USA Trump dankt Saudi-Arabien für fallende Ölpreise

"Die Ölpreise fallen. Großartig!": Donald Trump hat sich bei Saudi-Arabien für die gesunkenen Ölpreise bedankt. Zuvor hatte er das Land und das Ölkartell Opec beschuldigt, den Preis künstlich in die Höhe zu treiben.

Donald Trump
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Nach seiner Stellungnahme zum Mord des Journalisten und Regierungskritikers Jamal Khashoggi hat sich Donald Trump bei Saudi-Arabien für den sinkenden Ölpreis bedankt.

"Die Ölpreise sinken. Großartig!", teilte er auf Twitter mit. Dies sei "wie eine großer Steuersenkungen für Amerika und die Welt", schrieb er und fügte hinzu: "Danke an Saudi-Arabien, aber lasst uns tiefer gehen!"

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die Ölförderung der Saudis Anfang November auf ein Rekordniveau von 10,9 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag gestiegen sei. Ein höheres Angebot drückt tendenziell auf die Preise.

Trump hatte in der Vergangenheit Saudi-Arabien und das Ölkartell Opec immer wieder beschuldigt, den Ölpreis durch Produktionsbeschränkungen künstlich in die Höhe zu treiben. Mehrfach forderte er niedrigere Preise.

Seit Anfang Oktober ist der US-Ölpreis um fast 30 Prozent auf derzeit 54 Dollar je Barrel gefallen. Fachleute führen den Rückgang jedoch nicht nur auf die höhere Ölförderung Saudi-Arabiens zurück. Auch andere Ölgiganten wie Russland haben ihre Produktion stark ausgeweitet. Hinzu kommt laut Experten, dass Sanktionen gegen das Opec-Land Iran wesentlich schwächer ausgefallen seien als erwartet.

Trotz eigener Bedenken

Am Dienstag hatte Trump klargestellt, dass die USA steht trotz der Ermordung Khashoggis ein "unverbrüchlicher Partner" Saudi-Arabiens bleiben. In einer ausführlichen Stellungnahme gab Trump selbst zu bedenken, "es könnte sehr gut sein, dass der Kronprinz Kenntnis von diesem tragischen Vorfall hatte". Dennoch verwies er erneut auf die Rolle Saudi-Arabiens als Verbündeter der USA gegen Iran und als Wirtschaftspartner.

Durch die von Riad zugesagten Investitionen in den USA in Höhe von 450 Milliarden Dollar (395 Milliarden Euro) würden Hunderttausende Arbeitsplätze geschaffen. Auch habe sich Riad sehr kooperativ in den Anstrengungen verhalten, die Ölpreise zu begrenzen, betonte der US-Präsident.

Riad hatte Berichte zu einer Verstrickung von Mohammed bin Salman erst am Montag erneut vehement zurückgewiesen.

Khashoggi war am 2. Oktober in das saudische Konsulat im Istanbuler Stadtviertel Besiktas gegangen, um Papiere für seine geplante Hochzeit abzuholen, aber nicht mehr herausgekommen. Saudi-Arabien hatte erst nach massivem internationalem Druck eingeräumt, dass der Regierungskritiker dort getötet wurde.

Mattis: Partnerschaft wichtig für Konfliktlösung im Jemen

US-Verteidigungsminister James N. Mattis unterstützt die enge Partnerschaft mit Saudi-Arabien. Der Präsident habe noch oft die Freiheit, mit "makellosen Partnern" zu arbeiten, sagte er am Mittwoch. Seiner Ansicht nach habe weder die CIA noch die saudi-arabische Regierung vollständig geklärt, wer für die Ermordung von Khashoggi verantwortlich sei.

"Wer den Krieg im Jemen beenden will, muss mit Saudi-Arabien arbeiten", betonte Mattis. Die Friedensgespräche zwischen den kriegführenden Parteien des Jemen würden voraussichtlich Anfang Dezember in Schweden stattfinden.

lie/dpa



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