Streit um Atomwaffen Trump droht Nordkorea mit "Libyen-Modell"

US-Präsident Trump hat an Nordkorea appelliert und im Fall einer Entnuklearisierung "starke Sicherheiten" versprochen. Sollte Kim jedoch nicht einlenken, wäre eine Entmachtung nach Gaddafis Vorbild "das Modell".

Donald Trump (v.l.), Mike Pence, Mike Pompeo
REUTERS

Donald Trump (v.l.), Mike Pence, Mike Pompeo


US-Präsident Donald Trump hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit scharfen Worten dazu aufgefordert, sein Atomprogramm aufzugeben. Ansonsten könnte eine Entmachtung nach dem Modell Libyens auf Kim zukommen. Wenn Nordkorea allerdings ein Abkommen unterzeichne, werde Kim Jong Un "sehr starke Sicherheiten" bekommen, sagte Trump.

"Wenn wir keinen Deal erreichen, dann wäre das das Modell", sagte Trump mit Blick auf die Entmachtung von Libyens früherem Machthaber Muammar al-Gaddafi , der später von Rebellen getötet wurde (Eine Analyse über die Vergleichbarkeit zwischen Gaddafi und Kim lesen Sie bei SPIEGEL DAILY).

Deswegen sei es sinnvoll, wenn Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sich auf ein Abkommen mit den USA einlasse. "Das Libyen-Modell war ein ganz anderer Deal", sagte Trump zu Beginn eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. "Wir haben Libyen vernichtend geschlagen", sagt Trump. Dies sei nicht der Plan für Nordkorea. Er hoffe stattdessen auf ein prosperierendes Nordkorea.

Hintergrund der Äußerungen ist die Sorge, dass Nordkorea ein für den 12. Juni geplantes Treffen zwischen Trump und Kim platzen lassen könnte (mehr Details zu dem geplanten Treffen erfahren Sie hier). Pjöngjang hatte kurzfristig ein vereinbartes Treffen mit Seoul ausfallen lassen und den USA mit einer Absage gedroht. Als Begründung führte die nordkoreanische Regierung gemeinsame Manöver des US-Militärs und Südkorea an, die einen Angriff auf den Norden der Halbinsel simulieren.

Im Video: USA und Südkorea proben Szenarien gegen Nordkorea

Kim hatte sich bei seinem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In Ende April selbst zu einer "kompletten Denuklearisierung" bereiterklärt. Unklar blieb, was das im Detail bedeutet und wie und bis wann dies erfolgen soll.

Einen Überblick zur Situation in Nordkorea lesen Sie hier.

ans/dpa/AP



insgesamt 40 Beiträge
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teekesselchen 17.05.2018
1.
Im Gegensatz zu Gaddafi in Lybien hat Kim schon eine sehr starke Sicherheit: Er hat ein paar Atombomben und auch die Möglichkeit per Trägerraketen die USA zu erreichen! Man kann das Regime in Nordkorea also nicht wegbomben wie in Lybien, wenn man nicht einen Atomschlag riskieren möchte. Das sollte selbst Trump inzwischen eigentlich begriffen haben. Mit seinem dämlichen Gepolter gießt er mal wieder Öl ins Feuer, das war doch echt nicht nötig.
mimas101 17.05.2018
2. Trump ist dumm...
... wenn er annimmt das China das zulassen würde. Und das dürfte auch in Nordkorea bekannt sein. Tump ist also hier ein zahnloses Tigerchen und versucht mal wieder sich bei seinen Stammwählern beliebt zu machen. Allerdings - so macht eine Großmacht bestimmt keine internationale Politik wenn sie als seriös wahrgenommen werden will.
maxbeck54 17.05.2018
3. Was sollen die Nord-Koreaner
denn unterschreiben, wenn doch das Papier es nicht wert ist, was darauf steht, da Trump es einseitig jederzeit kündigen kann wie es ihm beliebt?
Throki 17.05.2018
4. "Sehr starke Sicherheiten"
Starke Sicherheiten... so wie beim Iran? Wäre ich Nordkorea wäre ich jedenfalls bei Versprechen von und Verträgen mit den USA jetzt sehr, sehr vorsichtig und skeptisch.
weitergedacht2.0 17.05.2018
5. Trump=Strategienull
Es macht ganz viel Sinn, vor einem historischen Treffen den Anderen unter Druck zu setzen? Amerika und die Welt sind keine Unternehmen, die mit „Deals“ regiert werden können. Da braucht es schon auch „Grips“
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