Trump und Russland Britischer Geheimdienst soll früh vor Kontakten nach Moskau gewarnt haben

Donald Trump wehrt sich gegen Vorwürfe, seine Regierung habe im Wahlkampf Kontakte nach Russland gepflegt. Jetzt kommt heraus: Der britische Geheimdienst hat wohl schon 2015 vor verdächtigen "Beziehungen" gewarnt.

Demonstration in Philadelphia, Trump-Putin-Plakat
DPA

Demonstration in Philadelphia, Trump-Putin-Plakat


Der britische Geheimdienst GCHQ soll schon früh vor Kontakten zwischen dem Wahlkampfteam des späteren US-Präsidenten Donald Trump und russischen Agenten gewarnt haben. Das berichtete der "Guardian" unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach fielen den Briten bereits Ende 2015 verdächtige Beziehungen zwischen Mitgliedern des Trump-Wahlkampfteams und mutmaßlichen russischen Geheimagenten auf.

Gezielt abgehört worden seien Trump oder sein Wahlkampfteam aber nicht. Der US-Präsident hatte wiederholt behauptet, er sei auf Geheiß seines Vorgängers Barack Obama bespitzelt worden. US-Regierungssprecher Sean Spicer hatte den britischen Geheimdienst GCHQ beschuldigt, daran beteiligt gewesen zu ein. Dem widersprach der "Guardian"-Bericht. Überwacht worden seien von den Briten lediglich mutmaßliche russische Spione. Dabei habe sich aber ein Beziehungsgeflecht zum Trump-Team offenbart.

GCHQ-Hauptquartier in Cheltenham
Gchq/ British Ministry of Defence/ DPA

GCHQ-Hauptquartier in Cheltenham

"Es gibt Kontakte zwischen Leuten, die Trump nahestehen und russischen Geheimagenten. Sie sollten wachsam sein" - mit dieser Botschaft habe sich der GCHQ an den US-Geheimdienst CIA und die Bundespolizei FBI gewandt, schreibt der "Guardian". Die Warnungen seien aber zunächst nicht ernst genommen worden. Auch aus Deutschland und anderen europäischen Ländern sollen Informationen über Trump-Kontakte nach Russland in die USA weitergeleitet worden sein.

Im Sommer 2016 soll GCHQ-Chef Robert Hannigan schließlich persönlich Material an CIA-Präsidenten John Brennan übergeben haben. Erst dann sei in den USA ermittelt worden. Die US-Nachrichtendienste sind inzwischen überzeugt, dass Moskau versucht hat, die US-Wahl zugunsten Donald Trumps zu manipulieren.

bam/dpa

insgesamt 60 Beiträge
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Seite 1
Attila2009 14.04.2017
1.
Im Wahlkampf hatte er doch noch keine Regierung ? Die Geschäftsbeziehungen waren doch bekannt ? Ansonsten ist Trump ein freier Bürger und kann Kontakte pflegen wo ,mit wen und wann er will.Oder ist das wegen Russland als Reich des Bösen verboten ? Ich verstehe absolut die Aufregung nicht dass man Kontakt zu Russland pflegt .Was ist da Schlimmes daran und Geheimnisverrat wird er wohl nicht gegangen haben.
geando 14.04.2017
2. Merkwürdige Formulierung...
Zit: "Donald Trump wehrt sich gegen Vorwürfe, seine Regierung habe im Wahlkampf Kontakte nach Russland gepflegt"- wie soll "seine Regierung" im Wahlkampf Russlandkontakte gepflegt haben? Im Wahlkampf gab es "sein Regierung" noch gar nicht. Es gab höchstens Wahlkampf-Teammitglieder, die solche Kontakte hatten und nun möglicherweise in der Regierung sitzen. Die meisten aktuellen Regierungsmitglieder stammen aber nicht aus Trumps Wahlkampf-Team. Daher ist diese Behauptung im Untertitel so einfach falsch.
Rattenfänger2 14.04.2017
3. Immer das gleiche Spiel
irgendwer behauptet anonym irgendwas und irgendeine Trump-feindliche Zeitung verbreitet es, und die nächste Trump-feindliche Zeitung übernimmt es. Nur weiter so mit der Gerüchteküche, ich glaube den westlichen Medien genauso wenig wie Russia Today. Kann stimmen, manchmal stimmt es, manchmal nicht. Und im Irak gibt es Massenvernichtungswaffen, haben doch die hochkompetenten Geheimdienste behauptet. Und diesen Berufslügnern sollen wir jetzt glauben. Interessant.
freeword 14.04.2017
4.
"Die US-Nachrichtendienste sind inzwischen überzeugt, dass Moskau versucht hat, die US-Wahl zugunsten Donald Trumps zu manipulieren." Wenn das stimmt, was ich glaube, dann ist dieser "Schuss" aber gründlich in die Hose gegangen.
urlauber10 14.04.2017
5. Die Amis ...
glauben halt den europäischen Geheimdiensten nicht . Das hat man bereits 9/11 dann später bei den WMDs und jetzt bei Trump-Putin Connection gesehen. Hubris kommt vor dem Fall , will sagen auch diesmal werden CIA und FBI nicht gut aussehen wenn The Dust Clears.
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