Addis Abeba/Berlin - Eine dritte Transall-Maschine der Bundeswehr soll sich noch am Dienstag auf den Weg nach Mali machen, um den Militäreinsatz in dem westafrikanischen Land zu unterstützen - und vor allem: Bald soll auch Geld fließen. Deutschland beteiligt sich mit 20 Millionen Dollar (15 Millionen Euro) an dem afrikanisch geführten Militäreinsatz (Afisma) in dem Land. Dies gab der Afrikabeauftragte des Auswärtigen Amts, Egon Kochanke, am Dienstag bei der großen internationalen Geberkonferenz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba bekannt. Damit ist Deutschland einer der größten Finanzgeber für die Intervention.
Bislang kündigten nur die USA mit 96 Millionen Dollar (71 Millionen Euro) und Frankreich mit 47 Millionen Euro eine höhere Summe an. Viele Länder wollen massive humanitäre Hilfe leisten, sich jedoch nicht am Militäreinsatz beteiligen. Japan hat zusätzliche 120 Millionen Dollar für die Bekämpfung von Armut und für Vertriebene angekündigt.
Der Vorsitzende der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas, Alassane Ouatarra, geht davon aus, dass zur Finanzierung des Afisma-Militäreinsatzes insgesamt mindestens 950 Millionen Dollar (706 Millionen Euro) benötigt werden. Mindestens 10.000 Soldaten würden benötigt, um das riesige Land aus der Hand von islamistischen Extremisten zu befreien - weit mehr als die ursprünglich geplanten 3300, fügte Ouatarra in Addis Abeba hinzu.
Alliierte Truppen kündigen Fortsetzung ihrer Offensive an
Die Afrikanische Union (AU) hat angekündigt, sich mit 50 Millionen Dollar (37 Millionen Euro) an der Gesamtsumme zu beteiligen. Die Europäische Union gibt 50 Millionen Euro, woran Deutschland nochmals beteiligt ist. Zudem will die EU Militärausbilder entsenden.
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte in Berlin: "Wir werden die Aktivitäten zur Befreiung Malis unterstützen: finanziell, logistisch, humanitär sowie mit Ausrüstung und Know-how zur Ausbildung der malischen Armee." Deutschland trage so dazu bei, "dass der Einsatz nun mehr und mehr ein afrikanisches Gesicht bekommt". Westerwelle fügte hinzu: "Bei aller Richtigkeit des militärischen Einsatzes müssen wir aber auch weiter mit Nachdruck darauf hinarbeiten, dass in Mali ein ernsthafter Verhandlungsprozess in Gang kommt." Langfristig könne es nur eine politische Lösung geben.
Die alliierten Truppen kündigten am Dienstag eine Fortsetzung ihrer Offensive gegen die Islamisten an. Nach der Eroberung der Städte Gao und Timbuktu werde es weiter in Richtung Norden nach Kidal gehen, der letzten großen Stadt in Rebellenhand, sagte ein Offizier in der Hauptstadt Bamako. "Die Zeit ist günstig für die Alliierten."
Zunächst gehe es natürlich um die Sicherung und Kontrolle der wiedereroberten Städte und Gebiete, betonte der Offizier. Die in der afrikanischen Mali-Truppe Afisma vereinigten Streitkräfte würden weiter aufgestockt. In Gao seien Soldaten aus dem Tschad und aus Nigeria. Weitere westafrikanische Soldaten würden bald dazustoßen.
Die französischen und malischen Truppen hatten in den vergangenen Tagen Gao und Timbuktu besetzt. Dabei stießen sie kaum auf Widerstand der Islamisten.
hen/dpa/dapd
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