Donald Trump "Belgien ist eine wunderschöne Stadt"

Trumps Wissenslücken bereiten US-Republikanern ohnehin schon Sorgen, nun legt der mutmaßliche Präsidentschaftskandidat nach - und schwärmt von der "Stadt Belgien". Auch zu Deutschland hat er was zu sagen.

Trump in Atlanta
REUTERS

Trump in Atlanta


Da steht er also auf dem Podium, Anzug, rot-weiße Krawatte, die Hände fest am Pult, im Hintergrund zahlreiche Flaggen, direkt vor ihm ein Mikrofon: Ganz staatsmännisch also steht Donald Trump in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, er hält eine Wahlkampfrede, es geht dabei unter anderem um Europa. Er sagt: "Also, Belgien ist eine wunderschöne Stadt und ein herrlicher Ort - großartige Gebäude." Er sei mal dort gewesen, "vor vielen, vielen Jahren".

Trump und Belgien - das hat eine Vorgeschichte: Nach den Terrorattacken in Brüssel hatte sich der Republikaner in extrem herabwertender Weise über die Stadt geäußert. Brüssel sei eine "schreckliche Stadt", ein "totales Desaster", ein "bewaffnetes Lager" unter der Kontrolle von Kriminellen. Auf seine Worte von damals kam Trump nun in Atlanta selbst zu sprechen.

Vor ein paar Monaten habe er ein Statement abgegeben, "nach dem Motto, Belgien ist ein elendes Loch". Dafür sei er schwer kritisiert worden. "Und dann hatten sie in Belgien dieses massive Problem." Daraufhin hätten die Menschen ihm dann doch recht gegeben. "Ich möchte nicht recht haben. Ich möchte nicht recht haben. Ich möchte nicht recht haben."

Erst vor wenigen Tagen hatte Mitch McConnell, der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat, Trump geraten, einen versierten Kandidaten als seinen Vize auszuwählen. "Er braucht jemanden mit viel Erfahrung und viel Wissen, denn es ist ziemlich offensichtlich, dass er nicht viel über die Themen weiß."

Trump über Deutschland

Bei seinem Besuch in Atlanta sprach Trump nicht bloß über Belgien. Er erneuerte auch seine Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik. "Ein schrecklicher Fehler, ein entsetzlicher Fehler", sagte er.

Er sei sicher, dass Deutschland heute - genau wie er - lieber Milliarden für sichere und "gut gemachte" Schutzzonen für Flüchtlinge in Syrien ausgeben würde, statt diese Asylbewerber ins eigene Land zu lassen. "Alles ist billiger und alles besser als das, was derzeit in Deutschland und anderen Ländern passiert."

Er wisse, dass Menschen wegen der aktuellen Zustände Deutschland verließen, sagte Trump. Dabei hätten ihm alle gesagt, was dieses Land für ein lebenswerter Ort sei. Jetzt aber gehe die Kriminalitätsrate durch die Decke, und die Dinge, die geschähen, seien entsetzlich.

Trump versucht mit dieser Argumentation seinen eigenen Abschottungskurs zu untermauern: Mehr Flüchtlinge bedeuten laut ihm mehr Probleme. Und denen könne man vorbeugen, indem man Flüchtlinge gar nicht erst ins Land lasse. Trumps Rhetorik richtete sich zuletzt vor allem gegen Muslime. Diesen Kurs hatte US-Präsident Barack Obama scharf kritisiert.

Fläche: 30.528 km²

Bevölkerung: 11,209 Mio.

Hauptstadt: Brüssel

Staatsoberhaupt:
König Philippe

Regierungschef: Charles Michel

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aar/dpa

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