USA Trump entlässt nationalen Sicherheitsberater McMaster

Via Twitter hat der US-Präsident die nächste Top-Personalie im Weißen Haus verkündet: Sein nationaler Sicherheitsberater McMaster muss gehen. Ein Nachfolger steht schon fest - der gilt als außenpolitischer Hardliner.

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US-Präsident Donald Trump nimmt erneut einen spektakulären Personalwechsel im Weißen Haus vor: Der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, wird neuer nationaler Sicherheitsberater - er ist als außenpolitischer Hardliner bekannt. Trump gab die Personalie am Donnerstag via Twitter bekannt. Bolton werde zum 9. April das Amt von Herbert Raymond McMaster übernehmen.

Über eine Ablösung des Dreisternegenerals wurde seit Wochen spekuliert. Trump dankte ihm nun für seine Dienste und die "herausragende" Leistung. Er "wird immer mein Freund bleiben", schrieb Trump.

McMaster ist noch General der US-Streitkräfte. Er gab bekannt, im Sommer auch aus dem Militär auszuscheiden. Nach Angaben des Weißen Hauses war es eine gemeinsame Entscheidung. McMaster habe dem Land mehr als 30 Jahre lang gedient. Trump hob seine Verdienste für neue Partnerschaften im Nahen Osten, im Kampf gegen den IS und bei der Nordkorea-Strategie hervor.

McMaster war ins Amt gekommen, nachdem der von Trump höchst geschätzte Sicherheitsberater Michael Flynn - ebenfalls Ex-General - im Februar 2017 zurücktreten musste. McMaster gilt als sehr belesen und vergleichsweise moderat. Trump und er sollen sich persönlich nie gut verstanden haben.

"Neokonservativer Kampfhund"

Bolton wird nun bereits der dritte nationale Sicherheitsberater in der erst gut ein Jahr andauernden Amtszeit Donald Trumps. Dass die Personalie am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) verkündet wurde, überraschte ihn eigenen Angaben zufolge. Er habe damit nicht gerechnet, sagte Bolton im Interview mit Fox News. Es sei immer eine große Ehre, dem Land zu dienen, "besonders in diesen Zeiten".

Der 69-jährige Bolton ist Mitglied der US-Republikaner und gilt als außenpolitischer Hardliner: Während der Regierungszeit von Präsident George W. Bush war er einer der glühendsten Verfechter des Irakkriegs. Als Bush ihn für den Posten des Uno-Botschafters nominierte, wandten sich mehr als hundert US-Diplomaten in einem offenen Brief gegen diese Wahl. Der Uno-Sicherheitsrat dürfte eigentlich nur mit einer Nation besetzt werden, sagte er einmal: natürlich mit den USA. Die EU hält er für eine "abgestumpfte Bürokratie".

Bolton stammt aus Baltimore, er absolvierte die Elite-Universität Yale. Erst kürzlich hat er sich erneut für einen Präventivschlag der USA gegen Nordkorea ausgesprochen. Die "Los Angeles Times" beschrieb ihn als "neokonservativen Kampfhund". Der republikanische Senator Rand Paul unterstellte Bolton, dieser sei "besessen, praktisch jeden Fehler zu wiederholen, den die US-Außenpolitik in den vergangenen 15 Jahren begangen hat".

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Prominente Abgänge der Trump-Regierung: Und raus bist du

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Rauswürfe im Weißen Haus für Schlagzeilen gesorgt. So verlor Wirtschaftsberater Gary Cohn seinen Posten. Besonders die abrupt vollzogene Demission von Außenminister Rex Tillerson warf Fragen auf: Er soll erst durch einen Tweet des Präsidenten von seiner Kündigung erfahren haben. Am gleichen Tag musste auch noch Trumps persönlicher Assistent John McEntee gehen.

aar/dpa

insgesamt 49 Beiträge
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gammoncrack 23.03.2018
1. Gott sei Dank sind die USA
ein bevölkerungsreiches Land. Da bleiben noch einige Leute zum Ernennen und Entlassen übrig.
gs310167 23.03.2018
2. Es kommt noch schlimmer...
Wer vielleicht noch gehofft hat, dass es so schlimm nicht kommen wird, sollte langsam Valium nehmen. Der nächste üble Kriegshetzer im Weissen Haus. Hier wird nichts mehr gut.
mystyhax 23.03.2018
3. Hardliner
Mit John Bolton ist der nächste Hardliner an Bord. Ein glühender Verfechter des auf Lügen aufgebauten Irak Krieg. Das wird immer besser. Ein Narzist mit lauter Falken um sich herum. Die nächsten Konflikte die werden übel. Man stelle sich nun die Trump Administration in einer Kuba Krise vor. Wären die genauso besonnen? Am Anfang ist es immer einfach aus Verdruss bei einem Populisten ein Kreuz zu machen. Angst und Wut sind ein schlechter Ratgeber. Für Veränderung muss man auch selbst was tun und aus dem Sessel steigen. Ansonsten überlässt man das Feld den Radikalen.
miguletta 23.03.2018
4. Langweilig
Irgendwie haut es mich nicht mehr vom Hocker, wer in diesem Kasperletheater neu eingestellt oder entlassen wird. Alle machen einen tollen Job und sind die besten Freunde. Gäääähn....
klausi_maiermüller 23.03.2018
5. Warum werde ich von diesem Forum ferngehalten?
Ich bin kein Rechter - ganz im Gegenteil! Ich habe und ich werde niemals die AFD wählen! Ich habe fast immer die FDP gewählt - manchmal die CDU. Also, warum sperren Sie mich? Wollen Sie eine Meinungsblase aufbauen? Was war falsch an meinen Posts?
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