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Morning Briefing vom 10.2.2016 Liebe Leserin, lieber Leser,

Donald Trump und Bernie Sanders gewinnen die Vorwahlen in New Hampshire und man muss wirklich fürchten: Der Irrsinn könnte so weiter gehen. Wir sind ja einiges gewohnt von US-Wahlkämpfen, aber in diesem Jahr drohen die Dinge völlig aus den Fugen zu geraten. Statt moderater Kandidaten wie Hillary Clinton oder Jeb Bush, machen billige Populisten und Rattenfänger die Punkte. In South Carolina ist in der kommenden Woche die nächste Vorwahl, auch da sehen die Umfragen Trump klar in Führung. Es bleibt nur eine Hoffnung: Trump machte im letzten TV-Duell vor New Hampshire einen erstaunlich schlaffen Eindruck, möglicherweise geht dem Lautsprecher langsam die Power aus. Zugegeben, die Chancen dafür stehen schlecht. Aber: Schön wär's.

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Warum uns das Bahnunglück so betroffen macht

Das schwere Bahnunglück von Bad Aibling, bei dem mindestens zehn Menschen ums Leben kamen, ist der wahr gewordene Albtraum jedes Bahnfahrers. Wir sind schockiert, gedenken der Opfer und trauern mit den Familien, die ihre Lieben verloren haben. Betroffen sind wir aber auch, weil wir ahnen, dass ein solcher Schicksalsschlag jeden von uns treffen könnte. Wer hat sich nicht schon einmal vorgestellt, wie es wäre, selbst in eine ähnliche Situation zu geraten? Ganz nebenbei gesagt: CSU-Chef Horst Seehofer und seine Partei haben das einzig Richtige getan und den politischen Aschermittwoch abgesagt. Trinken und Poltern wären in dieser Situation mehr als unpassend. Die Veranstaltung ist ohnehin niveaulos und schlicht überflüssig. Die CSU sollte sich und uns allen einen Gefallen tun und endlich ganz darauf verzichten.

Kampf gegen Schlepper: Jetzt muss die Bundeswehr ran

Bundesmarine bei der Flüchtlingshilfe im Mittelmeer Zur Großansicht
DPA

Bundesmarine bei der Flüchtlingshilfe im Mittelmeer

Anfang der Woche klang es noch recht vage: Beim Besuch von Angela Merkel in der Türkei hieß es, die Nato solle künftig der Türkei beim Kampf gegen Schlepper in der Ägäis helfen. Heute wollen sich die Nato-Verteidigungsminister mit dem Thema befassen, mein Kollege Matthias Gebauer weiß bereits mehr. Demnach hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit Nato-Chef Jens Stoltenberg gesprochen. Angedacht ist eine Unterstützung der türkischen Küstenwache durch Aufklärungsfähigkeiten der Nato, Radarunterstützung und Nachtsichttechnik. Geeignete Schiffe wären mit der Standing Maritime Group I (die praktischerweise gerade eine Übung mit der türkischen Marine abgeschlossen hat) schon in der Region, ein deutscher Admiral könnte den Einsatz führen.

Das jüngste Gerücht…

Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt Zur Großansicht
DPA

Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt

... dreht sich wieder einmal um Bundespräsident Joachim Gauck. Das Staatsoberhaupt, derzeit auf Afrika-Reise, soll laut "Bild"-Zeitung mit dem Gedanken einer zweiten Amtszeit spielen. Und zwar schlicht, weil er angesichts der Flüchtlingskrise die Politik mit seinem Rückzug nicht noch in eine weitere Krise stürzen wolle. Unlängst hieß es noch, Gauck werde vermutlich aus Alters- und Gesundheitsgründen auf die zweite Amtszeit verzichten. Man ahnt es fast: Wo solche Gerüchte blühen, weiß niemand nichts Genaues. Und der weise alte Mann im Schloss schweigt weiter eisern.

Gewinnerin des Tages

Ist ZDF-Frau Dunja Hayali, eine tolle Journalisten-Kollegin, die mutig gegen Ausländerhass eintritt. Vor Gericht hat sie einem Facebookpöbler seine Grenzen aufgezeigt. Er darf sich auf ihrer Seite nicht mehr verbreiten, bei Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro. Vor allem macht sie aber starke TV-Beiträge. Immer wieder sehenswert - ihre Reportage von einer Pegida-Kundgebung in Erfurt. Besser lässt sich dumpfe Fremdenfeindlichkeit nicht entlarven.

Geburtstage

Peter Ramsauer, CSU, MdB und früherer Bundesverkehrsminister, 62. Johann Wadephul, CDU, Mitglied des Bundestags, 53.

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Roland Nelles, Mitglied der Chefredaktion, SPIEGEL ONLINE

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Ganz schwach...
I am the walrus 10.02.2016
Billige Populistisch und Rattenfänger? Das trifft ja wohl auf Trumpf zu, aber doch nicht auf Bernie Sanders. Der wäre ja nach deutschen Maßstäben ein gemäßigter Sozialdemokrat a la
2. Unglaublich...
ermanos2 10.02.2016
Was bringt einen Redakteur dazu, einen klassischen (d.h. pre-Schröder) Sozialdemokraten wie Bernie Sanders als "billigen Populisten und Rattenfänger" zu bezeichnen? Ich hoffe, es war nur Schlafmangel und ein Versehen.
3. Irrsinnige Berichterstattung?
white_rd 10.02.2016
Bei welcher Gazette wir denn hier gelandet? "Statt moderater Kandidaten wie Hillary Clinton oder Jeb Bush, machen billige Populisten und Rattenfänger die Punkte"? Donald Trump von mir aus, wobei ich aber allein schon bei dem Namen Bush Schlimmes befürchten würde. Und Bernie Sanders als Rattenfänger zu bezeichnen klingt ja schon als ob hier ein Tea Party Anhänger schreibt. Er macht in seinen Auftritten einen allemal glaubwürdigeren und vernünftigeren Eindruck als Clinton.
4. Trotzreaktion
saloon 10.02.2016
Warum ?schön wär's?? Sollen Wahlen so ausgehen, wie ein Redakteur es will? Kaum jemand will von Trump oder Petry regiert werden, aber sie sind ein gutes Mittel, den bequemen Politikern, die Politik gegen den Einen ihrer Wähler machen, einen Denkzettel zu verpassen.
5. Irrsinn
marmota.marmota 10.02.2016
ist eher der Artikel: wie kann man Trump und Sanders über einen Kamm scheren? Sozialdemokratie ist zwar mittlerweile in Deutschland ausgestorben, ist deshalb aber kein Populismus. Und selbst der ach so moderateste Republikaner-Kandidat würde als erstes die Krankenversicherung wieder abschaffen. Irrsinn, was?
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