Freiheitsstrafen "ungerecht" Trump begnadigt wegen Brandstiftung verurteilte Rancher

Donald Trump hat zwei Viehzüchter begnadigt, die im Gefängnis saßen, weil sie ein Feuer gelegt hatten, um Wilderei zu vertuschen. Der Fall hatte 2016 zum bewaffneten Protest einer regierungsfeindlichen Miliz geführt.

US-Viehzüchter Dwight Hammond Jr.
AP

US-Viehzüchter Dwight Hammond Jr.


US-Präsident Donald Trump hat zwei Rancher begnadigt, deren Verurteilung vor zweieinhalb Jahren massive Proteste einer regierungsfeindlichen Miliz ausgelöst hatte. Das Weißes Haus nannte die Haftstrafen wegen Brandstiftung für den 76-jährigen Dwight Hammond und dessen 49-jährigen Sohn Steven Hammond "ungerecht". Beide seien "hingebungsvolle Familienmenschen" und angesehene Mitglieder ihrer Gemeinde im Westküstenstaat Oregon.

Die Hammonds waren verurteilt worden, weil sie auf staatlichem Grund ein Feuer gelegt haben sollen, um Wilderei zu vertuschen. Dwight Hammond büßte zunächst eine Haftstrafe von drei Monaten ab, sein Sohn eine Strafe von einem Jahr. Ein Berufungsrichter befand die Strafen aber später für zu gering und erhöhte sie auf jeweils fünf Jahre. Sie mussten darauf ins Gefängnis zurückkehren.

Bewaffneter Protest nach Berufungsurteil

Die nachträgliche Erhöhung ihrer Strafe löste zu Jahresbeginn 2016 den bewaffneten Protest einer regierungsfeindlichen Miliz mit dem Namen Citizens for Constitutional Freedom (Bürger für verfassungsrechtliche Freiheit) aus. Zusammen mit anderen Aktivisten besetzten die Milizionäre den Malheur-Wildpark in Oregon 41 Tage lang. Einer der Besetzer wurde von der Polizei erschossen.

Zu den Anführern der Aktion gehörten die Brüder Ammon und Ryan Bundy. Die Bundy-Brüder und andere Besetzer wurden jedoch im Oktober 2016 von einem Bundesgericht überraschend freigesprochen.

Obama-Regierung soll Berufungsantrag bewirkt haben

Das Weiße Haus machte nun die Vorgängerregierung von Präsident Barack Obama für die mehrjährige Inhaftierung der Hammonds verantwortlich. Die fünfjährige Haftstrafe sei durch deren "übereifrigen" Berufungsantrag bewirkt worden.

Die Begnadigung begründete das Weiße Haus auch damit, dass die Beweislage nicht eindeutig gewesen sei. Die Hammonds hatten Brandstiftung bestritten. Nach ihrer Darstellung war ihnen ein Feuer außer Kontrolle geraten, das sie auf ihrem eigenen Grund gelegt hatten, um unter anderem wildwachsende Pflanzen zu bekämpfen.

Trump hat seit seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren bereits eine Reihe von Begnadigungen ausgesprochen. Einige davon sind hochumstritten - so jene des früheren Mitarbeiters im Weißen Haus, Lewis "Scooter" Libby, der in der Amtszeit von Präsident George W. Bush in die Affäre um die Enttarnung einer Geheimagentin verwickelt war, sowie jene des als "härtesten Sheriffs von Amerika" bekannt gewordenen Joe Arpaio.

cop/dpa/AFP



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