USA Trump entlässt Außenminister Rex Tillerson

Der derzeitige CIA-Direktor Mike Pompeo soll neuer Außenminister der USA werden und den bisherigen Amtsinhaber Rex Tillerson ablösen. Das erfuhr Tillerson durch einen Tweet des US-Präsidenten.


US-Präsident Donald Trump entlässt Außenminister Rex Tillerson. Nachfolger werde CIA-Direktor Mike Pompeo, twitterte Trump. Pompeo "wird einen fantastischen Job machen", schrieb Trump. Zugleich dankte er Tillerson für dessen Arbeit. "Glückwunsch an alle!" Zu den genauen Gründen gab es zunächst keine Erklärung.

Tillersons Ablösung steht offenbar in Zusammenhang mit Trumps Plan für ein Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Vor dem Treffen habe der Präsident seine Mannschaft neu aufstellen wollen, verlautete es aus Regierungskreisen in Washington.

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Bei einem Pressestatement vor seinem Abflug nach Kalifornien sagte Trump Reportern: "Rex [Tillerson] wird jetzt viel glücklicher sein. Mit Mike [Pompeo] hatte ich von Anfang an eine gute Chemie." Trump habe die Entscheidung selbst getroffen und im Vorfeld der Verkündung lange mit Tillerson besprochen.

Auch Vizepräsident Mike Pence meldete sich zu der Personalie per Twitter zu Wort. "Danke an Rex Tillerson", schrieb er.

Die Mitteilung aus dem Außenministerium zu der Tillerson-Entlassung zeichnet jedoch ein ganz anderes Bild. "Der Minister hat nicht mit dem Präsident gesprochen und kennt die Gründe nicht", heißt es darin. "Der Außenminister wäre gerne geblieben. (...) Er wird seine Kollegen vermissen." Nach Informationen des TV-Senders CNN war Tillerson bis zum Tweet des Präsidenten ahnungslos.

Stets moderatere Position als Trump

Tillerson hatte, bevor er Außenminister wurde, noch nie ein Amt in der Politik innegehabt. Er wuchs in Texas auf, studierte Ingenieurwissenschaften in Austin, stieg 1975 bei einem Energieunternehmen ein, kletterte die Karriereleiter kontinuierlich nach oben und wurde 2004 zum Chef des Ölkonzerns ExxonMobil berufen.

Zwischen Trump und Tillerson gab es schon seit Monaten Ärger. Das wurde besonders deutlich, als bekannt wurde, dass Tillerson Trump intern einen "Schwachkopf" (moron) genannt haben soll. Trump bot dem Außenminister daraufhin - angeblich im Scherz - an, ihre Intelligenzquotienten miteinander vergleichen zu lassen. Schon damals gab es Rücktrittsgerüchte.

Erst am Dienstag hatte sich Tillerson der Schlussfolgerung der britischen Regierung angeschlossen, wonach Russland für den Giftanschlag auf einen russischen Ex-Doppelagenten in Großbritannien verantwortlich ist. Das Weiße Haus hatte sich vorher zögerlicher dazu geäußert.

Schon davor machte er oft deutlich, dass er in wichtigen außenpolitischen Fragen eine andere, moderatere Position vertrat als der Präsident: Er sprach sich gegen eine Aufkündigung des Pariser Klimavertrags und des Iran-Abkommens aus, er setzte im Konflikt mit Nordkorea eher auf Verhandlungen denn auf Säbelrasseln. Und er sah - anders als Trump - in einem guten Verhältnis zu den Nato-Verbündeten und zu Europa einen wichtigen Eckpfeiler der US-Außenpolitik.

Wer ist Mike Pompeo?

Pompeo
imago/ UPI Photo

Pompeo

Der designierte US-Außenminister Pompeo besuchte die Militärakademie Westpoint und studierte an der Eliteuniversität Harvard. Der US-Präsident berief ihn kurz nach seiner Amtseinführung als Präsident an die Spitze der CIA.

Pompeo gehört zum rechten Flügel der Republikanischen Partei. 2010 profitierte er von der Welle der Tea-Party-Rebellion und wurde in den Kongress gewählt: Er gilt als Hardliner aus Kansas, der Waterboarding nicht als Foltermethode einstufen wollte und sich dagegen aussprach, die Abhörpraktiken der NSA einzuschränken. (Ein ausführliches Porträt finden Sie hier.)

Als seine Nachfolgerin ernannte Trump dessen Stellvertreterin Gina Haspel, die somit als erste Frau an der Spitze des US-Auslandsgeheimdienstes stehen wird.

Die Entwicklung reiht sich ein in eine Reihe zahlreicher Personalwechsel im Weißen Haus in den vergangenen Monaten. In der vergangenen Woche hatte Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn angekündigt, er werde das Weiße Haus verlassen.

vks/dpa/AP/AFP



insgesamt 210 Beiträge
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spiegel-wolf 13.03.2018
1. Wann entlässt der President sich selber ?
Es wird jetzt Zeit, Herr Trump !
ows 13.03.2018
2. Irrlichternder Kindskopf
So ein rasantes Karussell haben die US-Amerikaner noch nicht erlebt, mal sehen wann die Mehrheit der Wähler sich übergibt...
calhoun 13.03.2018
3. Wann
wird DT versuchen, den Weg von Xi zu gehen? Präsident auf Lebenszeit....
Remote Sensing 13.03.2018
4. Jetzt sollte Trump konsequent sein
und sich selbst über Twitter entlassen. Das wäre seine beste finale Personalentscheidung.
CancunMM 13.03.2018
5.
Na ? Hat Herr Tillerson nicht sagen sollen, dass Russland an dem Anschlag auf britischem Boden verantwortlich ist ?
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