Russlandaffäre Trump-Berater log das FBI an

Er war als außenpolitischer Berater für Trumps Wahlkampflager aktiv: George Papadopoulos hat in einer Befragung zur Russlandaffäre "signifikant falsche Angaben" gemacht. Es ging um Hillary Clintons E-Mails.

Donald Trump
AFP

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Donald Trumps früherer Wahlkampfberater George Papadopoulos hat in der Russlandaffäre eine Falschaussage zugegeben. Das geht aus Gerichtsunterlagen hervor, die in Washington veröffentlicht wurden.

Demnach hat Papadopoulos "signifikant falsche Angaben" gemacht. Dabei ging es einem Bericht der "New York Times" und weiterer US-Medien zufolge um eine Schmutzkampagne des Lagers von Donald Trump gegen Hillary Clinton, die damalige Gegenkandidatin des heutigen Präsidenten.

Trump-Sprecherin Sarah Sanders sagte: "Das hat nichts mit uns, mit dem Präsidenten oder seinem Wahlkampf zu tun." Papadopoulos' Rolle sei die eines freiwilligen Helfers der Kampagne gewesen. Er sei nur ein unwichtiger Teil des Trump-Teams gewesen und habe auf eigene Initiative gehandelt, habe kaum wirklichen Kontakt zum Wahlkampfteam gehabt habe und nie eine offizielle Rolle bekleidet.

Papadopoulos ist der dritte ehemalige Trump-Mitarbeiter, gegen den ein Ermittlungsverfahren läuft. Er war zur fraglichen Zeit als außenpolitischer Berater für das Wahlkampflager Donald Trumps aktiv, im Juli wurde er festgenommen.

Eine Reise nach Russland

In Widersprüche verstrickte sich Papadopoulus beim Zeitpunkt, an dem er Kontakt zu einem Mittelsmann hatte, der ihm kompromittierendes Material anbot. In seiner Vernehmung hatte Papadopoulos zunächst angegeben, er habe den Kontakt mit einem "ausländischen Professor", der den Zugang zu dem Material vermittelt hatte, bereits vor seinem Engagement bei Trump geknüpft.

Tatsächlich aber soll Papadopoulos von einem namentlich nicht genannten, hochrangigen Wahlkampfmanager Trumps persönlich aufgefordert worden sein, eine Reise nach Russland anzutreten, "wenn machbar".

Die Nachricht zu Papadopoulos wurde am selben Tag öffentlich, an dem bekannt wurde, dass Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort wegen seiner Russland-Kontakte angeklagt wurde.

Manafort wird in den Ermittlungen um die Russlandaffäre angeklagt, er stellte sich in Washington dem FBI. Der Sender CNN zeigte Bilder, wie Manafort in Begleitung eines Anwalts das FBI-Gebäude betrat. Er sollte noch am Montag vor einem Bundesgericht erscheinen.

Paul Manafort kurz vor seiner Ankunft beim FBI
AP

Paul Manafort kurz vor seiner Ankunft beim FBI

Die Anklageschrift umfasst zwölf Punkte - unter anderem werden ihm und seinem einstigen Geschäftspartner Rick Gates Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten, Geldwäsche und Falschaussagen vorgeworfen. Das legen die Aussagen eines Sprechers von Sonderermittler Robert Mueller sowie Dokumente der Behörden nahe.

Mueller soll dem Verdacht illegaler Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung nachgehen. Geheimdienste sehen es als erwiesen an, dass Moskau gezielt versucht hat, den US-Präsidentschaftswahlkampf zugunsten von Trump zu manipulieren. (Lesen Sie hier mehr zu den Ermittlungen in der Russlandaffäre).

cht/mho/dpa

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