Hamburg - Deutschland will die nigerianische Armee dabei unterstützen, eine zentrale Fahndungsstelle im Anti-Terrorkampf aufzubauen. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, soll ein deutscher Verbindungsmann des Bundeskriminalamts (BKA) in die Hauptstadt Abuja reisen. Dort soll er erfassen, inwieweit Nigeria auf deutsche Expertise angewiesen ist.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte am Freitag in Abuja erklärt, Deutschland wolle mit Nigeria im Anti-Terrorkampf zusammenarbeiten.
Im neuen Anti-Terror-Zentrum sollen dem Bericht zufolge alle Fahndungsinformationen von Militär, Geheimdiensten und Polizei aus dem Land zusammenlaufen - auch die von ausländischen Geheimdiensten. Die USA boten ebenfalls an, Nigeria zu unterstützen. Außenminister Olugbenga Ashiru habe angekündigt, ein Team nach Deutschland zu entsenden. Es solle Einzelheiten der Zusammenarbeit erörtern.
Übergriffe islamistischer Rebellen der Gruppe Boko Haram halten Nigeria seit Monaten in Atem. Die Islamisten kämpfen für einen islamischen Gottesstaat im überwiegend muslimischen Norden Nigerias. Boko Haram bedeutet in der lokalen Hausa-Sprache "westliche Erziehung ist verboten". Die militante Gruppe, die sich auch "nigerianische Taliban" nennt, lehnt jeden westlichen Lebensstil ab und hat in den vergangenen Jahren immer wieder schwere Anschläge verübt. Ziel sind vor allem Christen.
Allerdings werfen Nichtregierungsorganisationen der nigerianischen Armee im Kampf gegen die Islamisten schwere Verstöße gegen die Menschenrechte vor. Erst am Wochenende sollen Angehörige der Armee in der mehrheitlich muslimischen Stadt Maiduguri im Nordosten des Landes mehr als 40 junge Männer hingerichtet haben.
kha/dapd
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