USA Trump macht Öl-Manager Tillerson zum Außenminister

Nun ist es offiziell: Donald Trump holt den Chef des Mineralölkonzerns ExxonMobil in sein Kabinett. Rex Tillerson wird ab Januar US-Außenminister.

Rex Tillerson
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Rex Tillerson


Seit Wochen zirkulieren in den amerikanischen Medien Namen, wer den Posten des Außenministers unter dem designierten US-Präsidenten Donald Trump übernehmen könnte. Nun hat der Republikaner sich entschieden: Er hat Rex Tillerson nominiert.

Tillerson ist Chef des größten amerikanischen Energiekonzerns ExxonMobil. Seit mehr als 40 Jahren ist er in der Ölbranche aktiv, seit 2004 steht er an der Spitze von ExxonMobil. Auf der politischen Bühne ist er ein Neuling.

Tillerson sei die ideale Besetzung aufgrund seines "Beharrungsvermögens, großer Erfahrung und tiefem Verständnis von Geopolitik", lobte Trump in einer von seinem Übergangsteam verbreiteten Erklärung.

Mit Tillerson wird Trump erneut einem schwerreichen Geschäftsmann einen wichtigen Kabinettsposten anvertrauen. Für den Posten des Außenministers waren schon Mitt Romney, Rudy Giuliani, Bob Corker gehandelt worden - allesamt gestandene Republikaner.

Nun hat Trump mit Tillerson einen weiteren Befürworter einer Annäherung an Moskau in seinem Kabinett. Tillerson, 64 Jahre alt, unterhält enge geschäftliche Verbindungen zu Russland. Der Kreml hatte bereits angedeutet, dass er eine Nominierung begrüßen würde. In seiner Funktion als Konzernchef habe Tillerson sich bereits mit russischen Regierungsvertretern getroffen, sagte der Präsidialamtssprecher Dmitrij Peskow. Auch mit Präsident Wladimir Putin habe Tillerson Arbeitsgespräche geführt. 2014 erhielt Tillerson von Putin eine Freundschaftsmedaille.

Jahrzehntelang hat sich der Öl-Manager dafür eingesetzt, dass Exxon in Russland expandiert. Er ist auch gegen die Sanktionen, die der Westen als Reaktion auf die russische Annexion der Krim verhängt hat.

Einige Senatoren der Republikaner und der Demokraten hatten im Vorfeld wegen dieser Kontakte Vorbehalte gegen Tillerson durchblicken lassen. Ohne Zustimmung des Senats kann er nicht Außenminister werden.

kgp/dpa/Reuters

insgesamt 199 Beiträge
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Kezman9 13.12.2016
1. Trump...
...holt sich die Elite ins Kabinett. Finanzminister wird ein Goldman Sachs Veteran...
geboren1969 13.12.2016
2. Der Club der Milliardäre
...und die machen bestimmt Politik für das arme amerikanische Volk. Wers glaubt....
strophie 13.12.2016
3.
Und dafür haben ihn also so viele abgehängte US-Amerikaner gewählt - damit er superreiche Wirtschsftsbosse, die nichts auf den kleinen Mann geben und auch keinerlei Erfahrung haben im diplomatischen Diskurs, zu politischen Ämtern führt. Auf das die Wirtschaft immer mehr direkten Einfluss auf das politische Geschehen nimmt.
Maya2003 13.12.2016
4.
Echt voklksnah der Mann - Das Kabinett der Generäle, Millionäre und Manager. Zu wessem Vorteil diese Ansammlung von Elitemenschen Politik betreiben wird dürfte klar sein. Der Trump Wähler aus Ohio oder YX wird leer ausgehen, er hat seine Schuldigkeit getan.
MütterchenMüh 13.12.2016
5. Amerika first alles macht Sinn
So wie er sein Kabinett zusammenstellt, macht es Sinn. Amerika first! Die Vorbereitungen laufen alle in diese Richtung. Es wird eine ökonomische Verbrüderung zwischen USA und Rußland geben. Die Russen haben die Bodenschätze und die Amis das technische Know-How und die bereitstehende Armada von Explorationsspezialisten! Win-Win für Beide. Die Europäer dürfen dafür zusehen und ihr selbst verschuldetes Ukraine-Dilemma selber auslöffeln. Nur ein Beispiel von vielen für die kommende Ära: "Amerika first"!
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