"Pittsburgh, nicht Paris" Bürgermeister wehrt sich gegen Trumps Aussage

America First: US-Präsident Trump begründete den Ausstieg aus dem Klimaabkommen mit der Aussage, er repräsentiere "Pittsburgh, nicht Paris". Der Bürgermeister der amerikanischen Stadt reagiert wütend.

Bill Peduto, Bürgermeister von Pittsburgh
Bloomberg/ Getty Images

Bill Peduto, Bürgermeister von Pittsburgh


"Pittsburgh steht an der Seite der Welt und wird die Kriterien des Pariser Abkommens einhalten": Der Bürgermeister der Stadt Pittsburgh, Bill Peduto, zeigte sich verärgert darüber, dass US-Präsident Donald Trump ausgerechnet seine Stadt als Rechtfertigung für einen Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen angeführt hat.

In einer ganzen Serie von Twitter-Kurzbotschaften stellte der demokratische Bürgermeister klar, dass die Sympathien seiner Stadt eher Paris als dem US-Präsidenten gelten, wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel geht (lesen Sie hier eine Analyse zu den möglichen Folgen des Ausstiegs). Rasch wurde Peduto daraufhin zum Symbol des lokalen Widerstands gegen Trumps Ausstieg aus dem Abkommen.

Mit ihrer Entscheidung, an der "globalen Übereinkunft von Paris nicht teilzunehmen", hätten sich die USA "Syrien, Nicaragua und Russland" angeschlossen, erklärte Peduto kurz nach Trumps Verkündung auf Twitter und fügte hinzu, nun sei es an den Städten, die Führung beim Klimaschutz zu übernehmen.

Peduto ärgerte sich nicht zuletzt auch über die Aussage des US-Präsidenten, er sei gewählt worden, "um die Bürger von Pittsburgh zu vertreten, nicht die von Paris". "Fakt" sei, dass Hillary Clinton im Rennen um das Weiße Haus in Pittsburgh 80 Prozent der Stimmen bekommen habe.

Michael Bloomberg
REUTERS

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Offenbar schließen sich inzwischen immer mehr Städte, Staaten und Unternehmen zusammen, die gemeinsam die Ziele des Klima-Abkommens erfüllen wollen. "Wir werden genau das tun, was Amerika getan hätte, wenn das Abkommen nicht aufgekündigt worden wäre", sagte Michael Bloomberg, Ex-Bürgermeister von New York. Er soll nach Angaben der "New York Times" eine Gruppe koordinieren, die weiterhin zum Pariser Abkommen stehen möchte. Demnach soll ein Schreiben an die Uno vorbereitet werden, in dem die beteiligten Staaten und Städte zusichern, die Ziele des Vertrags einzuhalten.

mho/dpa



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