Peking reagiert auf Attacke China nennt Trumps Korea-Politik "verantwortungslos und absurd"

Donald Trump beschuldigt China, die Gespräche über eine Abrüstung von Nordkorea zu erschweren. Peking kontert die Vorwürfe des US-Präsidenten deutlich.

Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping
AP

Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping


China hat Donald Trump vorgeworfen, bei seiner Nordkorea-Politik einer "verantwortungslosen und absurden Logik" zu folgen. Um den Konflikt mit Pjöngjang zu lösen, sollte Washington "auf sich selbst schauen" und die Schuld nicht auf andere übertragen, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums.

Trump hatte Peking zuvor beschuldigt, die Beziehungen der USA zu Nordkorea zu "erschweren". Der Präsident machte China hauptsächlich dafür verantwortlich, dass die Abrüstung nicht vorankomme. Er habe stark das Gefühl, dass Nordkorea unter großem Druck Chinas stehe, ausgelöst durch den Handelsstreit Chinas mit den USA. Gleichzeitig versorge China aber das kommunistische und von weltweiten Sanktionen betroffene Land in signifikanter Weise finanziell sowie mit Hilfsgütern, darunter Treibstoff, Dünger und anderen Rohstoffen.

Zuvor hatte Trump klargestellt, dass er die Militärmanöver mit Südkorea vor der koreanischen Halbinsel abschaffen möchte. "Es gibt derzeit keinen Grund, große Geldbeträge für gemeinsame Kriegsspiele von Südkorea und den USA auszugeben", schrieb er auf Twitter. Nichtsdestotrotz könnten sie wieder begonnen werden, wenn der US-Präsident sich dazu entschließe, zitierte er aus einer Pressemitteilung des Weißen Hauses. "Wenn er das tut, werden sie deutlich größer sein als je zuvor."

Sein Verteidigungsminister James Mattis hatte im Gegensatz dazu erklärt, es gebe derzeit keine Pläne für ein weiteres Aussetzen der Militärübungen. "Wir haben derzeit keine Pläne, weitere Übungen zu suspendieren", sagte Mattis am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Pentagon. Der Verzicht auf die Manöver war eine der Konzessionen, die Trump dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un angeboten hatte, für dessen Bereitschaft zum Verzicht auf dessen Atomprogramm.

als/AFP/Reuters



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gehdoch 30.08.2018
1. Das wäre doch mal was...
...Eine Regierung nach der anderen erklärt, dass Verhandlungen und Gespräche mit den USA so lange ausgesetzt werden, bis wieder jemand mit Verstand im weißen Haus sitzt. Dann wäre Amerika tatsächlich first auf Trump seiner Agenda, weil das einzige Land auf dieser Liste... Mit Schrecken sehe ich auf die nähere Zukunft. Bisher hat noch immer ein zünftiger Krieg von anderen Problemen abgelenkt. Wenn es wirklich eng werden sollte für Trump, wird er sich in eine bewaffnete Auseinandersetzung stürzen und zwar mit Hilfe von alternativen Fakten.
pragmat 30.08.2018
2. UNO-Sanktionen
Die Sanktionen gegen Nordkorea wurden von der UNO einhällig beschlossen. Die UNO hatte auch neulich festgestellt, dass sich Nordkorea nicht an seine Verpflichtungen zur nuklearen Abrüstung hält. Wenn China nun die Sanktionen sabotiert, darf doch wohl jemand denen die Meinung sagen? Was soll also das Trump-Bashing wieder? Ein Lob wäre wohl mehr angebracht!
s-achte 30.08.2018
3. Sorry, liebe Chinesen,
das mit dem erstmal auf sich selbst schauen, wird nichts mit Vorzeigepopulisten wie Trumpelboy. Die können nichts anderes, als alle anderen für das verantwortlich machen, was sie selber verbockt haben. Nach Trump vielleicht wieder ... vielleicht
Sissy.Voss 30.08.2018
4. Und ich dachte,
Und ich dachte, dass Handelskriege leicht und einfach zu gewinnen sind. So hörte ich es jedenfalls von Herrn Trump. Aber internationale Vernetzung ist sowieso etwas, was er nicht versteht und nicht verstehen will. Dass Nordkorea nur zu Pekings Bedingungen verhandelt, war wohl jedem noch so optimistischen (vulgo naiven) Betrachter klar. Und die Abfuhr, die sich Pompeo nach dem großen diplomatischen Sieg von Herrn Trump bei Kim geholt hat, die war vom allerfeinsten. Wenn er jetzt mit Manövern zusammen mit Südkorea droht, kommt das eher als Lachnummer an, nachdem das Militär seine große Staatsparade gerade aus finanziellen Gründen abgesagt hat. Leider hilft alles das nichts, um diese peinliche Person loszuwerden.
keksen 30.08.2018
5. Unfähig
In den USA weiß also die eigene Regierung mal wieder nicht, was eigentlich Sache ist. Eine Aussage hier, eine andere dort, dann mal ein Widerspruch von Trump... hin und her.
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