Lateinamerika US-Regierung begrüßt Bolsonaro-Wahl als "positives Signal"

Trumps Sicherheitsberater John Bolton bezeichnet Kuba, Venezuela und Nicaragua als "Troika der Tyrannei". Brasiliens neuer, rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro erhält dagegen Zuspruch aus Washington.

John Bolton
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John Bolton


Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton nannte in einer Rede in Miami Venezuela gemeinsam mit Kuba und Nicaragua eine "Troika der Tyrannei". Die USA würden keine Zugeständnisse mehr an Diktatoren und Despoten in der Region machen, sagte Bolton.

Gleichzeitig bezeichnete er die Wahl von Jair Bolsonaro zum neuen Präsidenten Brasiliens als "positives Signal". Bolsonaro provoziert immer wieder mit rechtsextremen Parolen und Ausfällen gegen Frauen und Minderheiten - und ist ein erklärter Trump-Fan.

So hat der 63-jährige Ex-Militär Maßnahmen angekündigt, die an den US-Präsidenten erinnern: Er will die brasilianische Botschaft in Israel nach Jerusalemverlegen, wie er nun noch mal per Twitter bekräftigte. Der endgültige Status Jerusalems als Hauptstadt ist einer der größten Streitpunkte im Nahostkonflikt.

Und auch bei anderen Politikfeldern ist der neue Präsident auf einer Linie mit Trump. So will er den Einfluss Chinas in seinem Land zurückdrängen und den Waffenverkauf freigeben. Außerdem will Bolsonaro aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen.

Trump hatte Brasiliens neuem Präsidenten nach dessen Wahl umgehend per Telefon gratuliert. "Excellent call", twitterte der US-Präsident danach.

Boltons Zitat über die "Troika der Tyrannei" erinnerte an eine Aussage von Ex-Präsident George W. Bush, der Nordkorea, den Iran und den Irak 2002 als "Achse des Bösen" gebrandmarkt hatte. Bolton, der in der Bush-Regierung arbeitete, unterstrich am Donnerstag jedoch erneut, dass es den USA nicht um eine militärische Intervention in Venezuela gehe.

Trotzdem erhöht die US-Regierung den Druck auf das Land. Trump unterzeichnete am Donnerstag einen Erlass, mit dem es US-Bürgern verboten werden soll, Geschäfte mit Personen und Unternehmen zu machen, die an "korrupten oder betrügerischen" Goldverkäufen aus Venezuela beteiligt seien.

tin/dpa



insgesamt 55 Beiträge
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ODI 01.11.2018
1. Venezuela..
Ist aktuell genau das, eine Tyrannei. Etliche verzweifelte Bewohner versuchen, dass Land zu verlassen. Nahrungsmittel gibt es kaum noch, an (nicht verdorbenes) Fleisch ist kaum noch zu kommen - während der Präsident sich im International bekannten Steakhouse filmen lässt. Der einst rege Handel zwischen Venezuela und Brasilien ist aktuell nahezu nicht existent. Kritisiert wurde Venezuela seitens des Nachbarn Brasilien zu PT Zeiten kaum, die Idee war ja, einen grossteil Lateinamerikas rot zu pinseln. Das die USA mit Brasiliens neuem politischen set-up einen Verbündeten mit Einfluss auf dem Kontinent gewannen wird dort natürlich gerne gesehen. Börse und Banken zeigen sich ebenfalls erleichtert aufgrund des Wahlergebnisses.
cruiserxl 01.11.2018
2. ja nee ist klar Venezuela...
...das Land mit den größten Ölreserven...immer wieder das Gleiche mit diesen Amis
hegauloewe 01.11.2018
3. Der selbe Bolton
den Jens Spahn vor kurzem hofierte. Venezuela - ja ganz schlimm, allerdings ist Brasilien unter Bolsonaro wohl kaum besser, mit einem Unterschied, dass viele der brasilianischen Superreichen in einer Einheit mit diesem Rechtsextremisten für Umweltzerstörung in Amazonien sorgen werden. Das gefällt dem Klimawandelleugner Bolton natürlich. Bolton ist eigentlich ein Vertreter, der gewissenlos eine Rolle der USA befürwortet, die nicht im Interesse von Deutschland und der EU liegen kann. Im übrigen auch ein Grund warum die SPD kein Bein vor das andere bekommt, weil aktive Außenpolitiker wie Heiko Maas, einfach keine klare Kante gegen Vertreter wie Bolton ziehen können. Bolton ist und bleibt ein Kriegstreiber!
Hörbört 01.11.2018
4. Duterte, bin Salman, Bolsonaro...
Pres. Trump hat einen illustren politischen Freundeskreis. Ok, seine Vorgänger haben zum Teil auch kein Aufhebens um Despoten und Diktaturen gemacht, wenn es ihren Interessen diente (Irak, Iran, Chile, ...).
Paddel2 01.11.2018
5. angestaubt
Wenn alte grantelnde Männer sich den Frust von der Seele reden. Blöd, wenn ein Volk so dumm ist, diesen Menschen Verantwortung zu übertragen.
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