Trump droht Nordkorea US-Waffen sind "geladen und entsichert"

US-Präsident Trump droht im Konflikt mit Nordkorea mit einer militärischen Lösung: Für den Fall, dass Nordkorea unklug agiere, seien die USA "nun vollständig vorbereitet". Merkel reagierte umgehend.

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US-Präsident Donald Trump hat eine neue scharfe Drohung gegen Nordkorea ausgestoßen. Auf seinem Twitter-Kanal schrieb Trump: "Militärische Lösungen sind nun vollständig vorbereitet, geladen und entsichert, sollte Nordkorea unklug handeln. Hoffentlich wird Kim Jong Un einen anderen Weg wählen!"

Eine direkte Entsprechung des englischsprachigen Wendung locked and loaded im Deutschen gibt es nicht. Im Militärischen wird die Formulierung dafür verwendet, wenn eine Waffe durchgeladen und schussbereit ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte nur kurz nach der neuerlichen Drohung Trumps die scharfe Rhetorik in der Nordkorea-Krise. "Eskalation der Sprache halte ich für die falsche Antwort", sagte sie. Zudem rief sie dazu auf, die Bemühungen um eine friedliche Lösung zu verstärken. "Ich sehe auch keine militärische Lösung des Konflikts."

Im Video: Merkel zum US-Nordkorea-Konflikt

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Erst am Donnerstag hatte der Republikaner erklärt, seine Drohungen gegen den nordkoreanischen Machthaber seien wohl nicht hart genug gewesen. Trump hatte, ebenfalls via Twitter, mit "Feuer und Wut" gedroht und erklärt, Nordkorea solle sich zusammenreißen, sonst würde es Probleme bekommen, wie sie nur wenige Länder erlebt hätten.

Nordkorea hatte zuvor angekündigt, dass bis Mitte August ein Einsatzplan vorliegen soll, um vier Mittelstreckenraketen über Japan hinweg auf die Pazifikinsel Guam abzufeuern. Auf der US-Insel befinden sich US-Militärbasen, sie ist auch als Reiseziel bei Südkoreanern und Japanern beliebt.

Mitglieder der US-Regierung haben in den vergangenen Tagen nach Trumps täglichen Drohungen versucht, diese zu relativieren. Eine Sprecherin des US-Außenministers Rex Tillerson sagte, mit seinem "Feuer und Wut"-Zitat habe Trump eine Sprache gewählt, die der nordkoreanische Präsident Kim Jong Un verstehe. Tillerson selbst hatte sich am Mittwoch bemüht, beruhigend aufzutreten. Er sagte bei einem Besuch auf Guam, dass von Nordkorea keine unmittelbare Bedrohung ausgehe.

US-Verteidigungsminister James Mattis hatte am Donnerstag angesichts der verbalen Eskalation im Nordkorea-Konflikt vor einem Krieg gewarnt. Eine militärische Auseinandersetzung wäre "katastrophal", sagte Mattis. Er setze auf Diplomatie. Es seien bereits "diplomatische Ergebnisse" zu verzeichnen und diesen Weg wolle er fortsetzen.

Pjöngjang hatte im Juli zweimal ballistische Langstreckenraketen getestet. Wie nach den meisten der bislang fünf Atombombenversuche verband die kommunistische Diktatur auch diese Waffentests mit Verbalattacken gegen Südkorea und die USA.

Nach dem jüngsten Raketenstart Ende Juli erließ der Sicherheitsrat der Uno einstimmig neue Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea. Die zuletzt getestete Rakete soll theoretisch in der Lage gewesen sein, die Westküste der USA zu treffen. Anlass zur Sorge gibt außerdem die Mutmaßung, Nordkorea könne bei der Entwicklung von Atomraketen weiter sein als bislang angenommen.

cht/oka/AFP/Reuters

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