US-Präsidentschaftskandidatur Trump ändert seine Meinung über Folter

Gerade hatte Donald Trump in einer TV-Debatte noch Foltermethoden wie Waterboarding verteidigt. Jetzt macht der Präsidentschaftsanwärter laut "Wall Street Journal" plötzlich eine Kehrtwende.

Donald Trump
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Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump gibt sich staatsmännisch. Er korrigiert seine Positionen zu Folter und Antiterrormaßnahmen in zentralen Punkten um 180 Grad.

Noch am Donnerstag hatte Trump in der TV-Debatte der Republikaner in Detroit gesagt, er halte an seiner Unterstützung von Waterboarding (eine Foltermethode, bei der Ertrinken simuliert wird) und noch härteren Foltertechniken fest. Auch wiederholte er seine Bereitschaft, Familienangehörige von Terroristen zu verfolgen.

Hochrangige Militärs und Geheimdienstler hatten in den vergangenen Tagen öffentlich scharfe Kritik an Trump geäußert. Sie machten deutlich, dass es sich bei den von ihm propagierten Maßnahmen um Kriegsverbrechen handele, die internationales Recht brächen und sich gegen alles wendeten, wofür die USA in der Welt einstünden.

Trump teilte mit: "Ich werde niemanden aus dem Militär bitten, das Recht zu missachten. Es ist klar, dass ich als Präsident wie alle Amerikaner an diese Gesetze gebunden bin, und ich werde diese Verantwortung wahrnehmen."

Er verstehe, dass die USA an Recht und Verträge gebunden seien, zitierte das "Wall Street Journal" aus einem Statement Trumps. Er werde das Militär oder andere Offizielle nicht anweisen, dieses Recht zu brechen. Er werde in diesen Fragen ihren Rat suchen.

Am Abend schied ein weiterer republikanischer Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur aus dem Rennen. Der 64-jährige Ben Carson gab seine Ambitionen auf. Damit sind neben Trump nur noch drei Bewerber bei den Konservativen übrig: Ted Cruz, Marco Rubio und John Kasich. Carson war als einer von 17 Bewerbern im republikanischen Feld gestartet. Nach ersten Erfolgen in Umfragen stürzte der Quereinsteiger steil ab, nachdem große Lücken vor allem bei seiner außenpolitischen Kompetenz sichtbar geworden waren.

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brt/dpa

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