Schweigegeld an Stormy Daniels Trump gibt Zahlungen an Pornodarstellerin zu

Donald Trump bestreitet zwar weiterhin eine Affäre mit Stormy Daniels. Aber der US-Präsident hat erstmals bestätigt, dass er seinem Anwalt Cohen die Zahlungen an den Ex-Pornostar persönlich erstattete.

Donald Trump
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US-Präsident Donald Trump hat auf Twitter Stellung zu den Zahlungen an Pornodarstellerin Stormy Daniels bezogen: "Geld aus dem Wahlkampf oder Wahlkampfspenden haben keine Rolle bei den Zahlungen gespielt", schrieb Trump. Damit bestätigte er erstmals, dass er dem Michael Anwalt Cohen die Zahlungen (130.000 Dollar) persönlich erstattete.

Der US-Präsident sah sich offenbar zu der Stellungnahme veranlasst, nachdem sein neuer Anwalt Rudolph Giuliani weitere Details in dem Fall genannt hatte: Demnach erstattete Trump seinem damaligen Rechtsvertreter Michael Cohen die Zahlung von 130.000 Dollar an die Pornodarstellerin. Das Geld sei von Trumps Anwalt gezahlt worden, der Präsident habe es über mehrere Monate hinweg zurückerstattet, sagte Giuliani.

Guiliani erklärte zugleich, dass die Zahlung keinen Verstoß gegen das Gesetz zur Wahlkampffinanzierung darstelle. Trumps Tweets - die anders als üblich sorgsam formuliert und offenbar zumindest von einem Juristen gegengelesen wurden - sind wohl ebenfalls als Bekräftigung dieser Aussage zu verstehen.

Denn die Zahlung gilt als juristisch brisant: Sollte sie geleistet worden sein, um kurz vor der Wahl eine negative Berichterstattung über Trump abzuwenden, hätte sie womöglich als Wahlkampfspende deklariert werden müssen. Dies geschah aber nicht, weswegen der Verdacht illegaler Wahlkampffinanzierung im Raum steht.

Der US-Präsident hatte zunächst jegliche Kenntnis von einer Zahlung an Daniels abgestritten. Zuletzt räumte er ein, dass Cohen einen "Deal" mit Clifford gemacht habe.

Video: Anwalt von Stormy Daniels sieht Ende von Trumps Amtszeit

MICHAEL REYNOLDS/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Stephanie Clifford - so der bürgerliche Name der Pornodarstellerin - hatte zwölf Tage vor der Präsidentschaftswahl 2016 eine Vereinbarung mit Cohen unterzeichnet, in der sie sich verpflichtete, nicht öffentlich über eine angebliche Affäre mit Trump zu sprechen. Im Gegenzug zahlte Cohen ihr 130.000 Dollar (nach heutigem Wert 105.000 Euro). An die Schweigevereinbarung fühlt sich Clifford inzwischen nicht mehr gebunden, sie liegt darüber mit Cohen im Rechtsstreit.

Cohen steht zurzeit selbst im Visier der Justiz. Vor einigen Wochen beschlagnahmten Ermittler bei ihm umfangreiches Aktenmaterial. Möglicherweise ist Trumps Anwaltsteam nun zu dem Schluss gekommen, dass Trumps Zahlungen an Cohen in den Ermittlungen ohnehin aufgeflogen wären.

mho/als/Reuters/AFP



insgesamt 174 Beiträge
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temp1 03.05.2018
1. Was stört mich meine Aussage von gestern ....
Getreu seinem Motto, "Was stört mich meine Aussage von gestern. Alle, meine Aussagen sind rein taktischer Natur - das ist meine besondere Verhandlungsstärke"
ex_berliner 03.05.2018
2. Wieder mal der Luege ueberfuehrt
Ist ja bei Trump und seinem Umfeld nichts Neues aber man muss dennoch festhalten, dass Trump regelmaessig, schamlos und, zumindest bislang, ohne echte Konsequenzen luegt. Das trifft im Uebrigen auch auf seinen Anwalt - oder genauer seinen Fixer - Michael Cohen zu.
taglöhner 03.05.2018
3.
Er musste 130 Riesen abstottern? Echt jetzt? Glaub' ich nicht :). Ich glaube eher, die passende Zahlung findet sich zwischen anderen Konten. Mit Giuliani ist jetzt ein Fuchs am Werk, der keine Angst um Ruf und Zukunft hat. Aber er kann letztlich auch nur Zeit schinden.
KaWeGoe 03.05.2018
4. Trump erstattete die 130.000 über Monate verteilt an seinen Anwalt ?
Dafür kann es aus meiner Sicht nur 2 Gründe geben: 1. Trump ist pleite und kann die 130.000 $ nicht auf einen Schlag aufbringen. Das halte ich für äußerst unwahrscheinlich. 2. Trump war von Anfang an im Bilde evtl. sogar der Anstifter und wollte die Zahlung verschleiern. Das halte ich für äußerst wahrscheinlich. Amerika eignet sich nur noch zum Fremdschämen ! P.S. Ich freue mich schon auf die ersten Video-Schnipsel aus Moskau mit Trump und Damen des gleichen Gewerbes ;-)
rabkauhala 03.05.2018
5. Unglaublich, mit welcher
Nonchalance hier die Lügen von "gestern" einfach durch neue "relative Fakten" ersetzt werden, die nur das bisschen Wahrheit widergeben, das erwartbar durch die Ermittler und Medien eh entdeckt, aber durch weitere neue Unwahrheiten erweitert werden. Das ist also der Umgang unter Menschen 4.0 im Internetzeitalter der also nach VW, Facebook und Porsche etc. nun auch bei den mächtigsten Mann der Welt auszeichnen. Anstand und Rückrat, Wahrhaftigkeit und Respekt des einzelnen werden Belanglos und gewinnen tu der, der den skrupellosesten "Lügenanwalt". Das ist nicht die Welt, die uns durch das Internet verhießen wurde und auch kein schöner Ort für meine Kinder, den ich noch Anstand, Tugend und Zurückhaltung anerziehen und Vorleben möchte. Sie werden anscheinend von mir zu "Verlierern" und "Opfern" der immer mehr werdenden Anstandsbefreiten werden. SAD.
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