"Fire and Fury"-Autor Wolff im Radio "Das wird letztlich Trumps Präsidentschaft beenden"

Er hat Donald Trump den bislang wohl schwersten Schlag verpasst: Im Gespräch mit der BBC äußerte sich Autor Michael Wolff nun über sein Enthüllungsbuch "Fire and Fury".

Autor Michael Wolff (rechts im Bild)
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Autor Michael Wolff (rechts im Bild)


Michael Wolff ist der Autor des Skandalbuchs "Fire and Fury: Inside the Trump White House", über Donald Trumps erstes Jahr im Weißen Haus (mehr zum Inhalt des Buchs lesen Sie hier). Nun hat er dem britischen Radiosender BBC ein Interview gegeben. Er habe in den vergangenen Monaten beobachtet, wie sich die Stimmung unter den leitenden Angestellten verändert habe, die mit Trump ins Weiße Haus kamen.

Wolff beschreibt das Team, das sich seit Beginn der Präsidentschaft um Trump gesammelt habe, so: "Das alles sind ehrgeizige Menschen, Leute mit guten Absichten, die Erfolg in ihrem Job haben wollten." Ihnen sei relativ gleichgültig gewesen, wer Präsident wurde. Dass es dann Donald Trump wurde, hätten viele als einen "neuen und sonderbaren Aspekt" gesehen. Doch er habe eben die Wahl gewonnen, also hätten sie sich eben mit dem Immobilienmagnaten an die Arbeit gemacht.

Wolff sagt, über die Monate, die er das Weiße Haus beobachtet habe, "sind sie alle - erst allmählich und dann schneller und schneller - zu dem Schluss gekommen, das etwas unglaublich verkehrt und viel sonderbarer war, als sie es sich jemals hätten vorstellen können. Am Ende mussten sie Donald Trump ansehen und sagen: Nein, dieser Mann mag zwar als Präsident gewählt sein, aber er kann nicht als Präsident arbeiten."

Enthüllungsbuch "Fire and Fury"
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Enthüllungsbuch "Fire and Fury"

Trump keilt zurück

Wolff kommt zu dem Schluss, Trump sei dem Job nicht gewachsen. "Er ist intellektuell außerstande, Präsident der Vereinigten Staaten zu ein. Er liest nicht, er hört nicht zu, er ist hochgradig uninteressiert an den größeren Problemen der Welt."

Er habe den Eindruck, einer der Effekte seines Buchs sei, dass "plötzlich überall Leuten sagen: Oh mein Gott, es ist wahr, der Kaiser hat keine Kleider an". Diese Erkenntnis werde "letztlich seine Präsidentschaft beenden", glaubt Wolff.

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Trump müht sich indessen, nach der Veröffentlichung des Buchs "Fire and Fury" wieder in die Offensive zu kommen - und hat Autor Wolff beschimpft. Der Journalist sei ein "totaler Versager", schrieb Trump auf Twitter. Wolff habe "Geschichten erfunden, um sein wirklich langweiliges und verlogenes Buch zu verkaufen".

Auch gegen seinen Ex-Chefstrategen Steve Bannon teilte Trump erneut aus. Sein früherer Vertrauter habe sich von Wolff einspannen lassen. Der US-Präsident bezeichnete Bannon in dem Tweet als "schlampigen Steve".

Das Buch erschien am Freitag und damit vier Tage früher als geplant. Trumps Anwälte hatten vergeblich versucht, eine Veröffentlichung zu verhindern.



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