Wegen Falschaussage 14 Tage Haft für Trumps Ex-Wahlkampfberater

Der Ex-Berater von Donald Trump, George Papadopoulos, wurde wegen Falschaussage in den Ermittlungen zur Russlandaffäre verurteilt. Derweil will der US-Präsident das Justizministerium wegen einer anderen Ermittlung einschalten.

Trumps ehemaliger Wahlkampfberater George Papadopoulos (mit Ehefrau Simona Mangiante)
AFP

Trumps ehemaliger Wahlkampfberater George Papadopoulos (mit Ehefrau Simona Mangiante)


George Papadopoulos, ein ehemaliger Berater Donald Trumps im Wahlkampf, ist zu 14 Tagen im Gefängnis verurteilt worden, weil er im vergangenen Jahr Bundesagenten belogen haben soll. Diese hatten ermittelt, ob Wahlkampfmitarbeiter sich vor der Wahl mit Russland abgestimmt haben.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, Papadopoulos habe wegen seiner Kontakte mit Russen im Wahlkampf nicht die Wahrheit gesagt, "um wohl seine eigene Rolle als Zeuge und auch das Ausmaß der Kenntnis seiner Kontakte unter den Mitarbeitern herunterzuspielen."

Zu diesen Kontakten zählte auch der in London lebende Professor Joseph Mifsud. Dieser soll ihm mitgeteilt haben, die Russen hätten "Schmutz" gegen Trumps damalige Rivalin Hillary Clinton in der Hand - und zwar "Tausende von E-Mails".

Russland hat die Vorwürfe der USA zurückgewiesen, sich in die Kampagne eingemischt zu haben. US-Präsident Trump bestreitet ebenfalls die geheime Absprache.

Papadopoulos hatte sich 2017 schuldig bekannt

Die Staatsanwälte hatten den Richter aufgefordert, eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten zu verhängen. Die Lügen von Papadopoulos hätten ihre Ermittlungen behindert und er habe nicht kooperiert.

Zusätzlich zur Gefängnisstrafe wurde Papadopoulos zu einem Jahr der Entlassung unter Aufsicht und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Zudem wurde er verurteilt, eine Geldstrafe von 9500 Dollar zu zahlen.

Vor Gericht ist er zum ersten Mal wieder öffentlich aufgetreten, nachdem er sichim Oktober 2017 schuldig bekannt hatte.

"Ich hoffe auf eine zweite Chance habe, um mich selbst zu rehabilitieren", sagte Papadopoulos dem Richter bei der Anhörung. "Ich habe einen schrecklichen Fehler gemacht, aber ich bin ein guter Mann", sagte er.

Auch vor Gericht kritisierte sein Anwalt Trump dafür, dass er die Russlandaffäre als Fake News und als Hexenjagd bezeichnet hatte.

Trump will "NYT"-Artikel zum Justiz-Fall machen

Die Ermittlungen zur Russlandaffäre bringen den Präsidenten in Bedrängnis. Zudem ist zuletzt ein Artikel in der "New York Times" aufgetaucht, in dem ein hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses über Insiderinformationen aus dem Weißen Haus berichtet.

Innerhalb der Administration gebe es demnach einen Zirkel von Menschen, die heimlich daran arbeiteten, Trump zu kontrollieren und ihn von größeren Dummheiten abzuhalten. Trump will diesen anonymen Gastbeitrag nun zu einem Fall für die obersten Justizbehörden machen.

Trump hat am Freitag vor Journalisten an Bord der Air Force One gesagt, er werde Justizminister Jeff Sessions auffordern zu untersuchen, wer den Artikel verfasst habe. Die Kolumne sollte als Angelegenheit der nationalen Sicherheit behandelt werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war im Bild - anders als beschrieben - nicht Papadopoulos, sondern sein Anwalt zu sehen.

cop/Reuters/dpa/AP



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