammenarbeit zu wählen", sagte Brüderle.

Die Säule erinnert an die Siege Preußens gegen Dänemark (1864), Österreich (1866) und Frankreich (1870/71) und stand ursprünglich in der Nähe des heutigen Reichstages.

Ähnlich äußerte sich Andreas Schockenhoff, Vizevorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag: "Die Berliner Siegessäule auf dem Großen Stern ist dem Sieg über Nachbarn gewidmet, die heute unsere europäischen Freunde und Verbündeten sind. Das halte ich für eine unglückliche Symbolik", sagte der CDU-Politiker.

Am Samstag besuchte Obama bei einer seiner ersten Stationen der mehrtägigen Auslandsreise Afghanistan. Zusammen mit den beiden Senatskollegen Jack Reid und Chuck Hagel verschaffte sich Obama einen persönlichen Eindruck von der Sicherheitslage vor Ort. Die Politiker seien auf dem Stützpunkt Bagram bei Kabul von US-General Jeffrey Schloesser empfangen worden, der das Kommando über die Nato-geführten Truppen im Osten des Landes sowie sämtliche US-geführte Koalitionstruppen in Afghanistan hat, teilte das Militär mit. Obama selbst hatte unmittelbar vor seinem Abflug angekündigt, er wolle sich bei den Soldaten für deren "heldenhafte Arbeit bedanken".

Die Situation in Afghanistan machte Obama in den vergangenen Wochen immer wieder zum Thema. Der Regierung von Präsident George W. Bush wirft er vor, sie lasse dem dortigen Einsatz im Vergleich zu jenem im Irak nicht ausreichend Aufmerksamkeit zukommen.

Im Falle seines Wahlsiegs im November plant er daher, 7000 weitere Soldaten in die Region zu schicken.

Außenpolitisches Profil schärfen

Auf seiner Auslandsreise wird Obama auch im Irak, in Jordanien, Israel, Frankreich und Großbritannien erwartet. Der Senator aus Illinois will damit sein außenpolitisches Profil schärfen.

Wann genau Obama im Irak eintrifft, ist bislang unklar. Von dort erhielt er bereits Unterstützung für seine Vorstellungen, was den Abzug der amerikanischen Truppen angeht. Ministerpräsident Nuri al-Maliki begrüßte den Zeitplan des 46-Jährigen. "Der US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama spricht von 16 Monaten. Das, finden wir, wäre der richtige Zeitraum für den Abzug, geringe Abweichungen vorbehalten", sagte Maliki in einem SPIEGEL-Interview.

hen/ddp/Reuters/dpa

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