Russland Putin schlägt Medwedew als Premier vor

Russlands Regierungschef Dmitrij Medwedew soll im Amt bleiben. Präsident Wladimir Putin hat seinen 52-jährigen Vertrauten erneut für eine Kandidatur vorgeschlagen. Nun muss die Duma entscheiden.

Dmitrij Medwedew
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Dmitrij Medwedew


Der russische Präsident Wladimir Putin hat erneut Dmitrij Medwedew für das Amt des Ministerpräsidenten nominiert. Putin habe der Duma, dem Unterhaus des Parlaments, die Kandidatur Medwedews zur Zustimmung vorgelegt, teilte der Kreml mit. Medwedew war bereits von 2012 bis 2018 Ministerpräsident, von 2008 bis 2012 hatte er das Präsidentenamt inne.

Putin wurde zuvor zum vierten Mal als Präsident Russlands vereidigt. Mit der Hand auf der russischen Verfassung legte er bei einer feierlichen Zeremonie im Kreml den Eid ab. "Ich betrachte es als meine Aufgabe und als meinen Lebenssinn, mein Möglichstes für Russland zu geben, in der Gegenwart und in der Zukunft", sagte er im Anschluss. Putin steht damit für sechs weitere Jahre an der Spitze des Staates.

Er sei sich seiner "kolossalen Verantwortung" vollkommen bewusst, sagte Putin und dankte den Russen für ihre "aufrichtige Unterstützung". Als Staatschef werde er "alles tun, um Russlands Macht, Wohlstand und Ruhm zu mehren".

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Der 65-Jährige hatte die Präsidentschaftswahl im März mit fast 77 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Er ist bereits seit dem Jahr 2000 als Staats- oder als Regierungschef an der Macht. Sein jetziges Mandat läuft bis zum Jahr 2024.

Am Samstag hatte es in Russland landesweite Proteste gegen Putins erneute Amtseinführung gegeben. Dabei wurden nach Angaben der Bürgerrechtsorganisation OVD-Info fast 1600 Demonstranten festgenommen - darunter auch Putins Widersacher Alexej Nawalny. Der Oppositionspolitiker war von der Präsidentschaftswahl ausgeschlossen worden.

mho/Reuters/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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Redigel 07.05.2018
1.
Na das kommt jetzt völlig unerwartet
martinm_de 07.05.2018
2. so überraschend
wie Sonntag nach Regen
mischamark 07.05.2018
3. Einfallslosigkeit
Man spricht schon von Putin als "lame duck" Präsident, der nicht mehr den Mumm hat, notwendige Reformen anzugehen. Wenn Pavel Grudinin keinen Posten in der neuen Administration erhält, bedeutet das, dass sich der neue und alte Präsident nicht wirklich für das interessiert, was das Volk bewegt. Wer die Wahlen im russischen Internet mitverfolgt hat, wird wissen von was ich spreche. Allerdings gestehe ich Putin zu, dass es in der augenblicklichen politischen Grosswetterlage wohl keine gute Idee ist, die Regierung von Grund aus zu erneuern. Bereits der Abgang von Lavrov kann weiter destabilisierend wirken. Man muss Putin auch zugute halten, dass er sich international bis jetzt sehr defensiv verhalten hat. Liegt wohl auch an seinem Werdegang, wo keine riskanten Alleingänge erwünscht ist. Pikant ist halt, dass er jetzt selbst der Boss ist, und sich quasi selbst Befehle geben muss.
Rüdiger IHLE, Dresden 07.05.2018
4. Na wenn das keine faustdicke Überraschung ist ! ?
Putin schlägt Medwedew als Premier vor ... Die Verarschung des gesamten russischen Volkes durch dieses Wechselspielchen Putin - Medwedev geht weiter ...
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