Außenminister Maas Deutschland will Uno-Palästinenserhilfswerk mehr Geld geben

Die USA haben ihre Spenden an die UNRWA drastisch reduziert, dem Palästinenserhilfswerk der Uno geht das Geld aus. Nun hat Außenminister Maas eine Aufstockung der Mittel in "substanzieller Höhe" angekündigt.

UNRWA-Schule im Westjordanland
ALAA BADARNEH/EPA-EFE/REX/Shutterstock

UNRWA-Schule im Westjordanland


Die USA kürzten bereits im Januar ihre Zahlungen an das Uno-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA). Zudem soll das Weiße Haus darüber nachdenken, Millionen Palästinensern den Flüchtlingsstatus abzuerkennen. Nun will die Bundesregierung das Palästinenserhilfswerk deutlich mehr unterstützen.

Wie aus einem Schreiben von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) an seine EU-Kollegen hervorgeht, wird derzeit die "Bereitstellung weiterer Mittel in substanzieller Höhe" vorbereitet. Weil dies aber auch noch nicht ausreiche, um das aktuelle Defizit von 217 Millionen Dollar (186 Millionen Euro) auszugleichen, sollte auch die Europäische Union weitere Anstrengungen unternehmen.

Das UNRWA leiste einen entscheidenden Beitrag zu Versorgung von Menschen und sei somit auch für die Stabilität in den Region von großer Bedeutung, schrieb Maas. Ein Ausfall der Organisation könne eine "nicht kontrollierbare Kettenreaktion" auslösen.

Dieses Jahr bereits 81 Millionen Euro aus Berlin

Das UNRWA wurde 1949 gegründet und unterstützt nach eigenen Angaben mehr als fünf Millionen Palästinenser in den Palästinensischen Autonomiegebieten sowie in Syrien, Jordanien und im Libanon. Ein Schwerpunkt der Arbeit sind Nahrungsmittelhilfen für die Menschen im Gazastreifen.

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sind die Lebensumstände der rund zwei Millionen Einwohner dort unerträglich. Sie leiden auch unter massiven Stromausfällen, verdrecktem Grundwasser und hoher Arbeitslosigkeit.

Deutschland hat dem UNRWA laut Maas in diesem Jahr bereits 81 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Wie viel zusätzliches Geld nun genau mobilisiert wird, ließ der SPD-Politiker in seinem Brief offen.

dop/dpa



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