Der mutmaßliche Produzent des islamfeindlichen Films "Die Unschuld der Muslime" bleibt vorerst in Haft. Dies entschied das zuständige Gericht am Mittwoch bei einer Anhörung in Los Angeles. Zuvor hatte Mark Basseley Youssef, der bisher unter dem Namen Nakoula Basseley Nakoula bekannt war, die ihm vorgeworfenen Verstöße gegen seine Bewährungsauflagen dementiert und sich für unschuldig erklärt. Dieser Ansicht folgte das Gericht nicht: Der 55-Jährige bleibt vorerst in Haft, eine neue Anhörung soll es am 9. November geben.
Die Anhörung am Mittwoch fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, wurde aber per Video in ein anderes Gebäude übertragen. Der Schmähfilm "Die Unschuld der Muslime" hatte in der muslimischen Welt wütende Proteste ausgelöst.
"Mein Mandant war nicht die Ursache für die Gewalt im Nahen Osten", sagte Youssefs Anwalt Steven Seiden nach der Anhörung. "Diese war eindeutig im Voraus geplant." Der Film sei nur ein Vorwand für noch mehr Gewalt gewesen.
Youssef, in den USA lebender koptischer Christ aus Ägypten, war 2009 wegen Bankbetrugs angeklagt und 2010 zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun insgesamt acht Verstöße gegen Bewährungsauflagen vor, darunter Falschaussagen und den Gebrauch von mindestens drei verschiedenen Namen.
Youssef sitzt seit dem 28. September in Haft, eine Freilassung auf Kaution wurde wegen Fluchtgefahr abgelehnt. Als die gewaltsamen Proteste gegen den Film begannen, war er aus seinem Haus in einem Vorort von Los Angeles verschwunden und untergetaucht. Inzwischen haben Terrorgruppen, Religionsführer und ein pakistanischer Minister Prämien für seine Ermordung ausgesetzt.
hen/AFP/dapd
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Mohammed-Video | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH