Belästigungsvorwürfe gegen Trump Den Parteispendern reicht es auch

Einige der einflussreichsten Parteispender der Republikaner stellen sich offen gegen Donald Trump: Die Partei solle sich endlich von ihrem umstrittenen Kandidaten lossagen.

Präsidentschaftskandidat Trump
REUTERS

Präsidentschaftskandidat Trump


Mit Millionenspenden unterstützen reiche US-Amerikaner den Wahlkampf der republikanischen Partei. Doch angesichts des aktuellen Sexismusskandals haben sich nun einige der einflussreichsten Spender öffentlich gegen den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gestellt. Sie fordern von der Parteiführung, dem Republican National Committee (RNC), sich ganz und endgültig von Trump zu trennen.

"An einem Punkt muss man in den Spiegel schauen und feststellen, dass man seine Unterstützung für Trump unmöglich gegenüber den eigenen Kindern rechtfertigen kann - insbesondere gegenüber seinen Töchtern", zitiert die Zeitung David Humphreys. Der Geschäftsmann aus Missouri hat seit 2012 rund 2,5 Millionen Dollar für den Wahlkampf gespendet.

Bruce Kovner, der im selben Zeitraum 2,7 Millionen Dollar spendete, äußerte sich ebenso deutlich. "Er ist ein gefährlicher Populist und vollkommen ungeeignet für die Verantwortung als Präsident der USA", schreibt der New Yorker Investor demnach in einer E-Mail. Es gebe eine Grenze, bei der offensichtliche moralische Verfehlungen eines Kandidaten nicht mehr missachtet werden dürften. "Diese Grenze ist eindeutig überschritten."

Die Parteispender sorgen sich, dass Trumps Äußerungen und die Vorwürfe gegen ihn dem Image der ganzen Partei schaden könnten. Kovner sprach sich laut "New York Times" dafür aus, dass sich das RNC auf Kandidaten konzentrieren solle, welche die Werte und Prinzipien der Partei vertreten.

"Schockierend und erniedrigend"

In der "New York Times" hatten am Donnerstag zwei Frauen sexuelle Übergriffe des Milliardärs geschildert, ein Fall reicht zurück bis 1979, einer ist aus dem Jahr 2005. Auch eine frühere Reporterin des Magazins "People" machte am Donnerstag entsprechende Vorwürfe öffentlich: Sie berichtete, wie Trump sie 2005 angeblich bedrängte. Trump streitet alle Vorwürfe ab, eine Reporterin der "New York Times" beschimpfte er als "widerlich".

Die First Lady Michelle Obama nahm Trumps Prahlerei mit sexuellen Übergriffen zum Anlass, Trump bei einem Wahlkampfauftritt in New Hampshire scharf zu attackieren. "Das hat mich bis ins Innerste erschüttert, auf eine Art und Weise, wie ich es mir nicht hätte vorstellen können", sagte sie. Trumps Kommentare seien "schockierend und erniedrigend", ein Affront gegen alle "Frauen, Eltern, Bürger der Vereinigten Staaten".

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brk

insgesamt 158 Beiträge
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LUAP 14.10.2016
1. Es fehlen einem die Worte...
... auf welches Niveau dieser "Wahlkampf" abgerutscht ist. Wie soll man seinen Kindern so noch vermittelen, daß Politik irgendetwas mit Verlässlichkeit zu tun hat? Trump reagiert wie ein ungezogener kleiner Bengel, bei dem bereits Hopfen und Malz verloren ist. Widerwärtig und abstossend.
guilty 14.10.2016
2.
ich dachte von anfang an trump ist als trojanisches pferd von den demokraten eingeschleust. allerdings wie konnten die vermuten , dass die reps ihn auch wählen?
Petyr Baelish 14.10.2016
3. Der perfekte Kandidat
Die Republikaner ernten jetzt, was sie in den letzten Jahren gesäht haben: Intoleranz, Sexismus und Rassismus sowie Waffenliebe gehören doch genau zu den Punkten, mit denen sie immer wieder aufgefallen sind. Trump ist dabei nur ein Produkt der Partei - und seine Ansichten sind seit je her bekannt, jetzt darauf rumzureiten ist einfach nur schamlos. Der Groschen hätte früher fallen können. Die anderen Kandidaten der Republikaner haben allesamt ähnliche Ansichten, im Unterschied dazu äußert sich Trump nur offen dazu. Trump hat außerhalb der Sexismus-Debatte sogar noch liberalere Ansichten als der Partei lieb ist. Selbst Schuld, Republikaner. Jetzt löffelt die Suppe aus, die ihr euch selbst eingebrockt habt.
darthmax 14.10.2016
4. Republikanische Elite
Diese hat Trump sowieso nie gewollt und seine Gegenkandidaten unterstützt, es ist also keine Neuigkeit. Darum kann sich Trump ja rühmen, nicht zum Parteienestablishment zu gehören, was Ihm viele Wählerstimmen verschafft. Bedauerlicherweise ist dies auch das Einzige, was er rühmen kann, denn alles andere ist wohl unwählbar. Cliton wird vom Establishment unterstützt, da werden viele nicht zur Wahl gehen. Das Rennen bleibt spannend, denn wer outet sich schon als Trumpist.
hol_gor 14.10.2016
5. Heuchlerisch
Jeder der halb bei Sinnen ist, dürfte wohl schon lange Zeit, bevor er ins Rennen einstieg, gewusst haben, was für ein Primat dieser Mensch ist. Er ist ja nun lang genug bekannt in den USA. Und als es losging mit seinem kruden populistischen Wahlkampf, dürfte erst recht offenbar geworden sein, wohin die Reise geht. Sich nun abzuwenden, natürlich zu recht, kommt reichlich spät und hätte, um dem ganzen Glaubwürdigkeit zu verleihen, schon vor längerer Zeit passieren müssen. Scheinbar haben die anfänglich guten Umfragewerte den Blick vernebelt. Bewusst vernebeln lassen, richtigerweise.
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