Belästigungsvorwürfe gegen Trump Wir klagen an

Mehrere Frauen werfen US-Präsident Trump sexuelle Belästigung vor. Drei von ihnen haben nun im Fernsehen ausführlich über ihre Fälle gesprochen.

AFP PHOTO / Courtesy of BraveNewFilms.org


Drei Frauen, die US-Präsident Donald Trump sexuelle Belästigung vorwerfen, haben erneut den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt und über ihre Erfahrungen gesprochen. In der US-Sendung "Megyn Kelly Today" auf NBC schilderten Jessica Leeds, Samantha Holvey und Rachel Crooks ihre Anschuldigungen ausführlich - und die Reaktionen darauf.

Demnach haben die Frauen bereits vor der US-Präsidentschaftswahl versucht, der Welt zu zeigen, was Trump für ein Mensch sei. Obwohl der damalige Präsidentschaftskandidat bereits der sexuellen Belästigung beschuldigt worden war, wurde er gewählt. Diese Erfahrung bezeichnete Holvey nun als "schmerzhaft". Sie wirft Trump vor, 2006 bei der "Miss America"-Wahl in ihr Umkleidezimmer eingedrungen zu sein.

Bei den anderen Vorwürfen geht es um Grapschereien, erzwungene Küsse und zweideutige Angebote. Insgesamt erheben mehr als zehn Frauen solche Vorwürfe gegen Trump. Die Ereignisse sollen sich in den Jahrzehnten vor seiner Präsidentschaft ereignet haben. Trump selbst hat alle Anschuldigungen wiederholt abgestritten.

Während das Weiße Haus die Vorwürfe offenbar zu den Akten legen möchte, hat US-Spitzendiplomatin Nikki Haley sich am Wochenende auf die Seite der Frauen gestellt. Die Uno-Botschafterin ist der Ansicht, dass den Frauen, die Trump beschuldigt haben, "zugehört" werden sollte.

Konsequenzen hatten die Anschuldigungen bisher allerdings nicht. In dem NBC-Interview bezeichnete Crooks die Reaktion des Weißen Hauses als "lächerlich". Im Anschluss an ihren Fernsehauftritt haben die drei Frauen in einer Pressekonferenz den US-Kongress dazu aufgerufen, zu handeln. Sie fordern eine offizielle Untersuchung zu den Beschuldigungen.

Vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 seien ihre Vorwürfe weitgehend ungehört geblieben. Nachdem in den vergangenen Monaten allerdings gegen zahlreiche Prominente Belästigungsvorwürfe öffentlich gemacht wurden, habe sich das Klima in der US-Gesellschaft verändert, so Leeds, Holvey und Crooks. Dies sei auch der Grund dafür, dass sie nun noch einmal öffentlich über ihre Anschuldigungen sprechen.

Dieses Mal hoffen sie auf Konsequenzen für Trump.

asc/AP

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Seite 1
großwolke 11.12.2017
1. Haben sie ihn angezeigt?
Unsinniges Manöver. Was glauben die Damen, damit zu erreichen? Wenn sie Trump ernsthaft ans Leder wollen, müssen sie ihn vor Gericht zerren und ihn dort entweder zur Verurteilung oder zumindest zu einem Meineid bringen. Alles andere bringt gar nichts, denn es wirkt nur entlang der ohnehin vorhandenen Gesinnungsgräben. Zur Erinnerung: Trump ist gewählt worden, obwohl ein Tonbandmitschnitt von ihm zirkuliert wurde, in dem er sich zu sexueller Übergriffigkeit aufgrund seines Star-Status bekannte. Jetzt damit anzukommen, dass das tatsächlich so war, hat keinen Neuigkeitswert und taugt damit auch nicht zum Aufreger. Wenn Robert Mueller es nicht fertigbringt, Trump abzusägen, schafft es keiner. Jedenfalls nicht diese Damen mit ihrer stark verspäteten Anklage mit Showbiz-Hintergrund.
flux71 11.12.2017
2.
Zitat von großwolkeUnsinniges Manöver. Was glauben die Damen, damit zu erreichen? Wenn sie Trump ernsthaft ans Leder wollen, müssen sie ihn vor Gericht zerren und ihn dort entweder zur Verurteilung oder zumindest zu einem Meineid bringen. Alles andere bringt gar nichts, denn es wirkt nur entlang der ohnehin vorhandenen Gesinnungsgräben. Zur Erinnerung: Trump ist gewählt worden, obwohl ein Tonbandmitschnitt von ihm zirkuliert wurde, in dem er sich zu sexueller Übergriffigkeit aufgrund seines Star-Status bekannte. Jetzt damit anzukommen, dass das tatsächlich so war, hat keinen Neuigkeitswert und taugt damit auch nicht zum Aufreger. Wenn Robert Mueller es nicht fertigbringt, Trump abzusägen, schafft es keiner. Jedenfalls nicht diese Damen mit ihrer stark verspäteten Anklage mit Showbiz-Hintergrund.
Stimmt es also, dass strafbar nur ist, was innerhalb einer Legislatur offenbar wird? Wenn ein Politiker also gewählt wird, obwohl die Welt darum wusste, wie er tickt und ist, dann ist alles vergessen und derjenige rein gewaschen? Das klingt nach neublauer Sprech. Wunderbar. Und morgen, wenn in Alabama der nächste dieser Sorte gewählt wird, dann ist der hinterher auch fein raus. Super. So soll die neue Welt sein. Ganz großartig.
acitapple 11.12.2017
3.
Zitat von großwolkeUnsinniges Manöver. Was glauben die Damen, damit zu erreichen? Wenn sie Trump ernsthaft ans Leder wollen, müssen sie ihn vor Gericht zerren und ihn dort entweder zur Verurteilung oder zumindest zu einem Meineid bringen. Alles andere bringt gar nichts, denn es wirkt nur entlang der ohnehin vorhandenen Gesinnungsgräben. Zur Erinnerung: Trump ist gewählt worden, obwohl ein Tonbandmitschnitt von ihm zirkuliert wurde, in dem er sich zu sexueller Übergriffigkeit aufgrund seines Star-Status bekannte. Jetzt damit anzukommen, dass das tatsächlich so war, hat keinen Neuigkeitswert und taugt damit auch nicht zum Aufreger. Wenn Robert Mueller es nicht fertigbringt, Trump abzusägen, schafft es keiner. Jedenfalls nicht diese Damen mit ihrer stark verspäteten Anklage mit Showbiz-Hintergrund.
Vermutlich hat man angesichts der aktuellen Ereignisse vergessen, dass im Grunde ein ordentliches Gerichtsverfahren angestrengt werden muss um ein rechtmäßiges Urteil zu erwirken. Ein "#metoo" bei Twitter mag genügen um einen Schauspieler aus einem Film zu werfen, wenn man jedoch dem obersten Amtsträger ans Leder will, reicht das einfach nicht. Außerdem hätten Sie das gefälligst schon vorher machen können, spätestens im Wahlkampf. Das hier hat wirklich einen sehr seichten Beigeschmack, so sehr ich mir ein Impeachmentverfahren auch wünsche.
pom_muc 11.12.2017
4.
Langsam wird es lächerlich. Da werden Vorwürfe zu Vorgängen erhoben die Jahrzehnte zurück liegen. Das ist alles verjährt und strafrechtlich gar nicht mehr zu verfolgen selbst wenn es damals eine Straftat war. Wenn der Veranstalter einer Miss-Wahl in eine Umkleidekabine geht und die Kandidatin nicht genug Rückgrat hat ihn raus zu werfen weil sie Angst um ihre Miss-Karriere hat dann sollte sie besser auch 11 Jahre später schweigen statt heute rum zu heulen. Ich kenne Frauen die es schaffen sehr deutlich zu sagen dass sie nicht betatscht werden wollen und wenn nötig mit einer Ohrfeige ihre Position auch ganz klar machen. Und weil sich das sehr schnell rum spricht traut sich an diese Frauen dann auch keiner mehr mit den Pfoten ran.
FXRichter 11.12.2017
5. Und sie haben ihn doch gewählt
Das alles wurde ja schon vor der Wahl gesagt, und die Presse dachte, jetzt kriegen sie ihn. Und dann haben die Leute ihn doch gewählt - auch und gerade viele Frauen. Offenbar ist der testosteronlose Mann auch nicht das, was die Frauen wollen. Und Heilige sind auch schwer zu finden, oder Junggesellen wie Modi in Indien.
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