Diplomatie USA entschuldigen sich bei Puppenspieler Berlusconi

"Bekannt für Korruption und Lasterhaftigkeit" - so wurden mitreisende Journalisten während der Reise von US-Präsident Bush nach Italien gebrieft. Regierungschef Berlusconi werde von vielen als "politischer Dilettant" angesehen - nun hat sich Washington bei Rom entschuldigt.


Toyako - In einem Entschuldigungsschreiben des stellvertretenden Sprechers des Weißen Hauses, Toni Fratto, heißt es, die Pressemappe für die mitreisenden Journalisten von US-Präsident George W. Bush bei dessen Rom-Besuch enthalte eine "nicht offizielle Biografie" Berlusconis, die ihn und das italienische Volk beleidige. Die Darstellungen entsprächen nicht "der Sichtweise von Präsident Bush" und seien ein "unglücklicher Fehler".

Berlusconi wird in der Kurzbiografie als Vertreter eines Landes dargestellt, "das bekannt ist für Korruption und Lasterhaftigkeit".

Der Regierungschef werde von vielen in seinem Land gehasst und als "politischer Dilettant" angesehen. Schon als Kind habe er eine "Leidenschaft fürs Geld" entwickelt und für Puppenspiele Geld eingenommen. Später habe er als Student gegen eine Gebühr für andere Studenten Seminararbeiten geschrieben, Staubsauger verkauft und als Sänger auf einem Kreuzfahrtschiff gejobbt. Ausführlich wird Berlusconis Verwicklung in Korruptionsprozesse geschildert.

asc/dpa



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