Washington US-Präsident Trump wirft Stabschef John Kelly raus

Donald Trump wechselt schon zum zweiten Mal den Stabschef des Weißen Hauses aus. John Kelly werde den Posten Ende Dezember aufgeben, sagte der US-Präsident. Der Nachfolger soll spätestens am Montag bekannt gegeben werden.

John Kelly (Archivbild)
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John Kelly (Archivbild)


US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, den Stabschef im Präsidialamt, John Kelly, zum Jahresende zu entlassen. Das sagte Trump vor Journalisten in Washington. In "ein oder zwei Tagen" wolle er einen Nachfolger bestimmen.

Bereits seit Längerem gab es Gerüchte über einen möglichen Rauswurf Kellys. Am Freitag hatte CNN berichtet, Kelly stehe vor dem Rücktritt. Der 68-Jährige hatte sich mehr und mehr mit dem Präsidenten überworfen. Mitte November hatte Trump gesagt, es gebe "einige Dinge" an Kelly, die er möge, und andere, die er nicht möge. Der Stabschef mache "in vielerlei Hinsicht einen hervorragenden Job", "an irgendeinem Punkt" werde Kelly aber "weiterziehen wollen".

Trump kündigte an, dass der nächste Stabschef möglicherweise nur vorübergehend im Amt sein werde. Kelly hatte den Posten im Weißen Haus im Sommer 2017 übernommen. Zu seinem Abgang lobte Trump Kelly: Er sei ihm ein loyaler Berater gewesen.

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Personalwechsel im Weißen Haus: Wen US-Präsident Trump schon ersetzt hat

Trump wechselt seinen Stabschef zum zweiten Mal aus

Der neue Stabschef wird der dritte innerhalb von zwei Jahren sein. Unter Donald Trump hatte zuerst Reince Priebus das Amt von Januar bis Juli 2017 inne. Er wurde durch John Kelly ausgewechselt.

Am Freitag hatte Trump bereits zwei Personalwechsel angekündigt: Neuer Justizminister soll William Barr werden, der Jeff Sessions nachfolgt. Der 68-jährige Barr war von 1991 bis 1993 bereits Justizminister unter dem kürzlich verstorbenen Präsidenten George H.W. Bush. Als neue Botschafterin bei der Uno nominierte er Heather Nauert, die Nikki Haley in dem Amt ablöst. Nauert ist zurzeit Sprecherin des US-Außenministeriums. Der US-Senat muss beiden Nominierungen noch zustimmen.

Trump hatte Ex-Präsident Obama für Personalwechsel kritisiert

Trump hat in seiner fast zweijährigen Amtszeit bereits Dutzende Mitarbeiter ausgetauscht - zu den aufsehenerregendsten Wechseln gehörte die angeblichper Twitter erfolgte Entlassung von Außenminister Rex Tillerson.

Trump selbst hatte auf Kritik an seiner als unstet empfundenen Personalpolitik stets geantwortet, es sei völlig normal, dass hoch qualifizierte Menschen im Öffentlichen Dienst immer wieder ausgetauscht werden und in die besser bezahlte Privatwirtschaft wechseln.

Allerdings hatte Trump seinem Vorgänger Barack Obama noch heftige Vorwürfe gemacht, als dieser 2012 den dritten Stabschef binnen drei Jahren ins Weiße Haus geholt hatte. Die vielen Wechsel seien Teil der Ursache dafür, dass Obama seine politische Agenda nicht voranbringen könne, hatte Trump damals argumentiert.

kko/AFP/Reuters/dpa



insgesamt 21 Beiträge
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ebso 08.12.2018
1. Personalwechsel
Meine Hoffnung, eines Tages wechselt er sich versehentlich selbst aus.
PeterCollignon 08.12.2018
2. Bau - Business as usaual
Barack Obama Rahm Emanuel 2009–2010 Pete Rouse 2010–2011 William M. Daley 2011–2012 Jacob Lew 2012–2013 Denis McDonough 2013–2017 Donald Trump Reince Priebus 2017–2017 John F. Kelly 2017–
Hoeni Saubermann Uleß 08.12.2018
3. Realsatire
Übertreibt es der Sender USA nicht langsam ein bisschen, mit seinem Comedyprogramm?
comtom 08.12.2018
4. Wie schön
muss es wohl sein die Leute zu feuern, wenn Sie nicht mehr seinen eigenen Vorstellungen entsprechen. Ok diese Denkweise ist mehr als naiv, aber hat ihren Reiz. Problem könnte sein, dass es irgendwann mal keine Nachfolge gibt. Ups, habe vergessen, dass viele Menschen genauso naiv sind und diese freien Posten wieder ausfüllen ... so für 1-2 Jahre...
FK-1234 08.12.2018
5. Den größten Gefallen
...für die USA und den Rest der Welt macht er dann, wenn er (endlich) zurücktritt. Ich weiß, sehr unrealistisch aber faktisch unerlässlich. Schlimm nur, dass fast die Hälfte der USA, nämlich seine Wähler offenbar ähnlich gestrickt sind.
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