Vereinte Nationen Trump attackiert die Uno

Schon vor seinem ersten Auftritt in der Vollversammlung hat US-Präsident Trump die Uno kritisiert. Die Vereinten Nationen seien von Bürokratie und Misswirtschaft geprägt. Eine Reform sei dringend notwendig.

US-Präsident Donald Trump
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US-Präsident Donald Trump


Donald Trump hat die Vereinten Nationen scharf kritisiert. "Die Uno sollte sich mehr auf die Menschen und weniger auf die Bürokratie konzentrieren", sagte der US-Präsident einen Tag vor Beginn der Generaldebatte der Vollversammlung in New York.

Die Uno sei mit "noblen Zielen" gegründet worden. Allerdings habe sie "wegen Bürokratie und Missmanagement" in den vergangenen Jahren nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen können, sagte Trump. Zugleich erklärte er, er unterstütze die von Uno-Generalsekretär António Guterres geplanten Reformschritte.

Trump hatte die Vereinten Nationen in der Vergangenheit immer wieder als ineffektiv und als Verschwender von Steuergeldern kritisiert. Unter anderem bezeichnete er die Organisation als "Klub" für Leute, die "Spaß haben" wollten.

Bei einem hochrangigen Treffen in New York wollte Trump möglichst viele der 193 Uno-Mitgliedstaaten dazu bewegen, eine politische Absichtserklärung zu unterzeichnen. In dem Entwurf wird Generalsekretär Guterres zu "größerer Transparenz und Berechenbarkeit bei benötigten Ressourcen" gedrängt.

Guterres signalisierte bereits seinen Willen zu einer Reform der Uno. Ein gutes "Preis-Leistungs-Verhältnis, während wir gemeinsame Werte vorantreiben", sei das gemeinsame Ziel, sagte er bei einem hochrangigen Treffen zur Reform der Weltorganisation am Montag in New York. Guterres dankte Trump für seine Unterstützung.

Die USA zahlen sowohl zu den 16 weltweiten Uno-Friedenseinsätzen als auch zum regulären Budget der Vereinten Nationen den mit Abstand größten Teil.

Russland hatte noch vor Beginn des Treffens angekündigt, die von Trump geforderte Reform nicht mitzutragen. Eine Reform könne nur durch Dialog aller Mitglieder herbeigeführt werden und nicht durch Unterzeichnung einer von einem einzigen Land vorgelegten Erklärung.

als/dpa/Reuters



insgesamt 17 Beiträge
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Zaunsfeld 18.09.2017
1.
Dass die UN reformiert werden muss, bestreitet niemand. Zum Beispiel müsste eine Reform beinhalten, dass kein Land im Sicherheitsrat mehr die Möglichkeit hat, ein Veto gegen eine Mehrheitsentscheidung einzulegen. Die Vetos der 5 Vetomächte sind längst überholt und nicht mehr gerechtfertigt. Warum sollen zum Beispiel Großbritannien oder China ein Veto haben, Italien, Deutschland, Brasilien und Indien aber nicht? Dafür gibt es keine logische Begründung.
Nur Meiner Einer 18.09.2017
2. Ein gutes Preis/Leistungsverhältnis
ist das letzte was man von der UNO erwarten sollte. Und über die gemeinsamen Werte sollte man sich mal langsam im Klaren werden. Das wäre ein Fortschritt.
hausfeen 18.09.2017
3. Da ist Trump bestimmt sofort dabei.
Zitat von ZaunsfeldDass die UN reformiert werden muss, bestreitet niemand. Zum Beispiel müsste eine Reform beinhalten, dass kein Land im Sicherheitsrat mehr die Möglichkeit hat, ein Veto gegen eine Mehrheitsentscheidung einzulegen. Die Vetos der 5 Vetomächte sind längst überholt und nicht mehr gerechtfertigt. Warum sollen zum Beispiel Großbritannien oder China ein Veto haben, Italien, Deutschland, Brasilien und Indien aber nicht? Dafür gibt es keine logische Begründung.
Oder?
frenchie3 18.09.2017
4. Donnie hat Recht !!
Muß ja auch mal gesagt werden. So, jetzt warte ich auf den Tweed womit er wieder alles zunichte macht
Septic 18.09.2017
5. USA, Russland und China wollen keine starke UNO
Keine Weltmacht möchte, dass ihr die UNO eines Tages verbindlich irgendwas vorschreibt. Darum ist die UNO ein Papiertiger und maximal Erfüllungsgehilfe der 2. Weltkrieg Siegermächte wenn sie sich (was sehr selten vorkommt) mal einig sind. Sollte die UNO jemals "Zähne" bekommen, würde Russland, China und USA sie sofort verlassen und ihre Entscheidungen ignorieren.
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