Kanzlerin im Weißen Haus Trump empfängt Merkel

Ein kurzer Handshake, Lächeln, Donald Trump ruft: "Sendet ein schönes Bild heim nach Deutschland!" Zur Stunde empfängt der US-Präsident die Kanzlerin im Weißen Haus. Worüber reden die beiden?


Ein Händedruck, freundlich und sachlich. Lächeln in die Kameras. Angela Merkel ist zu einem ersten persönlichen Gespräch mit Donald Trump am Weißen Haus eingetroffen. Auf dem Programm steht ein Gespräch unter vier Augen sowie ein Treffen mit Unternehmensvertretern und Auszubildenden. Anschließend ist gegen 18.20 Uhr mitteleuropäischer Zeit eine gemeinsame Pressekonferenz geplant.

Der Gesamteindruck dieses Treffens war eher kühl: Ein sonst oft übliches, nochmaliges Händeschütteln gab es nicht - trotz lautstarker Aufforderungen der Fotografen, und auch die Kanzlerin fragte den Präsidenten leise danach. Trump reagierte nicht. "Sendet ein schönes Bild heim nach Deutschland!", sagte Trump. Der US-Präsident wirkte vergleichsweise angespannt und ernst. Merkel hinterließ dagegen einen eher entspannten Eindruck.

Angela Merkel und Donald Trump vor dem Westflügel des Weißen Hauses
DPA

Angela Merkel und Donald Trump vor dem Westflügel des Weißen Hauses

Das Treffen fällt in eine schwierige Phase der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Trump hatte Merkel in seinem Wahlkampf und auch nach der Wahl im November hart kritisiert. Dabei ging es vor allem um die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Als Hauptziel des Besuchs wurde der Aufbau von Vertrauen und die Suche nach Gemeinsamkeiten ausgegeben. Merkel betonte, sie wolle nach vorne schauen.

"Was sie getan hat, ist irrsinnig"

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Bei dem Gespräch wird es um verschiedene Themen gehen - etwa die wirtschaftlichen Beziehungen. Die USA sind zentraler Handelspartner für Deutschland und die EU. "Dieser Handel ist für beide Seiten von Vorteil", betont die Kanzlerin. Wirtschaftsbosse, die Merkel zu Trump begleiten, sollen dem früheren Unternehmer klarmachen, dass deutsche Firmen in den USA Hunderttausende Arbeitsplätze sichern - und dass von der neuen Administration erwogene Schutzzölle den Wirtschaftsbeziehungen schaden würden.

Auch die bisher erkennbaren Umrisse einer neuen US-Außenpolitik werden in Deutschland und Europa mit großer Sorge gesehen. Es wird befürchtet, dass Trump die USA aus vielen bisher gemeinsam getragenen Projekten wie dem Klimaschutz zurückzieht. Auch die Aufgabenverteilung in der Nato und die Finanzierung des Bündnisses werden neu definiert, ebenso wie fast alle internationalen Verpflichtungen der Supermacht. Auch diese Themen werden in dem vertraulichen Gespräch vermutlich auf der Agenda stehen.

Nach einem Arbeitsessen ist noch für Freitag der Rückflug nach Berlin vorgesehen.

mho/dpa



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