Vorwürfe von Mediziner Bornstein Trump soll sein eigenes Gesundheitszeugnis diktiert haben

Ein früherer Arzt von Donald Trump sorgt mit Vorwürfen für Schlagzeilen: Sie richten sich gegen einen langjährigen Bodyguard seines Ex-Patienten und gegen den US-Präsidenten selbst.

Keith Schiller und Donald Trump (Juni 2017)
AFP

Keith Schiller und Donald Trump (Juni 2017)


Ein ehemaliger Arzt von Donald Trump wirft einem langjährigen Bodyguard des Präsidenten vor, seine Praxis durchsucht zu haben. Der Mediziner Harold Bornstein sagte dem Sender NBC News am Dienstag, Trumps Personenschützer Keith Schiller und ein anderer Mann seien im Februar 2017 in seine Praxis in New York gekommen und hätten die Patientenakten Trumps geholt. "Sie müssen 25 oder 30 Minuten lang hier gewesen sein. Das hat großes Chaos angerichtet", sagte er. Er habe sich bedroht gefühlt.

Schiller war lange Trumps persönlicher Bodyguard und galt dem Unternehmer gegenüber als äußerst loyal. Nach Trumps Amtsantritt im Januar 2017 bekam Schiller einen Posten im Weißen Haus, den er aber im September wieder verließ.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders wies die Darstellungen Bornsteins zurück. Es habe sich nicht um eine Durchsuchung gehandelt. Es sei Standard, dass der medizinische Stab des Weißen Hauses die Krankenakte eines neuen Präsidenten in Besitz nehme.

NBC News berichtete, der Vorfall habe sich ereignet, kurz nachdem Bornstein der "New York Times" gesagt hatte, dass er Trump über Jahre ein Haarwuchsmittel verschrieben habe.

Es ist nicht das erste Mal, dass Keith Schiller in die Schlagzeilen gerät. Als Trump im Mai 2017 den damaligen FBI-Chef James Comey entließ, war es Schiller, der das Entlassungsschreiben persönlich vom Weißen Haus in die nicht weit entfernt gelegene Zentrale des FBI brachte.

Auch über Bornstein wurde schon in Medien berichtet: Er hatte Trump Ende 2015 während des Wahlkampfs in einem Brief attestiert, er sei der "gesündeste Kandidat, der jemals in das Präsidentenamt gewählt werde". Später räumte er ein, den Brief in nur fünf Minuten verfasst zu haben, während vor der Praxis Trump-Vertraute warteten.

Gegenüber CNN sprach Bornstein nun erneut über das Gesundheitszeugnis von damals - und behauptete, Trump selbst habe ihm die Worte diktiert. "Er hat den gesamten Brief diktiert. Ich habe den Brief nicht geschrieben." Er habe Trump lediglich gesagt, was er nicht reinschreiben könne, sagte Bornstein dem Sender. Er nannte das Attest dabei "schwarzen Humor". "Das ist mein Humor. Es ist wie im Film 'Fargo': Du nimmst die Wahrheit und lenkst sie in eine andere Richtung."

Das Weiße Haus reagierte dem Sender zufolge nicht auf diese Aussagen Bornsteins.

aar/dpa

insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
nenntmichishmael 02.05.2018
1.
Wenn die Beschlagnahmung Standard ist, dann müsste sie ja bei allen Ärzten von Trump durchgeführt worden sein.
dereuropaeer 02.05.2018
2.
Warum verklagt Schiller den Bodyguard nicht einfach. Das ist Einbruchdiebstahl und strafbar
vetris_molaud 02.05.2018
3.
Was Trump an nur einen Tag vor sich hintwittert, dürfte für 3 Amtsenthebungsverfahren reichen. Eine Untersuchung hinsichtlich seiner mentalen Verfassung durch einen externen, neutralen und unabhängigen. Sachverständigen, z.B. einen Kanadier, wäre aufschlussreich.
bauigel 02.05.2018
4. Überrascht?
Und wer hätte etwas anderes erwartet? Aber natürlich alles wieder nur Fake News der bösen Medien.
cipo 02.05.2018
5.
Ach, wirklich? Da hätte man ja angesichts der albernen Superlative, vor denen dieses "Gesundheitszeugnis" nur so wimmelte, überhaupt nicht drauf kommen können.
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