Trump im Wahlkampf "Wir werden Mercedes Benz und BMW mit Zöllen belegen"

Donald Trump macht Wahlkampf für einen Republikaner in Pennsylvania - und erneuert dabei seine Drohungen gegen deutsche Autobauer. China hingegen warnt die USA vor einem Handelskrieg, der werde "die Welt in die Katastrophe stürzen".

Donald Trump
AP

Donald Trump


Die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump sorgt international weiterhin für Unruhe. Im Streit über US-Schutzzölle warnt China nun vor gefährlichen Folgen für die globale Konjunktur. "In einem Handelskrieg gibt es keine Gewinner", sagte Handelsminister Zhong Shan. "Er wird China und die USA und die Welt nur in die Katastrophe stürzen."

China wolle einen solchen Konflikt nicht und sei bereit, seine Interessen resolut zu verteidigen. Nötig sei aber ein Dialog. Denn niemand wolle einen Handelskrieg austragen, der einem selbst nichts nütze und anderen schade.

Trump hatte in der vergangenen Woche Schutzzölle auf Stahl- und Aluminium-Einfuhren erlassen zum Schutz der heimischen Industrie vor Billigimporten vor allem aus China. Damit löste er Sorgen vor einer internationalen Vergeltungsspirale aus, die in einem Handelskrieg münden könnte.

Während die EU und China bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht haben, lässt Trump nicht locker. Er werde alle Vergeltungsmaßnahmen bekämpfen, sagte er auf einer Wahlkampfveranstaltung für einen republikanischen Parteifreund in Pennsylvania.

"Wir werden Mercedes Benz mit Zöllen belegen"

Dabei nahm er erneut die Autobranche ins Visier und drohte mit einer Ausweitung der jüngst erlassenen Importbarrieren. Autos seien "wirklich das große Problem", sagte Trump und: "Wir werden Mercedes Benz mit Zöllen belegen, wir werden BMW mit Zöllen belegen."

Dies könne auch über höhere Lasten für europäische Auto-Einfuhren geschehen. Auf Twitter warf er den EU-Ländern einen schlechten Umgang mit den USA im Handel vor. Die EU habe schreckliche Barrieren und Zölle für US-Produkte. Wenn sie diese fallenließe, würden auch die USA ihre Handelsschranken abbauen. Wenn nicht, würden Autos und andere Waren mit Abgaben belastet. Trump hatte schon im Jahr 1990 angekündigt, er werde, falls er einmal US-Präsident sein sollte, "eine Steuer auf jeden Mercedes Benz packen, der in dieses Land rollt".

Experten warnen davor, dass Trump mit seinen Strafzöllen auf Stahlimporte aus dem Ausland auch die eigene Wirtschaft treffen könnte. Der US-Präsident zeigte sich davon bisher allerdings unbeeindruckt. Bei seinem Auftritt in Pennsylvania - einer der Stahlhochburgen der USA - versprach er: "Euer Stahl wird zurückkommen. Es wird alles zurückkommen!"

Slogan für den Wahlkampf 2020

Auch ging Trump bereits jetzt mit seinem Slogan für den Wahlkampf 2020 hausieren. "Unser neuer Slogan, wenn wir - könnt ihr es glauben, in zwei Jahren - den Wahlkampf beginnen, wird 'Keep America Great', Ausrufezeichen", sagte Trump.

Auf Deutsch bedeutet das etwa "Amerika soll großartig bleiben!". Es ist eine Weiterführung seines Wahlkampfslogans von 2016, "Make America Great Again" (Macht Amerika wieder großartig), mit dem er die Präsidentschaftswahl gewonnen hatte.

Trump hatte seinen Wahlkampfslogan für 2020 schon im Januar 2017 - wenige Wochen nach seinem Wahlsieg über die Demokratin Hillary Clinton - in einem Interview genannt und dann beim Marken- und Patentamt angemeldet.

asc/dpa/Reuters/AFP



insgesamt 200 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
derhey 11.03.2018
1. Ehrlich
hält sich mein Mitleid mit den Millionären da in Grenzen. Die kaufen sich einen Porsche oder BMW auch dann, wenn der 10.000 $ mehr kostet oder Daimler-Aktionäre etwas weniger am einzelnen Fahrzeug verdienen. Zudem, Qualität hat auch seinen Preis und dafür bezahlt man auch gerne mehr. Unabhängig davon - DT Maßnahmen sind ein Witz und nach allem Unwirksam. Teurer Stahl und Alu machen auch die Ami-Schlitten teurer aber deshalb technisch nicht besser. Einfach GREAT dieser Tölpel.
hallmackenreuter 11.03.2018
2. Wer soll die deutschen Exporte denn später bezahlen?
Die USA haben über 850 Mrd. US$ p.a. Defizit aus dem Güterhandel. Das führt zu Schulden der USA gegenüber den exportierenden Ländern. Bis 2008 konnten die USA noch mit Immobilien-Wertpapieren bezahlen, die sich später als wertlos herausstellten. Aktuell funktioniert etwas Vergleichbares nicht mehr in dem Maße. Trump befürchtet also, dass die USA später tatsächlich z.B. die deutschen Autos einmal bezahlen müssen. Das ist aber unrealistisch. Die neuen US-Zölle helfen daher eigentlich den Deutschen und den Europäern und schützen sie vor zukünftigen Finanzpleiten und Bankenkrisen. Die exportfreudigen Deutschen sollten nicht glauben, die Empfängerländer, nicht nur die USA, würden die Güter aus Deutschland später tatsächlich bezahlen - viele warten einfach auf einen Schuldenerlass. Da könnten wir die Autos eigentlich auch gleich verschenken, dann sparen wir uns viele (Luft-)Buchungen.
exHotelmanager 11.03.2018
3.
Hat man ihm nicht gesagt, dass BMW und Daimler in Alabama und Tennessee für den US-Markt produzieren, dort, wo es sonst keine qualifizierten und sichere Arbeitsplätze gäbe?
Mister Stone 11.03.2018
4. Divide et impera!
Darauf habe ich gewartet, dass er nicht die EU insgesamt, sondern gezielt einzelne Staaten angeht. Und nun sind wir mal auf die vielgelobte europäische Solidarität gespannt. Ob die Italiener, Griechen, Ungarn und Polen einen Handeslkrieg mit Trump riskieren, nur um Mercedes und BMW zu schützen? Wie werden die Franzosen reagieren, wenn Renault/Citroen nicht mit Zöllen belegt werden?
rambazamba1968 11.03.2018
5. Manche lernen es einfach nicht
Trump wiederholt einfach alles, was in der Vergangenheit bereits gemacht wurde und krachend gescheitert ist. Unternehmenssteuer massiv zu senken, hat nur die Unternehmen reicher gemacht, Arbeitsplätze sind kaum geschaffen worden. Gab es schon. Ist jetzt auch passiert. Unternehmen haben mit dem Steuerersparnis einfach Milliardenschwere Aktienpakete gekauft. Strafzölle auf Metallimporte gab es schon. 3000 Arbeitsplätze geschaffen in der Metallproduktion. In der metallverarbeitenden Wirtschaft sind Hunderttausende Arbeitsplätze verloren gegangen durch die höheren Preise. Wahnsinn der Mann. Und was bedeuten Strafzölle auf deutsche Autos. Dass die Amerikaner entweder mehr Geld für ein Auto bezahlen oder gar keins. Die kaufen doch kein amerikanisches Auto. So doof sind die nicht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.