Russlandaffäre Befragung durch Ermittler Mueller "eher unwahrscheinlich" - Trump windet sich

Noch im Sommer war er zu "100 Prozent" bereit. Jetzt hat US-Präsident Donald Trump seine Bereitschaft, vor Sonderermittler Mueller zur Russlandaffäre auszusagen, relativiert.

Donald Trump
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US-Präsident Donald Trump hat seine Zusage, sich von Russland-Sonderermittler Robert Mueller befragen zu lassen, überraschend eingeschränkt.

Es sei "eher unwahrscheinlich", dass er Mueller ein Interview zur möglichen russischen Einflussnahme auf sein Wahlkampfteam geben werde. Schließlich habe "niemand Belege für Absprachen auf irgendeiner Ebene gefunden", erklärte Trump.

Robert Mueller
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Das Team von Sonderermittler Mueller hatte den Wunsch geäußert, direkt mit Trump zu sprechen, bislang stand aber weder Format noch Zeitpunkt für ein Interview fest. Trumps Anwälte hatten bislang erklärt, sie seien gewillt, mit dem Ermittlerteam zusammenzuarbeiten.

Russlandaffäre "von US-Demokraten erfunden"

Auch Trump schien bislang dazu bereit. Im Juni hatte der US-Präsident den damaligen FBI-Direktor, James Comey, wegen Russland-Ermittlungen gefeuert. Danach erklärte er, er würde sich "freuen" mit Mueller zu sprechen und sei zu "100 Prozent" bereit, unter Eid seine Sicht der Dinge darzustellen.

Bislang resultieren aus den Ermittlungen Muellers vier Anklagen gegen ehemalige Mitglieder der Trump-Kampagne, unter anderem wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin mit Kontakten zum Kreml. Sie hatte der Kampagne belastendes Material über Hillary Clinton angeboten und war daraufhin in den Trump Tower eingeladen worden.

In der gemeinsamen Pressekonferenz mit Norwegens Premierministerin Erna Solberg ließ sich Trump ausführlich über die Russland-Ermittlungen aus. Wiederholt sagte er, es habe "keine Absprachen zwischen dem Trump-Lager und Russland gegeben". Sie seien "eine Erfindung der US-Demokraten", welche die "Regierung beschädigt" habe. Die Nachforschungen hingen wie "eine erfundene Wolke" über der Administration.

cht/AP/dpa

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