Russlandaffäre Jared Kushner soll Justizausschuss geheime E-Mails vorenthalten haben

Der US-Justizausschuss erhöht den Druck auf Trump-Schwiegersohn Jared Kushner. Er soll E-Mails an das Wahlkampfteam über WikiLeaks und Russland nicht offengelegt haben. Kushner bestreitet das.

Jared Kushner
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Jared Kushner, Schwiegersohn und Chefberater von US-Präsident Donald Trump, soll gegenüber dem Untersuchungsausschuss zur russischen Einflussnahme auf die US-Wahl 2016 nicht vollumfänglich kooperiert haben. Der Justizausschuss des Senats forderte Kushner auf, die an ihn gesendeten E-Mails über WikiLeaks und ein geheimes russisches Treffen offenzulegen.

Mit einem Brief hat sich der Justizausschuss an Kushners Anwalt gewandt. Dem Schriftstück zufolge sei die Sammlung von Dokumenten, die er dem Ausschuss zur Verfügung gestellt habe, "unvollständig". Der Ausschuss gab Kushner eine Frist bis zum 27. November, um die zusätzlichen Dokumente vorzulegen.

Die Senatoren merkten weiterhin an, man habe E-Mails von anderen Wahlkampffunktionären vorliegen, die an Kushner weitergeleitet wurden - unter anderem auch die E-Mail-Kommunikation über WikiLeaks.

In dem Brief wird zudem auf E-Mails zu einem geheimen russischen Treffen hingewiesen, die Kushner weitergeleitet, aber nicht an den Justizausschuss des Senats weitergegeben habe. Es ist unklar, auf was für ein Treffen sie sich beziehen. Die Rede ist unter anderem von einer Einladung der Russen zu einem Abendessen.

"Offen für weitere Anfragen"

Kushners Anwalt sagte in einer Erklärung, Kushner habe auf alle Anfragen reagiert. "Wir haben dem Justizausschuss alle relevanten Dokumente zur Verfügung gestellt, die mit Anrufen, Kontakten oder Treffen mit Russen zusammenhängen, die Jared Kushner während des Wahlkampfs hatte", sagte sein Anwalt. "Wir haben den Ausschuss darüber informiert, dass wir offen sind, auf weitere Anfragen zu antworten."

Der Brief kommt zu einer Zeit, in der die Untersuchung des Ausschusses unter parteipolitischen Streitigkeiten ins Stocken geraten sind. Die neue Anfrage zeigt indes, dass die Untersuchungen über die russische Einflussnahme und die Verwicklungen der Trump-Kampagne weitergehen.

Kushner gehört zu den zahlreichen Trump-Beratern, die die Interaktion mit russischen Vermittlern bestätigt hat. WikiLeaks veröffentlichte während des US-Wahlkampfs E-Mails der Demokraten und schadete damit Trumps Konkurrentin Hillary Clinton. Die Vorwürfe geheimer Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Moskau ist ebenfalls Bestandteil der Untersuchungen. Sowohl Trump als auch die russische Regierung weisen die Anschuldigungen zurück.

cop/AFP/Reuters



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