Trumps Reaktion auf britische Kritik "Kümmern Sie sich nicht um mich..."

Die Regierung in London hat Donald Trump dafür kritisiert, Videos einer britischen Islam-Feindin verbreitet zu haben. Nun revanchierte sich der US-Präsident mit einem Tweet an Theresa May - und vertippte sich erst mal.

May und Trump in Brüssel (Mai 2017)
REUTERS

May und Trump in Brüssel (Mai 2017)


US-Präsident Donald Trump ist offensichtlich verärgert. Er hatte via Twitter drei Videos einer antiislamischen Gruppierung aus Großbritannien geteilt - und war dafür vielfach kritisiert worden. Die britische Premierministerin Theresa May beispielsweise ließ über ihren Sprecher mitteilen: "Es ist falsch vom US-Präsidenten, das getan zu haben."

Das ließ Trump nicht lange auf sich sitzen, in der Nacht zu Donnerstag reagierte er - wieder via Twitter - auf die Kritik. An May gewandt schrieb er: "Kümmern Sie sich nicht um mich, kümmern Sie sich um den zerstörerischen radikalislamischen Terrorismus im Vereinigten Königreich. Wir kommen schon klar!"

Trump brauchte zwei Anläufe, um seine Botschaft korrekt loszuwerden. Den ersten Tweet adressierte er an @theresamay - ein Twitter-Account, der einer anderen Nutzerin gehört. Der verifizierte Account der Premierministerin lautet @theresa_may, wie es Trump in seinem zweiten Tweet dann auch richtig erwähnte. Der erste wurde inzwischen gelöscht.

Screenshot von Trumps Twitter-Account mit beiden Nachrichten an May
@realDonaldTrump/Screenshot SPIEGEL ONLINE

Screenshot von Trumps Twitter-Account mit beiden Nachrichten an May

Der US-Präsident hatte zuvor auf seinem Twitter-Account kommentarlos drei islamophobe Videos der Britin Jayda Fransen geteilt. Darin sind gewalttätige Übergriffe auf Menschen und die Zerstörung einer Marienstatue zu sehen. Im Begleittext hieß es, die Täter seien Muslime.

Fransen ist stellvertretende Vorsitzende der rechtsextremen Gruppierung "Britain First". Vor einem Jahr verurteilte ein britisches Gericht sie wegen Beleidigung einer Muslimin. Fransen unterliegt zudem einem gerichtlich verhängten Zutrittsverbot zu Moscheen und anderen Einrichtungen in England und Wales. Nun bedankte sie sich per Videobotschaft bei Trump für die Weiterverbreitung der drei Videos. Seine Nachricht an May kommentierte sie mit den Worten: "Gut gesagt, Mr President!"

"Die Fakten zählen"

Aus dem In- und Ausland wurde hingegen deutliche Kritik an Trump laut. Neben Großbritannien reagierten beispielsweise auch die Niederlande - in einem der drei Videos wird ein niederländischer Junge auf Krücken verprügelt, "Britain First" behauptet, der Täter sei Muslim. "Die Fakten zählen", schrieb dazu die niederländische Botschaft in den USA. "Der Täter in diesem Video ist in den Niederlanden geboren und aufgewachsen. Er ist nach niederländischem Recht bestraft worden."

Die Sprecherin des Weißen Hauses wies die Kritik an Trump zurück: Es gehe nicht um den Wahrheitsgehalt der Videos, sagte Sarah Sanders. "Die Bedrohung ist real, davon spricht der Präsident." Es gehe um die Notwendigkeit nationaler Sicherheit und militärischer Ausgaben. "Das sind sehr reale Dinge, es gibt nichts Falsches daran."

Der stellvertretende Sprecher des Weißen Hauses, Raj Shah, versuchte hingegen, die Wogen zu glätten. Trump habe "großen Respekt" vor dem britischen Volk und Premierministerin May, sagte Shah vor Journalisten. Das war vor Trumps Tweets an May.

aar/dpa



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aurichter 30.11.2017
1. Diese Sprecherin
von Trump - diese Sanders - scheint in meinen Augen noch verwirrter zu sein als der gechaste Vorgänger! "Es geht nicht um den Wahrheitsgehalt dieser Videos, sondern um die Botschaft", welche Botschaft soll es denn letztendlich seinen? Daran ist doch nur all zu deutlich zu erkennen, dass diese Kriegstreiber an der Wahrheit nicht im Geringsten interessiert sind! Ein Powell oder Cheeney aus der Bush-Riege hätten doch bei Trump einen Sonderstatus für ihre Volksverdummung erklommen. Genau diese Charakter passen zum größten Twitter-Presidenten aller Zeiten. Dies ist so ziemlich das Einzige, was der Mann relativ gut kann, dummes Zeug über sein Lieblingsspielzeug weltweit zu verbreiten. Was würde wohl passieren, wenn dem presentialen Wirrkopf das Smartphone genommen wird? Stell mir gerade vor, wie der ähnlich dem CNN GIF die Flure des White House in Trümmer legt. Es tauchen immer mehr Parallelen zum Bestseller auf, da werden durchaus Situationen auf, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein Konflikt, sowohl mit dem Gnom der DRK als auch mit weiteren Ländern aus dem Nahen Osten sind deshalb durchaus vorstellbar. Über Korruption und monetäre Machenschaften sagt das Buch zumindest in Ansätzen ebenfalls eine Menge aus. Kann das Buch nur Jedem empfehlen. Ein Kushner gerät auch ständig weiter in die Enge, da muss Trump eben weitere Tretminen zur Ablenkung auslegen, so dass diese Provokationen nicht überraschend kommen. Wird demnächst noch heftiger, bspw wenn ein Moore in Alabama gegen den. Demokraten Jones den Kürzeren zieht, weitere Abgänge aus der Rep-Riege werden folgen. Der weit entfernte Beobachter freut sich auf die MidTerms, da wird es noch gewaltig krachen. Wenn die Demokraten schlau sind, dann erstellen sie eine aussagekräftige Liste in den Worten eines Trump, der den alten, grauen Veteranen, den sogenannten Abgehängten und den Frauen deutlich zeigt, was durch Trump direkt und schmerzhaft schlechter geworden ist für sie! Diese Trumpsprache wird dann genügend Abnehmer finden und denen vor Augen halten, was für ein maßloser Blender dieser President incl Entourage eigentlich ist. Darüberhinaus eine weitere Aufzählung an Maßnahmen, die nur dem Immobilienmogul und seinen schwerreichen "Freunden" zugute kommen, ebenfalls in seinem Wahlkampfsprech, in denen er die Gegner angegriffen hat und was daraus geworden ist. Diesen Blender kann man nur mit seinen unlauteren Mitteln schlagen, so wie es bislang gelaufen ist wird das nichts. Man sieht doch gerade hier ganz deutlich, dass Ihm selbst Kritik nur als Vorlage für weitere Ausfälle dienen, als warte er förmlich darauf, was vermutlich auch stimmt. Ein weiteres Mittel wäre es, diesen Mann über Grenzen hinweg im Schulterschluß zu ignorieren, auf Kommentare und Aussagen gerade bei Twitter, keinerlei Gegenreaktion zu leisten, dies irritiert diese Narzissten im höchsten Maß und würde für weitere Wutausbrüche sorgen. Sollte mal irgendjemand bei der EU auf's Tablett bringen.
fördeanwohner 30.11.2017
2. -
Da fehlen einem die Worte. Und wenn dann noch Sprecher des US-Präsidenten so argumentieren, dass es nicht wichtig sei, ob etwas wahr ist, wenn es doch real ist, dann kann man nur fordern, dass alle Verantwortlichen im Weißen Haus, allen voran Trump selbst, einmal auf ihre geistige Verfassung überprüft werden. Am Schlimmsten ist es aber, dass das so durchgeht, da weder die Staatsführungen des UK oder der NL dagegen etwas ausrichten können, noch die US-Bevölkerung sich groß daran stört. Ergänzung: Leute wie Trump sind ebenso verantwortlich dafür, wenn auch die Gesellschaft in Deutschland verroht. Darum ging es ja gestern bei Maischberger. Irgendwie hängt das alles zusammen. Und dann lädt man auch noch eine Frau Weidel ein. Ernsthaft, damit tut man uns keinen Gefallen.
dirk1962 30.11.2017
3. Auf der nach oben offenen Skala
von Dummheit und Unfähigkeit ist Trump ganz weit vorne. Niemand wird sich noch wundern, das dieser hirnlose Wicht nichts auf die Reihe bekommt. Kaum vorstellbar, dass ein Trump in der Lage ist die Situation mit Nordkorea zivilisiert zu deeskaliert.
Ein_denkender_Querulant 30.11.2017
4. Euroamerikaner
Vielleicht sollten man mehr Gewaltanwendungen und Folter Videos der Euroamerikaner in Twitter einstellen? Dieses Würstchen von Trump wird immer ungeheuerlicher. Wie wird die Weltgemeinschaft reagieren, wenn dieser Staatsterrorist Atombomben auf Korea schmeißt?
g.eliot 30.11.2017
5. The New Low
Was Trump sich da geleistet hat, wäre damit vergleichbar, dass er Inhalte aus der Website der deutschen Neonazis auf sein Twitter-Account heruntergeladen hätte. Primitiv, unterste Schublade. Tiefer kann das Niveau nicht mehr sinken, so heißt das schon lange, aber er übertrifft sich selbst immer wieder, auf dem Weg zu "a new low".
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