Überblick Die wichtigsten Texte zum Tod von Fidel Castro

Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Er hatte das sozialistische Land fast 50 Jahre lang regiert. Hier finden Sie unsere Texte vom Wochenende.

AP

Viele Kubaner kennen kein Leben ohne Fidel Castro. Der Tod des Revolutionsführers stürzt sie in tiefe Trauer. In den Straßen von Miami dagegen feiern Exil-Kubaner das Ende des ihnen verhassten Machthabers.

Am Freitagabend war der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro, der die sozialistische Karibikinsel 47 Jahre lang regiert hatte, im Alter von 90 Jahren gestorben.

Castro spaltete die Welt in Anhänger und Gegner. Die einen priesen die sozialen Fortschritte, die er den Kubanern gebracht habe. Die anderen sahen in ihm den Diktator, der politische Gegner gnadenlos verfolgte und niemals freie Wahlen zuließ.

Lesen Sie hier den Nachruf von Katharina Graça Peters: "Der sture Revolutionär".

Die Nachricht vom Tod des legendären Revolutionsführer löste unterschiedliche Reaktionen aus. US-Präsident Barack Obama versicherte den Kubanern, "dass sie in den Vereinigten Staaten einen Freund und Partner haben". Der künftige US-Präsident Donald Trump hingegen nannte Castro einen "brutalen Diktator".

Lesen Sie hier Reaktionen auf Fidel Castros Tod: "Brutaler Diktator, Horror, Exekutions-Kommandos".

Castro widersetzte sich sein Leben lang den Begehren der USA nach Einfluss auf Kuba. Er trotzte während seiner Regierungszeit zehn US-Präsidenten und überlebte zahlreiche Attentatsversuche. Im Kalten Krieg hatte die CIA klare Vorstellungen davon, wie Kubas Staatschef Fidel Castro sterben sollte: getötet von einem Auftragsmörder, einem Tausendsassa - und auf spektakuläre Weise.

Lesen Sie hier die Geschichte von Rüdiger Falksohn über die Anschlagversuche auf Castro: "Gift im Kugelschreiber".

Castro wurde bewundert und gefürchtet für seine Reden und Verhandlungen. Bis zum Morgengrauen pflegte Kubas Staatschef mit Besuchern zu sprechen - insbesondere mit Deutschen. Wenn die allerdings Reformen einforderten, schaltete er auf stur. Walter Haubrich kannte Castro persönlich, Haubrich begleitete Bundeskanzler Gerhard Schröder auf Staatsbesuch nach Kuba.

Lesen Sie hier Walter Haubrichs Erlebnisse mit Castro: "Diskurse in tropischer Nacht".

Wegen einer schweren Krankheit hatte Castro sich 2006 aus der aktiven Politik zurückgezogen. Nach seinem Tod hoffen viele Kubaner, dass sich dessen Bruder Raúl nun emanzipiert und die Öffnung weiter vorantreibt. Doch ob ihm das gelingt, hängt vor allem von der künftigen Politik der USA ab.

Lesen Sie hier die Analyse von Von Jens Glüsing aus Rio de Janeiro: "Vorwärts in die Ungewissheit".

Plakate aus dem Archiv des Autors Lincoln Cushing zeigen, wie das Regime Kubas das Bild vom "Máximo Líder" prägte. Die Poster sind ein spektakulärer Einblick in den Aufstieg und die Herrschaft Castros.

Sehen Sie hier die Propagandaplakate, die zeigen, wie das Bild vom "Máximo Líder" entstand: "Castros Welt"

Kubas Regierung verhängte bis zum kommenden Sonntag Staatstrauer. Dann soll Casto, dessen Leichnam bereits am Samstag eingeäschert wurde, in der Stadt Santiago de Cuba beigesetzt werden.

Bis dahin wurden Konzerte und Baseballspiele abgesagt, Tanzveranstaltungen und Alkoholausschank verboten.

Die Leiche des "Máximo Líder" wurde am Samstag eingeäschert. Am Montag und Dienstag können die Kubaner am Denkmal für den Nationalhelden José Martí in Havanna Abschied von Castro nehmen. Für Dienstag ist eine Massenkundgebung auf dem Revolutionsplatz geplant.

Anschließend wird die Urne mit der Asche in einem viertägigen Trauerzug über verschiedene Städte und Ortschaften zur 900 Kilometer von Havanna entfernten Stadt Santiago de Cuba gebracht. Am kommenden Sonntag soll die Urne dort auf dem Friedhof Santa Ifigenia beigesetzt werden.

SPIEGEL BIOGRAFIE 3/2016
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boj/dpa

insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
priscaya 27.11.2016
1.
Sicher alles wahr, aber müssen wir ihn jetzt zum Märtyrer machen? Gibt's keine anderen Themen?
Mara Cash 27.11.2016
2. Verlorene Jahre das kubanische Volk
Ich selbst hielt Castro schon immer für einen bornierten Kommunisten, der auf brutalen Machterhalt aus war und ausbaden mussten es einige Generationen des kubanischen Volkes, die in Armut und ohne nennenswerten Fortschriit leben mussten. Für die Kubaner kann es nur besser werden...
kalim.karemi 27.11.2016
3. Castro
War am Ende nicht besser als sein Vorgänger Batista, auch der ist als volksbefreier angetreten und hat sich als Diktator geoutet. Nichts anderes war Castro, ein Diktator aber ein roter. Die Erfahrung zeigt, dass diese mit Samthandschuhen behandelt und mythologisiert werden. Castro war nicht besser als jeder dieser Brüder, Mörder und Tyrannen. Wenn Kuba Jett angeblich trauert, gibt's in Florida jetzt sicher Volksfeste.
Afrojüdischer_Sozi-Sinti 27.11.2016
4. Castro war ein Diktator
Die Schuld dafür aber nicht bei ihm allein. Die USA (und ihre Verbündeten) haben während des kalten Krieges mit dazu beigetragen. Denn man hatte weder politische Alternativen anzubieten noch unterstützte man Unabhängkeits- und Entkolonialisierungsbewegungen. Im Gegenteil: Selbst demokratisch gewählte Staatsoberhäupter wurden abgesetzt und gemeuchelt und religiöse Fundamentalisten und Faschisten unterstützt. Wenn die Menschen in Figuren wie Castro aber auch radikalislamische Bewegungen Hoffnung sehen, ist dies auch stets darauf zurückzuführen, dass die westliche Außenpolitik alle möglichen Wege in Freiheit und Unabhängigkeit aktiv versperrten. Die meisten bedeutenden politischen Konflikte dieser Zeit sind, neben der voreiligen und überstürzten Abwicklung der Sowjetunion, nichts weiter als die Folgen der dieser von einer "roten Angst" geleiteten Außenpolitik. Man kann es doch allen Orten wieder beobachten: Der kapitalistische Übermut führt die Menschheit erneut an den Abgrund in Form religiös-fundamentalistischer und faschistischer Wahnvorstellungen. Anstatt sich Gedanken darüber zu machen wie es im inzwischen machtpolitisch eher unbedeutenden Kuba weitergeht, sollten wir uns lieber fragen wie es allgemein weitergehen soll. Die von Überheblichkeit und Siegestrunkenheit geprägte Abwicklung der ehem. Sowjetstaaten hat dort nun auch nicht wirklich Paradieswelten von Demokratie und Rechtstaatlichkeit geschaffen. Im Gegenteil - in weiten Teilen tragen korrupte Oligarchen ihre persönlichen Machtkämpfe auf dem Rücken von Millionen aus, die sich in faschistische und religiös fundamentalistische (Alb-)Traumwelten flüchten. Das kann doch nicht ernsthaft der Ausdruck von Freiheit sein, der von notorischen Antikommunisten/-Sozialisten als ach so grandiose "Alternative" verkauft wird.
immelmann 27.11.2016
5. Erstaunlich
Beisetzung in Santiago de Cuba? Kein Platz bei den Companeros in Santa Clara?
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