Angriff auf "Guardian"-Reporter Trump erntet Kritik für Bemerkungen über Gewalt gegen Journalisten

"Wer einen Bodyslam machen kann, den schätze ich": Der US-Präsident hat einen Parteifreund gelobt, der einen Reporter niederschlug. Kritiker sehen darin das Bejubeln eines Verbrechens.

Donald Trump
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Journalistenorganisationen haben US-Präsident Donald Trump scharf dafür kritisiert, dass er einen Kongressabgeordneten für den gewaltsamen Übergriff auf einen Journalisten gelobt hat. Das komme dem Bejubeln eines Verbrechens durch jemanden gleich, der geschworen habe, die Gesetze zu achten, befand die "White House Correspondent's Association", eine Vereinigung von Journalisten in Washington.

Trump hatte den Abgeordneten Greg Gianforte am Vorabend bei einem Wahlkampfauftritt mit den Worten gepriesen: "Jeder Typ, der einen Bodyslam machen kann, ist jemand, den ich schätze."

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Gianforte hatte einen Journalisten des britischen "Guardian" im Mai 2017 am Hals gepackt, zu Boden geschleudert und ihn geschlagen. Ein Gericht verurteilte ihn deswegen zu Sozialstunden und einer Geldstrafe. Er zahlte zudem 50.000 US-Dollar an eine Journalistenorganisation.

Auch das Komitee zum Schutz von Journalisten (Committee to Protect Journalists) kritisierte Trumps Lob für den Abgeordneten. In einer Zeit, in der Journalisten auf der ganzen Welt getötet und eingesperrt würden, sei das ungehörig, erklärte der Geschäftsführer des Komitees, Joel Simon, auf Twitter.

Trump sagte am Freitag in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona, er bereue seine Aussage nicht. "Er ist ein großartiger Kerl", sagte der Präsident über Gianforte. "Ich bleibe dabei." Trump selber wird für seine verbalen Angriffe gegen Medien immer wieder kritisiert. Medien, die kritisch über ihn berichten, hat der Präsident wiederholt als "Feinde des Volkes" bezeichnet.

Im Video: So redet Donald Trump - und so sein Vize Mike Pence

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mkl/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
wieloe 20.10.2018
1. Donald Trump hat recht.
So wie die Medien auch in Deutschland ständig Tatsachen verdrehen, Unwahrheiten verbreiten und von oben herab urteilen, wäre es gut wenn das gleiche in Deutschland gemacht wurde. Ich kann dieses perverse Gehetze gegen unliebsame Politiker und Sportler nicht mehr hören, da muss man sich nicht wundern wenn man mal ein Brett bekommt.
Atheist_Crusader 20.10.2018
2.
Meine erste Reaktion war "Ist doch alles nichts Neues. Trump kann die freie Presse nicht leiden und würde selbst Stalin persönlich loben sobald der was nettes über ihn sagt.". Meine zweite Reaktion war: "Jetzt hat Demokratiefeindlichkeit den Punkt erreicht wo sie nicht nur normalisiert sondern fast schon erwartet wird.". Es ist zu früh den vollen Umfang des Schadens zu begreifen den dieser Mann durch seine bloße Präsenz im Weißen Haus anrichtet, aber es läst sich bereits absehen dass künftige Historiker über diese Ära wenig nettes zu berichten haben werden.
dasfred 20.10.2018
3. Huch, Trump wird kritisiert?
Wofür? Er macht doch nur, was er immer tut. Er bedient seine Wähler und schert sich einen Dreck um all die Leute, die ihn schon von Anfang an abgelehnt haben. Ein verprügelter Journalist ist doch eine Steilvorlage für ihn. Der Fall Kashoggi ist doch in Trumps Gedankenwelt ein wahrgewordener feuchter Traum. Nur noch Medien die ihn huldigen und lobpreisen für seine Genialität und allen anderen die Hölle auf Erden bereiten. Wir werden diesen orangesten aller Präsidenten wohl noch eine Zeitlang ertragen müssen, samt seiner leider nicht unbeträchtlichen Anhängerschaft. Ich beurteile ihn nur noch nach seinem Unterhaltungswert. Politisch gibt es keinen nachvollziehbaren Maßstab, an dem man ihn messen kann.
thoscha 20.10.2018
4.
Das kann nur aus einem kranken Geist entspringen! Wahrscheinlich würde er manchmal gerne die saudi-arabische Methode der Journalisten-Bestrafung wählen. Das wäre sicher nach seinem Geschmack! Donald Trump ist in meinen Augen der verabscheuungswürdigste Präsident den die USA jemals hatten. Selbst ein "Nixon" ist gegen diesen Typen ein Schuljunge! Der Mammon tötet jegliche Moral und hinterlässt nur die Hüllen alter wütender Männer, die immer wieder aufs neue die brachialen Methoden von "Anno Dazumal" beutzen um sich als verklärte Lichtgestalten des Big Business zu stilisieren. DIE ZEITEN für 70-jährige demente Psychos, die die Welt ins Chaos zu stürzen versuchen, muss Einhalt geboten werden. Die Welt braucht keine Mörder und Despoten mehr. Wir leben nun schon im dritten 30-jährigen Krieg wenn man sich die Konflikte weltweit anschaut!
janne2109 20.10.2018
5. man
man mag es schon nicht mehr komentieren, falsch man mag es nicht mehr lesen, Dieser Mann muss das Seelenleben einer alten Ledertasche haben, Amerikaner - wie konntet Ihr nur so einen Menschen als Euren Präsidenten wählen?
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